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Auszeichnung für Bremer Künstlerin Katharina Berndt

Mitglied des Gründungslabors der HfK erhielt für ihre märchenhafte Lichtinstallation „Dornröschen“ den mit 5000 Euro dotierten Publikumspreis der „Blauen Nacht“ in Nürnberg

Die Bremer Künstlerin Katharina Berndt (29) ist für ihre Lichtprojektion „Dornröschen“ mit dem Publikumspreis der „Blauen Nacht“ in Nürnberg ausgezeichnet worden. Über 140.000 Besucherinnen und Besucher erlebten am 28. Mai 2011 die zauberhafte und poetische Projektion der jungen Künstlerin und Kommunikationsdesignerin, die derzeit im Gründungslabor der Hochschule für Künste Bremen arbeitet. Die Preisträgerin der erstmals verliehenen Auszeichnung darf sich über ein Preisgeld von 5000 Euro freuen.

Mit ihrer Projektion „Dornröschen – poetische Märchenadaption ohne Worte“ verwandelte Katharina Berndt die Ruine des Katharinenklosters in Nürnberg für eine Nacht in ein Märchenschloss. In ihrem zwölfminütigen, animierten Zeichentrickfilm zeigte sie das vermeintlich bekannte Märchen aus einem ungewöhnlichen Blickwinkel. Dazu verlegte sie die Erzählung in das Reich der Insekten: Die Metamorphose des Schmetterlings vom Ei zur Raupe, die sich - mit samt ihrem Hofstaat - einspinnt und in tiefen Schaf verfällt und als Libelle schlüpft, ist nur eine der vielen versteckten Anspielungen auf die psychologische Tiefgründigkeit und versteckten Metaphern des Märchens, dass Katharina Berndt auf poetische Weise zeichnerisch offenlegte.

Mit fünf Beamern projizierte Katharina Berndt ihre Märcheninterpretation an drei umliegende Wände der Klosterruine, sodass der Besucher mitten in der Handlung stand. Mit Unterstützung des spieluhrenartigen Klangteppichs entstand so ein raumgreifendes Kunstwerk, in dem die Besucher der „Blauen Nacht“ eintauchen und versinken konnten. Die Inszenierung begeisterte die Besucher, sodass die Künstlerin nun am 9. Juni 2011 Publikumspreis zugesprochen bekam.

Katharina Berndt, die an der Muthesius-Kunsthochschule in Kiel Kommunikationsdesign mit dem Schwerpunkt Illustration studierte, arbeitet zurzeit als Freiberuflerin im Gründungslabor der Hochschule für Künste Bremen. 2010 gründete sie gemeinsam mit Andreas Wiegand und Daniel Kalinke die „Luminauten“. Gemeinsam schaffen sie im Spannungsfeld zwischen Lichtkunst und Kommunikationsdesign analoge und digitale Interventionen, die öffentliche Räume in Bühnen, Freiflächen in Spielplätze und Grünanlagen in Denkgärten verwandeln.

Zuletzt „malte“ Katharina Berndt bei „Lichtströme" im Rahmen der diesjährigen Bundesgartenschau in Koblenz eine beeindruckende Kulisse aus Fabelwesen in einer Welt aus „Nachtblumen“ an die Mauern der Festung Ehrenbreitstein. Aktuell ist in Lüdenscheid an der Fassade des alten Kinos in der Altstadt ein leuchtendes Mobile aus Wasserwesen ansehen. Die Dauerprojektion mit dem Titel „Des Fischers fette Beute“ wird noch bis 2013 gezeigt. Sie ist für das Lichtfest „LichtRouten“ 2010 entstanden und wurde als einziges der gezeigten Werke dazu bestimmt, im Rahmen des „Lichtquartiers“ Lüdenscheid als "Stadt des Lichts" bis zu den nächsten "LichtRouten" 2013 lebendig zu halten.