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Prof. Dorothea Mink

  1. Department
    1. Kunst und Design
  2. Areas of Expertise / Occupation
    1. Professur für
    2. Modedesign, Experimenteller Entwurf, Frauenbeauftragte (BremHG)
    1. T: +49 (0) 421 95 95 12 39
    2. F: +49 (0) 421 95 95 22 39

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Zur Person

Ich bin im Schwarzwald an der französischen Grenze aufgewachsen und habe in Hamburg Modedesign studiert. Schon während meiner Ausbildung habe ich begonnen, für namhafte Hamburger Modeunterneh-men zu arbeiten. Berufliche Höhepunkte nach dem Studium waren meine Jahre bei Jil Sander und Wolfgang Joop.
Im Jahr 1995 erhielt ich mit Anfang Dreißig meinen Ruf an die Fachhochschule Hannover Fachbereich Kunst und Design. Bis März 2002 war ich dort als Professorin für Modedesign tätig. Seit April 2002 lehre ich an der Hochschule für Künste Bremen: Studiengang Integriertes Design – experimenteller Entwurf mit dem Schwerpunkt Modedesign. Vor einigen Semestern habe ich außerdem das Amt der Frauenbeauftragten übernommen.

Lehre / Lehrkonzept

Bekleidung ist neben Essen und Trinken, dem Wohnen und Kommunizieren eines unserer elementaren Bedürfnisse. Kleidung ist unsere zweite Haut. Eine meiner Kernfragen in der Lehre ist, wie aus Bekleidung Mode wird, mit der sich ein Mensch identifizieren kann. Für die Hochschulausbildung in der Mode bedeutet dies eine intensive Beschäftigung mit dem menschlichen Ausdruck und der Körperwahrnehmung. Stehen bei Bekleidung die Funktion und der Nutzen im Vordergrund, so haben die Zeichen der Mode immer eine tiefergehend menschliche Bedeutung. Mode steht für zwischenmenschliche Kommunikation, Mode steht für den Ausdruck eigener Identität. Für die Studierenden bedeutet dies: Es gilt die Grundbegriffe menschli-cher Kommunikation zu durchschauen und diese Erkenntnisse in eigene Entwurfsthemen zu transferieren.
Die Mode ist zu einem multitonalen, komplexen Phänomen der zwischenmenschlichen Informationsver-mittlung geworden, grenzüberschreitend zwischen den Geschlechtern und den Generationen, universal im Ich und im Wir. Kleidung, Schmuck, Frisur oder Kosmetik zählen nur noch zu den primären Oberflächen modischer Gestaltung. Bodybuilding, Bodyshaping, Bodyforming, Trivialkunstwerke wie Tattoos, Piercings oder Brandings sollen die tieferen Schichten des Selbst an die Oberfläche transportieren.
Meine Hoffnung ist, dass die Mode als Genre an sich bestehen bleibt. Als eine Mode, mit der man sich ohne Folgeschäden eine neue Optik geben kann. Als eine Mode, mit der ‘Fashionistas’ in augenblicklicher Laune ein neues Ich, ein neues Selbst, ein neues Bewusstsein zum Ausdruck bringen können. So beschäftigt sich eine wichtige Fragestellung mit der menschlichen Gestalt selbst und der Sehnsucht des Menschen nach Per-fektion. Das Experiment mit Körperformen und die Entwicklung immer neuer Möglichkeiten helfen bekannte Muster zu überwinden und inspirieren zu einer modischen Architektur, die auch neue Funktionen zu entdecken vermag. Dabei hat der praktische Prozess der Modellentwicklung eine hohe Priorität in meiner Lehre: anschaulich und nachvollziehbar wird vermittelt, wie zwei-dimensionaler Stoff mit unter-schiedlichen Methoden in drei-dimensionale Körperarchitekturen geformt werden kann.
Ziel ist es, Mode für echte Menschen mit echten Biografien zu entwickeln. Das gängig magersüchtige Laufstegideal austauschbarer Normkörper inspiriert weder uns Lehrende noch die Entwürfe unserer Stud-ierenden. Wir fokussieren einen ästhetisch freien Blick auf den menschlichen Körper und seine komplexen Lebenswelten. Meta-Themen wie Identität, Heimat, Umwelt, Mobilität, Digitalisierung und andere unmit-telbare Lebensfragen stehen hierbei im Fokus der Ausbildungsziele.

Viele erfolgreiche Praktika und spätere professionelle Tätigkeiten von Studierenden machen deutlich, dass diese individuell inhaltlich begründbare Herangehensweise mit den täglichen Herausforderungen eines Modeunternehmens oder eines Theaters vereinbar ist. Wer sich in Helsinki, in New York, in Paris, in Mai-land, Madrid oder in Sydney integrieren will, benötigt enorm geistige Flexibilität und Mut. Das lernt man nur, wenn man die Standards des „das haben wir schon immer so gemacht“ verlässt.

Events / Publiaktionen

Die Hochschullehre beinhaltet – neben den curricularen Verpflichtungen – Aktivitäten und Initiativen zur Öffentlichkeitsarbeit nach außen wie nach innen. Besonders effizient erweist sich hier die Kooperation mit Kollegen und Kolleginnen alternierender Designgebiete oder anderer Wissenschaftsschwerpunkte. Unter den so entstandenen Publikationen möchte ich an dieser Stelle auf die Reihe BREATHE – AN IDEA ABOUT FAHION verweisen. Schauen im Rahmen der BERLINER FASHION WEEK sowie Schauen und Performances im Hochschulrahmen gehören zu den gerne wiederholten Ritualen.

Besonders erwähnen möchte ich die internationalen Modetagungen:
FASHION BODY CULT aus dem Jahr 2005. Das gleichnamige deutsch/englische Buch bei Arnoldschen Art Publishers erschien 2007 (gemeinsam mit Prof. Dr. Elke Bippus).
Im Jahr 2010 folgte OUT OF ORDER – STÖRUNG ALS PRINZIP gemeinsam mit Prof. Dr. Andrea Sick. Die damit einhergehende Ausstellung und Performance im Wilhelm Wagenfeld Haus Bremen wurde gemeinsam mit dem Kopenhagener Künstlerduo Vibskov & Emenius entwickelt. 2011 erschien mein englischsprachiges Buch dazu bei Arnoldsche Art Publishers.

Forschung

Eine weitere sehr interessante Aufgabe besteht für mich in der wissenschaftlichen Beschäftigung mit Leben und Wirken des britisch-amerikanischen Couturiers Charles James (1906 bis 1978).
Unter dem Titel MY LIFE WITH CHARLES JAMES AT THE CHELSEA HOTEL brachten Homer Layne, James’ letzter Assistent, und ich einem Fachpublikum die kreative Modeszene im New York der 1970er Jahre nahe. Als besonderen Schwerpunkt demonstrierten wir live James’ hervorragende Entwurfstechnik des „Drap-ing“. Diese Veranstaltung fand 2014 im FIT (Fashion Institute of Technology) New York statt und 2015 im Kulturforum Berlin. Voraussichtlich wird 2018 die englischsprachige Publikation CHARLES JAMES – THE COUTURE SECRETS OF SHAPE erscheinen.

About Dorothea Mink

I grew up in the Black Forest on the French border and studied fashion design in Hamburg. Already during my training, I started working for reputable fashion companies. My professional highlights following my studies were my years spent at Wolfgang Joop and Jil Sander.
In 1995 in my early thirties, I was offered my position at the Hannover University of Applied Arts and Sciences in the Art and Design Department. I worked there as a Professor of Fashion Design until March 2002. I have been teaching the Integrated Design - Experimental Design with a Focus on Fashion Design degree program at the University of the Arts Bremen since April 2002. A few semesters ago, I also assumed the post of Gender Equality Officer.

Teaching / Education Concept

Clothing is one of our basic needs, next to food and drink, housing and communication. Clothing is our second skin. One of my central questions when teaching is how to turn clothing into fashion that people can identify with. For a university degree in fashion, this involves an intense study of human expression and body perception. When the focus of clothing is on function and use, the symbolism of fashion always carries a more profound human meaning. Fashion represents interpersonal communication, fashion denotes the expression of one's own identity. For the students this means it is essential to understand the fundamental notions of human communication and to transfer this insight into one's own design concepts.
Fashion has become a multi-tonal, complex phenomenon of interpersonal information exchange. It is bridging gaps between genders and generations, identifying the universal in the individual and the collective. Clothing, jewelry, hairstyles and cosmetics are just some of the primary levels of fashion design. Bodybuilding, bodyshaping, bodyforming, trivial works of art like tattoos, piercings, and brandings are meant to transport the deeper levels of the self onto the surface.
My hope is that fashion itself will remain a genre. As a way of creating a new look without suffering consequential damages. As a way for 'fashionistas' to express a new me, a new self, a new consciousness reflective of a momentary mood. In this way, important questions regarding the human form itself and man's longing for perfection can be addressed. This experimenting with body shapes and the development of ever new possibilities help overcome familiar patterns and inspire a fashionable architecture also capable of unearthing new functions. In this context, I place a high priority on the practical process of model development in my teaching: with great clarity and transparency, different methods for shaping two-dimensional material into three-dimensional body architectures are conveyed.
The goal is to create fashion for real people with real lives. The popular anorexic catwalk ideal of interchangeable body norms inspires neither us professors nor the designs of our students. We concentrate on an aesthetically unrestricted perspective of the human body and its complex environments. Meta-topics like identity, home, environment, mobility, digitalization and other immediate vital issues are the focus of our educational objectives.
The many successful internships and subsequent professional activities of our students are proof that this uniquely justifiable approach is compatible with the daily challenges faced by fashion companies and theaters. Anyone wanting to blend in in Helsinki, New York, Paris, Milan, Madrid or Sydney must have enormous intellectual flexibility and daring. This can only be learned by abandoning the “this is how we have always done it” standards.

Events / Publications

In addition to curricular obligations, academic teaching also includes activities and initiatives for external and internal public relations. Cooperation with colleagues from alternate areas of design and other academic fields is particularly effective. Among the publications that have emerged as a result of these kinds of collaborations, I would like to refer here to the series BREATHE – AN IDEA ABOUT FASHION. Shows within the framework of the BERLIN FASHION WEEK as well as shows and performances at the university are also popular recurring rituals.

I’d like to give a special mention to the fashion conferences:
FASHION BODY CULT from 2005. The German/English book that goes by the same title was published by Arnoldsche Art Publishers in 2007 (together with Prof. Dr. Elke Bippus).
In 2010, OUT OF ORDER – STÖRUNG ALS PRINZIP (DISRUPTION AS A PRINCIPLE) together with Prof. Dr. Andrea Sick followed. The accompanying exhibition and performance at the Wilhelm Wagenfeld Haus Bremen was developed in conjunction with Copenhagen artistic Duo Vibskov & Emenius. My English-language book on the subject was published in 2011 by Arnoldsche Art Publishers.

Research

One of my other highly intriguing tasks is the academic study of the life and work of British-American couturier Charles James (1906 to 1978).
Homer Layne, James' last assistant, and I brought New York's creative fashion scene in the 1970s to an expert audience in an event entitled MY LIFE WITH CHARLES JAMES AT THE CHELSEA HOTEL. One particular highlight was our live demonstration of James' exceptional design technique of “draping”. The event took place in 2014 at FIT (Fashion Institute of Technology) New York and at the Kulturforum in Berlin in 2015. The English publication CHARLES JAMES – THE COUTURE SECRETS OF SHAPE is expected to be released in 2018.