Digitale Medien beim EMAF 2017

Digitale Medien beim EMAF 2017

Studierende der HfK Bremen zeigen ihre Arbeiten beim European Media Art Festival 2017 in Osnabrück

Sie verwandeln Licht in Geräusche, vermessen die Luft oder drucken das Internet aus – die Installationen von Studierenden der HfK Bremen verbinden digitale und analoge Ereignisse zu Kunstwerken. Beim European Media Art Festival (EMAF) in Osnabrück sind ihre Arbeiten aus dem Masterstudiengang Digitale Medien vom 26. bis zum 30. April in Aktion zu erleben. Die Projekte lassen die Besucher technische Phänomene interaktiv erleben und präsentieren somit junge Ideen zum Festivalthema „Leben in Zeiten der Hyperinformation“.

30 Jahre Medienkunst-Festival

Zum 30. Jubiläum widmet sich das EMAF Fragen des digitalen Wandels. Zahlreiche Künstlerinnen und Künstler präsentieren ihre Blickwinkel darauf, wie sich die Gesellschaft mit dem Internet verändert und welche Herausforderungen sie erwarten. Die Arbeiten der Studierenden sind im Ausstellungsbereich „Media Campus INIT“ in der Galerie „hase29“ zu sehen, ergänzt um eine Vortragsreihe mit studentischen Beiträgen.

EMAF Media Campus INIT
27.–30. April 2017, tägl. ab 14 Uhr
Eröffnung 26. April 2017, 21:30 Uhr
Galerie „hase29“, Hasestr. 29, Osnabrück

Open Stage – Vortragsreihe
29. April 2017, 16:30
Galerie „hase29“, Hasestr. 29, Osnabrück

Bereits im letzten Jahr war die HfK Bremen akademischer Partner des European Media Art Festivals. In diesem Jahr wurden die Bremer Studierenden erneut eingeladen, ihre Arbeiten dem internationalen Festivalpublikum vorzustellen. In der Ausstellung sind außerdem Projekte von Hochschulen in Köln, Offenbach und Osnabrück zu sehen.

Die Studierenden nähern sich dem Festivalthema der Hyperinformation von verschiedenen Seiten. Eine umgebaute Winkekatze druckt als „oCat“ von Annika Engelhardt einen Newsticker aus dem Internet aus und stempelt Abdrücke einer Katzenpfote darauf. Jeder Abdruck steht für 1000 neue Klicks auf Katzenvideos im Internet seit dem letzten Stempel. „Die Pfotenabdrücke verdecken die Schlagzeilen zum Teil so sehr, dass diese nur noch schwer zu lesen sind - so ähnlich wie es Katzenvideos online oft schaffen, uns von wichtigeren Dingen abzulenken,“ beschreibt die Studentin den Hintergrund ihrer Arbeit.

Die Kunst der Reizüberflutung

Luiz Zanotello präsentiert seinen „Aerographer“ – einen Luftvermesser. Bei den HfK-Hochschultagen 2017 hat diese Arbeit bereits den 1. Platz des internen Hochschulpreises Digitale Medien gewonnen. Die großflächige Installation misst Luftströme der Umgebung und übersetzt sie in maschinelle Bewegungen. Unsichtbare Information aus Luft wird auf diese Weise sichtbar gemacht.

Das „Swamp Orchestra“ von Bojana Petkovic hingegen verwandelt sichtbares Licht in Klänge. Ein Ensemble von 16 Modulen reagiert auf Taschenlampen und spielt je nach Helligkeit verschiedene tierähnliche Geräusche ab, die wie ein Orchester des Zufalls zusammenklingen.

Mit einer „Gifgun“ hinterfragt Kevin Mendzies, wie Popkultur in sozialen Netzen funktioniert. Seine Kamera ist wie eine Pistole gebaut und filmt kurze Videoschleifen, die sofort als GIF-Animation ins Internet geladen werden. Zusätzlich werden die Videos mit den aktuell populärsten Hastags markiert. Die Arbeit experimentiert auf diese Weise damit, welche Online-Inhalte Aufmerksamkeit bekommen.

Die Masterarbeit von Julian Hespenheide stellt die fiktive „Biotic Explorers Research Group“ vor. Deren Forschungsergebnisse aus aller Welt werden in einem Buch präsentiert. Hinzu kommt der Versuchsaufbau einer neuartigen Kommunikationstechnologie, die auf einem Netzwerk aus Pilzen basiert.

An der Open-Stage-Vortragsreihe nehmen die Studierenden, Absolventinnen und Absolventen der HfK Bremen Maria Araujo, David Beerman, Irena Kukric, Lulu Mendelova und Timo Johannes teil.

Weitere Informationen zum Festival gibt es auf der Webseite des EMAF. Das gesamte Festival- und Ausstellungsprogramm ist dort als PDF verfügbar.

Foto: „Swamp Orchestra“ von Bojana Petkovic.

Dates
Digitale Medien beim EMAF 2017

Galerie „hase29“, Hasestr. 29, Osnabrück

27. April 2017, 14:00