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Frese-Design-Preis 2017 vergeben

Frese-Design-Preis 2017 vergeben

Fachjury vergibt ersten Preis an HfK-Absolventin Carolin Becker

Im Rahmen der Jahresausstellung der Studiengänge Integriertes Design und Digitale Medien wurden drei Absolventinnen und Absolventen der Hochschule für Künste Bremen für ihre herausragenden Abschlussarbeiten mit dem Frese-Design-Preis ausgezeichnet, gestiftet von der Petra und Dieter Frese Stiftung Bremen und dotiert mit insgesamt 10.000 Euro.

Der erste Platz, ausgewiesen mit 5000 Euro, geht an Carolin Becker, Absolventin des Studiengangs Integriertes Design. Den zweiten Platz, dotiert mit 3000 Euro, belegt Rebekka Weihofen, Absolventin des Studiengangs Integriertes Design. Mit dem dritten Preis in Höhe von 2000 Euro wurde Clemens Gensch, Absolvent des Studiengangs Integriertes Design, ausgezeichnet.

Außerdem wurden die Studierenden Elburuz Fidan (Integriertes Design), Ariane Litmeyer (Integriertes Design) und Mathias Lam (Digitale Medien) mit Belobigungen, jeweils dotiert mit 500 Euro, bedacht.

Die Verleihung der Preise fand im Rahmen der Vernissage der HfK-Jahresausstellung am 7.7. statt:

777 – The truth lies within / Jahresausstellung vom 8.-9.7. der HfK-Studiengänge Integriertes Design und Digitale Medien

Zu den Preisträgerarbeiten:

1. Preis
Carolin Becker: Unermüdlich Rastlos
Mit ihrer Kollektion „Unermüdlich Rastlos“ kreiert Carolin Becker eine Welt, in der die Betrachterinnen und Betrachter hineingezogen werden. Die Jury überzeugt, wie die ineinandergreifende Installation den Status der Millennial-Generation reflektiert und ein starkes Statement für sie formuliert. Wichtige Elemente der Arbeit umfassen Themen wie Nomadentum, Dringlichkeit und das Gefühl von Heimatlosigkeit. Die Installation beinhaltet Ebenen der Medienkunst und des Modedesigns gleichermaßen und ist dabei zugänglich aber zugleich komplex und selbstreferenziell. Die improvisierten Formen und Anordnungen der Körper und handgefertigten Gewänder bilden eine ästhetische Stellungnahme zu Menschlichkeit in der Mode.
Carolin Becker ist Bachelorabsolventin im Studiengang Integriertes Design.

Stohn.jpg

2. Preis
Rebekka Weihofen: ES IST SCHON 4 UHR 60
„Es ist schon 4 Uhr 60“: Wenn man den dunklen Raum mit instabilem Boden erreicht, sich hinlegt und zur Decke blickt, bricht man auf in Rebekka Weihofens Welt der Träume und Absurditäten. Die Jury lobt den intensiven immersiven Charakter der Arbeit, der es Betrachterinnen und Betrachtern erlaubt, das Werk wie einen eigenen Traum zu erleben. Das haptische Gefühl des Bodens und der Perspektivwechsel bringen die Sinne durcheinander und lassen die Besucherinnen und Besucher selbst zu Interpreten des Werks werden. Ihre Vorstellungskraft wird geweckt und ihre Aufmerksamkeit wird durch reduzierte Schwarz-Weiß-Zeichnungen und besänftigende Klänge auf die unbegreifliche Natur von Träumen gelenkt.
Rebekka Weihofen ist Bachelorabsolventin im Studiengang Integriertes Design.

2. Preis - Rebekka Weihofen (c) Christina Stohn_neu.jpg

3. Preis
Clemens Gensch: Kartoffeleintopf mit Kartoffelersatz
Clemens Gensch erschafft mit „Kartoffeleintopf mit Kartoffelersatz“ einen dreidimensionalen Raum mittels zweidimensionaler, transparenter Platten, auf denen Online-Daten dargestellt werden. Die Jury hat überzeugt, wie das Projekt physische und konzeptuelle Aspekte zusammenbringt und sich sowohl auf abstrakten wie auch konkreten Ebenen entfaltet. Seine Arbeit übersetzt Kommunikation aus dem Internet in eine berührbare Form und findet dabei neue Wege, um digitale Identitäten und ihre Ausdrucksformen in Online-Kommentaren zu hinterfragen. Sowohl der inhaltliche Ansatz wie auch die materielle Umsetzung eröffnen vielfältige Perspektiven.
Clemens Gensch ist Masterabsolvent im Studiengang Integriertes Design.

3. Preis - Clemens Gensch (c) Christina Stohn_neu.jpg

Belobigungen:

Elburuz Fidan: At the curve of the present

In seiner Bachelorarbeit „At the curve of the present“ vereint Elburuz Fidan unterschiedliche Medien und Objekte, die ein komplexes, selbstreferenzielles Erzählmotiv erschaffen. Das Zusammenspiel der verschiedenen Objekte und ihrer narrativen Aspekte erschaffen ein System an Wiederholungen im Raum. Sie laden Betrachtende ein, eigene Perspektiven und eigene Hybriditäten des Daseins zu entwickeln. Besonders lobte die Jury, wie präzise und tief alle angefertigten Stücke der Arbeit im philosophischen Denken eingebettet sind.
Elburuz Fidan ist Bachelorabsolvent im Studiengang Integriertes Design.

Ariane Litmeyer: Rebellious Rendezvous
Dem Thema Feminismus nähert sich die Arbeit „Rebellious Rendezvous“ von Ariane Litmeyer aus verschiedenen und mitunter vieldeutigen Perspektiven. Der Jury imponierte die Verbindung unterschiedlicher Techniken, die auch die Präsenz der Künstlerin in der Arbeit selbst einschließen. Ariane Litmeyer spricht ein komplexes Thema an, ohne dabei auf klischeehafte, konforme Formen der Darstellung zurückzugreifen. Ihr Sinn fürs Detail und die handwerkliche Qualität jedes ihrer angefertigten Stücke verleihen der Arbeit Nachdruck.
Ariane Litmeyer ist Absolventin des Bachelorstudiengangs Integriertes Design.

Mathias Lam: Infinite Identities

„Infinite Identities“ stellt die Frage, wer Identität im Internet eigentlich herstellt – die Menschen selbst oder digitale Systeme? Mathias Lam behandelt das Thema in einer kritischen und doch humorvollen Art, wie die Jury hervorhebt. Roboter führen Aktionen aus, die vergleichbar damit sind, wie Menschen alltäglich mit ihrem Smartphone interagieren. Gleichzeitig kommentiert die Arbeit Designkonventionen von derzeit allgegenwärtigen digitalen Benutzeroberflächen. Mathias Lam ist Masterabsolvent im Studiengang Digitale Medien.

Ermöglicht wird der Frese-Design-Preis 2017 bereits zum vierten Mal dank der großzügigen Unterstützung der Petra und Dieter Frese Stiftung Bremen.

Mitglieder der Jury:

  • Simon Michel ist selbstständiger Produktdesigner mit Schwerpunkt auf Industrial Design, Interior Design und 3-D Modeling.
  • Julia von Leliwa ist international als Kostümbildnerin und Modedesignerin tätig und arbeitet mit Theatermachern und Künstlerin wie beispielsweise Viktor & Rolf oder Robert Wilson.
  • Bardhi Haliti ist Grafikdesigner und Organisator der REDO Design Konferenz, die 2017 in Amsterdam stattfindet.
  • Marie du Chastel ist Kuratorin von KIKK, eines der bedeutendsten Festivals für Technologie und Digital- und Kreativkultur in Belgien.
  • Prof. Andreas Broeckmann ist Medien- und Kunstwissenschaftler sowie Gründer und langjähriger Kurator der Transmediale Berlin.
  • Stephan Jeep ist Bremer Künstler und Kulturmanager im Verein 23, Träger des Güterbahnhofs und des Künstlerhauses Bremen.

Fotos der drei Preisträger und Preisträger © Christina Stohn