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Prof. Dr. Frieder Nake

  1. Department
    1. Kunst und Design
  2. Areas of Expertise / Occupation
    1. Allg. Wissenschaft
    1. T: +49 (0) 421 95 95 12 67
    2. F: +49 (0) 421 95 95 22 67

Zur Person

Frieder Nake ist im Winter 2005/06 an die HfK gekommen. Zuerst als Gastprofessor, dann als Lehrbeauftragter im Studiengang Digitale Medien. Seither bietet er in jedem Semester ein oder zwei Kurse oder Seminare für Bachelor- und Masterstudierende in den Studiengängen Digitale Medien und Integriertes Design an.

Frieder Nake ist Mathematiker, Informatiker und Semiotiker. Man findet über ihn, dass er zu den ersten Pionieren der algorithmischen, der generativen Kunst gerechnet wird. 1965 hat er so etwas erstmals ausgestellt. Seither oft, dann nicht mehr, heute wieder. 1971 hat er geschrieben "There should be no computer art." 1974 hat er ein Buch veröffentlicht, "Ästhetik als Informationsverarbeitung". Darin geht es um Ästhetik, um generative Ästhetik, um Algorithmen und Datenstrukturen, um die Geschichte der Computerkunst.

Auswahl aus den Ausstellungen

  • Galerie Wendelin Niedlich Stuttgart (1965)
  • studio f Ulm (1967)
  • Institute of Contemporary Arts London (1968)
  • Galerije Grada Zagreba (1968, 1969)
  • Wilhelm-Lehmbruck-Museum Duisburg (1969)
  • Kunstverein München (1970)
  • Biennale Venedig (1970)
  • Arteonica São Paulo (1971)
  • Museum Abteiberg Mönchengladbach (1973)
  • Kunsthalle Bremen (2004)
  • Bitforms Gallery New York (2004)
  • ZKM Karlsruhe (2004-08, 2005, 2008-09)
  • [DAM] Berlin (2005)
  • Museum für Konkrete Kunst Ingolstadt (2006)
  • Zentrum Paul Klee Bern (2008)
  • Künstlerhaus Wien (2010)
  • Kunstverein INTER ART, Stuttgart (2010)
  • deCordova Sculpture Park & Museum, Lincoln, MA (2011)
  • Akbank Art's Beyoglu, Istanbul (2014/15)
  • Oi Futuro Cultural Center, Rio de Janeiro (2015)
  • Whitechapel Gallery, London (2016)

Einige Publikationen

  • Graphic Languages (ed. with Azriel Rosenfeld) 1972
  • Ästhetik als Informationsverarbeitung 1974
  • Graphik in Dokumenten (ed.) 1986
  • Sichtweisen der Informatik (ed. mit anderen) 1992
  • Die erträgliche Leichtigkeit der Zeichen. Ästhetik, Semiotik, Informatik 1993
  • ca. 250 Aufsätze in Zeitschriften

Er hat noch vieles mehr veröffentlicht. Bald soll es ein Buch geben "Computers and signs. Prolegomena to a semiotic foundation of computing", gemeinsam mit Peter Bøgh Andersen.

Hinweise auf die Lehre

Seine Seminare und Kurse drehen sich um Praxis und Theorie der Digitalen Medien allgemein, um generative Kunst speziell. Alles, was auf den Computer gebracht oder mit ihm gemacht wird, verfällt einer merkwürdigen Verdoppelung. Dinge und Prozesse existieren dann als Oberfläche und Unterfläche (surface & subface). Die Oberfläche nehmen wir wahr, die Unterfläche wird berechnet. Gestaltung digitaler Medien schafft Unterflächen mit dem Ziel überzeugender, überraschender, aufregender Oberflächen. Was FN tut, bewegt sich ständig zwischen Algorithmik und Ästhetik.

Hier sind ein paar Sprüche.

Informatik hat es mit der Maschinisierung von Kopfarbeit zu tun. Die Digitalen Medien entstehen Anfang der 1960er Jahre mit der interaktiven Computergrafik. Der Computer ist die semiotische Maschine. Der Mensch das semiotische Tier. Digitale Bilder sind algorithmische Zeichen. Sie sind sichtbar (für den Menschen) und be- rechenbar (für die Maschine). Digitale Bilder haben eine Oberfläche und eine Unterfläche. Mit der Spanne haben es die digitalen Medien zu tun. Die digitalen Medien verlangen Algorithmik und Ästhetik, beides.

Er hält sich für einen, der hart arbeitet. Denn das macht Spaß. Er denkt, das sollte allen so gehen. Er würde gern die Pädagogik der Zeit durch eine Pädagogik des Raumes ersetzen. Gerade heute, gerade wegen der Medien. Da müsste es Räume geben, zu denen alle gern kommen. Prima eingerichtet, Bücher, Bilder, Anlagen, Kaffee, flexibel. Aufgaben löst man dort. Am Abend gibt es einen Vortrag zu dem, was heute erarbeitet werden sollte. Prüfungen gibt es nicht. Aber Kritik.

Er glaubt eigentlich kaum etwas. Außer, dass wir die Welt nicht erkennen können. Niemals. Wir schaffen nur Zeichen, die wir der Welt überstülpen. Wahrheit gibt es demnach auch nicht. Aber das ist schon ziemlich altmodisch.