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HfK-Opernprojekt 2012

Benjamin Britten - The Rape of Lucretia vom 14. Juni (Premiere) bis 22. Juni 2012 im BLG Forum Bremen

Es ist inzwischen gute Tradition an der Hochschule für Künste Bremen: Einmal im Jahr tun sich junge Sänger, Instrumentalisten, Künstler, Gestalter und Mode-Designer zusammen, um mit vereinten Kräften und mit Unterstützung ihrer Professoren ein großes Opernwerk auf die Bühne zu bringen. Durch ihren unverwechselbaren Charme wie durch die Qualität von Inszenierung und Interpretation haben die Opernprojekte der HfK längst viele Musik- und Theaterfreunde gewonnen.

Nach den großen Erfolgen mit Claudio Monteverdis „L’Orfeo“ und Mozarts „La Betulia Liberata“ in den letzten Jahren steht 2012 ein Werk aus der jüngeren Musikgeschichte auf dem Programm: Benjamin Brittens Oper „The Rape of Lucretia“. Auch diesmal haben sich Studierende und Lehrende mit dem BLG-Forum in der Überseestadt einen außergewöhnlichen Ort für ihr Opernprojekt ausgesucht. Die musikalische Leitung hat Kenneth Duryea, Regie führt HfK-Professor Gregor Horres.

Vor jeder Aufführung beginnt der Einführungsvortrag mit Juliane Luster um 18.30 Uhr

Termine

14. Juni 2012, 19:30, BLG Forum Bremen, Überseestadt (Premiere)
16. Juni 2012, 19:30, BLG Forum Bremen, Überseestadt
18. Juni 2012, 19:30, BLG Forum Bremen, Überseestadt
20. Juni 2012, 19:30, BLG Forum Bremen, Überseestadt
22. Juni 2012, 19:30, BLG Forum Bremen, Überseestadt

Tickets

Vorverkauf:
www.nordwest-ticket.de
Telefon: 0421 363636

Eintritt: 20 € / 10 €
Studierende der HfK Bremen: 5 €

Macht, Sexualität, Unterwerfung, Demütigung, Scham, Verzweiflung, Widerstand - die Themen von Benjamin Brittens Oper „The Rape of Lucretia“ (Die Schändung der Lucretia) sind heute so aktuell und existentiell wie im antiken Imperium Romanum gut 500 Jahre vor Christus. Die „große Hure Rom“ und die treue, keusche Lucretia – beide zählen zu den großen kulturellen Motiven abendländischer Moral-, Kultur- und Kunstgeschichte: Rom unter dem Tyrannen Tarquinius Superbus als Symbol des Hochmuts, des Sittenverfalls und des Machtmissbrauchs, Lucretia als Sinnbild von Standhaftigkeit und Reinheit, die ihre Tugend am Ende mit dem Tode bezahlt.

Der christliche geprägte Komponist und bekennende Kriegsgegner Benjamin Britten (1913 bis1976) nähert sich diesem Stoff in seiner ersten Kammeroper 1946 vor dem Hintergrund des 2. Weltkriegs, des millionenfachen Sterbens und Mordens, von Unterdrückung und Verfolgung. Britten leidet und zweifelt zutiefst an der der Aushöhlung aller Ideale und Vorstellungen von Sinn, Ethik, Mitmenschlichkeit und Kunst. Alle menschlichen Werte und Prinzipien menschlichen Zusammenlebens stehen neu und radikal auf den Prüfstand.

Zwei Sänger – genannt „Male Chorus“ und „Female Chorus“ – kommentieren die Handlungsabläufe der antiken Vorlage. Bei der Instrumentierung beschränkt Britten sich auf dreizehn Musiker, für die er eine eindrückliche und subtile Musiksprache findet. Mit der klaren Trennung von Arioso-Partien und Rezitativen schlägt Britten musikalische Brücken zur frühen Barockoper. Ähnlich wie bei seinem vielleicht bekanntesten Werk „The Young Person's Guide to the Orchestra“, die er als Variationen auf eine Fuge seines großen Landsmanns Henry Purcell komponiert, ist auch die Schluss-Passacaglia in „The Rape of Lucretia“ eine musikalische Reverenz an Henry Purcell.

Flyer zum Opernprojekt 2012

Plakat zum Opernprojekt 2012

Zum Inhalt der Oper:

1.Akt
Rom steht unter der Herrschaft des etruskischen Königs und Despoten Tarquinius Superbus. Das römische Heer befindet sich im Feldzug gegen die Griechen. Im Heerlager räsonieren die Generäle - darunter Tarquinius, Sohn des Königs Tarquinius Superbus, Collatinus, Ehemann der Lucretia, und Junius – bei einem Zechgelage über die Tugendhaftigkeit der Frauen im Allgemeinen und die mutmaßliche Treue ihrer eigenen im Besonderen. Alle haben begründete Zweifel an der Treue ihrer Gattinnen. Nur Collatinus ist sich sicher: Seine Lucretia würde ihn nie betrügen! Angestachelt von Justinus bricht der „Frauenheld“ Tarquinius auf nach Rom, um die keusche Lucretia zu erobern und sich und allen anderen seine Verführungskünste zu beweisen. Unter einem Vorwand verschafft er sich Zutritt in Lucretias Haus und erhält Obdach und Nachtquartier.

2. Akt
Tarquinius lässt gegenüber Lucretia all seine Verführungskünste spielen. Vergebens. In der Nacht schleicht er sich in ihr Zimmer und weckt die schlafende Lucretia mit einem Kuss. Als sie sich wehrt, zieht er sein Schwert und vergewaltigt sie.
Am kommenden Morgen lässt Lucretia nach ihrem Mann Collatinus schicken, der – beunruhigt durch das Verschwinden von Tarquinius aus dem Heerlager - bereits auf dem Weg zu seiner Frau nach Rom ist. Als er zuhause eintritt, berichtet ihm Lucretia von der Vergewaltigung in der vergangenen Nacht. Aber obwohl Collatinus ihr glaubt und keine Schuld an ihr entdecken kann, ersticht sich Lucretia selbst. Für das römische Volk wird der Selbstmord Lucretias zum endgültigen Signal für den Aufstand gegen die etruskischen Tyrannen.
Leitung

Musikalische Leitung: Kenneth Duryea
Assistenz Musikalische Leitung: Marco Thomas
Einstudierung Sänger: Stephan Tetzlaff
Regie: Gregor Horres
Bühne: Franka Hörnschemeyer
Kostüm: Jennifer Thiel
Produktionsleitung: Sarah Thomas
Technische Leitung: Michael Hinrichs
Betreuung Bühne: Heike Neugebauer

Besetzung

ErzählerInnen: Jan Hübner, Tomonobu Kurokawa, Luise Eckardt, Yu Hong
Collatinus, ein römischer General: Miroslav Stricevic
Junius, ein römischer General: Grzegorz Rozkwitalski
Prinz Tarquinius: Andreas Heinemeyer, Huiyeol Kim
Lucretia, Collatinus' Frau: Tomomi Ikkaku
Bianca, Lucretias Amme: Lissa Meybohm
Lucia, Lucretias Zimmermädchen: Kamila Dunajska, Nina Rademacher, Marina Szudra

Orchester

Flöte: Yoon Kyoung Lee
Oboe: Ayaka Kunieda
Klarinette: Parisa Saeednezhad
Fagott: Feyzi Cokgez
Horn: Isaac Shaw
Schlagzeug: Phillip Stirenberg
Harfe: Maja Dvoracek
Violine: Ernesto Martinez, NN
Viola: Eun-Hye Lee
Violoncello: Peter Krause
Kontrabass: Daniel Tolsdorf