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Prof. Dorothea Mink

  1. Department
    1. Kunst und Design
  2. Areas of Expertise / Occupation
    1. Professur für
    2. Modedesign, Experimenteller Entwurf, Frauenbeauftragte (BremHG)
    1. T: +49 (0) 421 95 95 12 39
    2. F: +49 (0) 421 95 95 22 39

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Zur Person

Ich bin im Schwarzwald an der französischen Grenze aufgewachsen und habe in Hamburg Modedesign studiert. Schon während meiner Ausbildung habe ich begonnen, für namhafte Hamburger Modeunternehmen zu arbeiten. Höhepunkte waren meine Jahre bei Jil Sander und Joop.

1995 bis März 2002 war ich Professorin für Modedesign an die FH Hannover im Fachbereich Kunst und Design. In Bremen lehre ich seit April 2002 im Studiengang Integriertes Design mit dem Schwerpunkt Modedesign experimenteller Entwurf.

Im November 2005 habe ich in Zusammenarbeit mit der Kunstwissenschaftlerin Prof. Dr. Elke Bippus die Modetagung „Fashion Body Cult“ veranstaltet. 2007 erschien dazu die gleichnamige deutsch/englische Publikation bei der Arnoldschen Art Publishers.

Januar 2010 habe ich gemeinsam mit der Kultur- und Medientheoretikerin Prof. Dr. Andrea Sick eine zweite Modetagung mit dem Titel „Out of Order – Störung als Prinzip“ ausgerichtet, die mit einer Ausstellung im Wilhelm Wagenfeld Haus Bremen verbunden war. Die Ausstellung entstand in Kooperation mit dem Künstlerduo Vibskov & Emenius aus Kopenhagen. Dabei kam es zu einer fruchtbaren Zusammenarbeit der Künstler mit unseren Studierenden. Im Herbst 2011 erschien dazu die englischsprachige Publikation bei der Arnoldschen Art Publishers.

Lehre / Lehrkonzept

Bekleidung ist neben Essen und Trinken, dem Wohnen und Kommunizieren eines unserer elementaren Bedürfnisse. Kleidung ist unsere zweite Haut. Eine meiner Kernfragen in der Lehre ist, wie aus Bekleidung Mode wird, mit der sich ein Mensch identifizieren kann. Für die Hochschulausbildung in der Mode bedeutet dies eine intensive Beschäftigung mit dem menschlichen Ausdruck und der Körperwahrnehmung. Stehen bei Bekleidung die Funktion und der Nutzen im Vordergrund, so haben die Zeichen der Mode immer eine tiefergehend menschliche Bedeutung. Mode steht für zwischenmenschliche Kommunikation, Mode steht für den Ausdruck eigener Identität. Für die Studierenden bedeutet dies: Es gilt die Grundbegriffe menschlicher Kommunikation zu durchschauen und diese Erkenntnisse in eigene Entwurfsthemen zu transferieren.

Eine weitere, wichtige Fragestellung beschäftigt sich mit der menschlichen Gestalt selbst und der Sehnsucht des Menschen nach Perfektion. Das Experiment mit Körperformen und die Entwicklung immer neuer Möglichkeiten helfen bekannte Muster zu überwinden und inspirieren zu einer modischen Architektur, die sogar neue Funktionen entdeckt.

Die heutige Sprache der Mode ist grenzenlos!

Die Mode ist zu einem multitonalen, komplexen Phänomen der zwischenmenschlichen Informationsvermittlung geworden, grenzüberschreitend zwischen den Geschlechtern und den Generationen, universal im Ich und im Wir. Kleidung, Schmuck, Frisur oder Kosmetik zählen nur noch zu den primären Oberflächen modischer Gestaltung. Bodybuilding, Bodyshaping, Bodyforming, Trivialkunstwerke wie Tattoos, Piercings oder Brandings transportieren die tieferen Schichten des Selbst an die Oberfläche. Längst werden letzte Tabus in Bezug auf Schmerz und die Betonung des Hässlichen gebrochen.

Meine Hoffnung ist, dass die Mode als Genre an sich bestehen bleibt. Als eine Mode, mit der man sich ohne Dauerschäden eine neue Optik geben kann. Als eine Mode, mit der Fashion Freaks in augenblicklicher Laune ein neues Ich, ein neues Selbst, ein neues Bewusstsein zum Ausdruck bringen können. Unser Ziel ist es, Mode für echte Menschen mit echten Biografien zu entwickeln. Das gängig magersüchtige Laufstegideal austauschbarer Puppen inspiriert weder uns Lehrende noch die Entwürfe unsere Studierenden. Wir fokussieren einen ästhetisch freien Blick auf den menschlichen Körper und seine komplexen Lebenswelten.

Vergleicht man beispielsweise die Philosophie des Kultlabels Prada mit den Vorstellungen und Wünschen unserer Studienanfänger, dann verpufft die Luxuswelt der unerreichbaren Dinge im Nichts. Die etwa 20-Jährigen leben auf einem vollkommen anderen Planeten. In der Regel spielen für sie Themenkreise wie Identität, Heimat, Umwelt, Mobilität und andere unmittelbare Lebensfragen die zentrale Rolle. Dabei handelt es sich ganz offensichtlich nicht um die klassischen Kollektionsthemen. Die Interessen der Studierenden des Studiengangs Integriertes Design bewegen sich vielmehr um Meta-Themen, die genügend Raum zur Entwicklung des eigenen Ausdrucks anbieten.

Viele unserer Studierenden – die übrigens aus der ganzen Welt zu uns kommen – machen Praktika in Firmen oder an Theatern, gehen schon während des Studiums ins Ausland, nach Helsinki, New York, Paris, Mailand, Madrid oder sogar nach Sydney in Australien. Viele finden nach dem Studium eine gute Anstellung als Assistenten in unterschiedlichsten Bekleidungsbranchen oder machen sich selbständig.

Auswahl Publikationen

FASHION – OUT OF ORDER
Dorothea Mink, 2011

Fashion Body Cult
Dorothea Mink und Elke Bippus, 2007

Raster und Fadenkreuz
Andrea Sick, Katharina Hinsberg, Dorothea Mink, 2009

Bewerbung

Wichtige Infos zur Bewerbung zum Masterstudium, Masterstudio Mensch und Gesellschaft - Mode

http://modestudieren.org/ http://fashionstudies.de/

Curriculum Vitae

I grew up in the Black Forest near the French border and studied fashion design in Hamburg. During my studies, I started to work for renowned fashion houses in Hamburg, among them Jil Sander and Joop!.

From 1995 to March, 2002, I was a professor for fashion design at the University for Applied Sciences and Arts Hannover. After moving to Bremen in April, 2002, I´ve been teaching integrated design with a focus on experimental fashion at the University of the Arts Bremen.
In November, 2005, I organized the symposium “Fashion Body Cult” together with art historian Elke Bippus. In 2007 we published an accompanying German/English volume under the same title with Arnoldsche Art Publishers.

I collaborated with Dr. Andrea Sick, professor for media theory in Bremen, for a se-cond fashion symposium named “Out of Order – Disruption as a Principle” that we staged in January 2010. In 2011 I published an accompanying English volume under the same title with Arnoldsche Art Publishers.

Approach to Teaching

Covering our bodies is an essential need on the level of eating, drinking, communicating and seeking shelter. Clothing is our second skin. As a teacher, I examine the ways clothing becomes fashion that people accept as an identifier. This leads to an intense focus on physical expression and the perception of the body. As clothing is defined by its function and use, fashion always sends signals with a deeper human meaning. Fashion is a semantic system of interpersonal communication and of individual expression. My students therefore have to work at understanding the basics of human communication and to use their insights for designs of their own.

The human figure and our desire for perfection are important themes in my work as well. Experimenting with physical shapes and developing ever new possibilities of expression helps students to go beyond established patterns and inspire them to work on a fashion architecture that might even lead to new functions.

The language of today´s fashion is limitless!

Fashion has grown into a multitonal, complex phenomena facilitating interpersonal transfers of information, bridging gaps between genders and generations, identifying the universal in the individual and the collective. Clothing, jewelry, hair styles or cosmetics now are just primary aspects of fashion´s many tools. Bodybuilding, bodyshaping, bodyforming, body ornamentation such as tattoos, piercings or brandings transport deeper layers of the self to the surface. The last remaining taboos involving pain and ugliness have fallen.

My hope is, that fashion will survive as a genre—as a fashion that will provide us new looks without crippling us permanently, as a means that enables fashion freaks to express a new ego, a new personality, a new consciousness on the spur of a moment. Our goal is to develop fashion for real people with real biographies. We ´re not inspired by the current, anorexic models strutting down runways like interchangeable dolls. And they don´t inspire the designs of our students. We set our unblinkered aesthetic sights on the human body and the complex worlds it inhabits.

If one compares the philosophy of, say, the cult label Prada with the ideas and wishes of our freshmen students, the world of unattainable luxuries simply evapo-rates. Today´s twenty-year-olds live on a totally different planet. Their world turns around themes such as identity, belonging, the environment, mobility and other issues with direct implications for their everyday existence. It hardly needs to be said that these are not the classical themes inspiring collections. The students at our seminar for integrated design are interested in abstract topics that lend themselves for the development of individual expression.

Our students hail from all over the world. They intern at companies and theaters, spend parts of the education abroad, in Helsinki, New York, Paris, Milan, Madrid or even Sydney, Australia. Many find good positions as assistants in all parts of the apparel industry or strike out on their own after having finished their education with us.