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Poetry-Clips in Leipzig

Poetry-Clips in Leipzig

Vier erste Preise für Bremer Hoch­schulen

Gleich die ersten vier von fünf Preisen sowie einen Grup­pen­preis konnten Bremer Filme­ma­che­rinnen und Filme­ma­cher des Studi­en­gangs Digi­tale Medien der Hoch­schule für Künste Bremen und der Uni Bremen jüngst beim Leip­ziger Gedicht­film-Wett­be­werb abräumen.

Leipzig ist nicht nur die Stadt des Buches, sondern auch die Stadt der zeit­ge­nös­si­schen Lyrik:
„Schwarze Ängste – Poetry Clips gegen den Krieg“, so der Titel des 2. Gedicht­film-Wett­be­werbs der Gesell­schaft für zeit­ge­nös­si­sche Lyrik e.V.

Die Gesell­schaft hatte 59 Texte vorge­geben und 32 Filme­ma­cher_innen und Video­künst­ler_innen aus Deutsch­land, Öster­reich, Italien und der Schweiz betei­ligten sich mit enga­gierten Beiträgen.

1.​Preis
Inge Rüten-Budde u. Nadine Warrel­mann, Bremen, für „Feind­bild“ von Wolf Peter Schnetz

Kurzfilm "Feindbild"

2.​Preis
Philipp Theis, Bremen, für „Luft­auf­klä­rung“ von Michael Augustin

Kurzfilm "Luftaufklärung"

3.​Preis
Julian Spillner, Berlin, u. Johanna Wittig, Bremen, für “Inne­halten” von Karin Eberling

Kurzfilm "Innehalten"

4.​Preis
Laura Wehhofer, Bremen, für „Gomorrha“ von Hans Diet­rich Bruhn

Grup­pen­preis „Leipzig-Visite“
Studi­en­gang Digi­tale Medien Hoch­schule für Künste / Uni Bremen

Die Betreuung lag bei Joachim Hofmann, Hoch­schule für Künste Bremen.

Einstimmig vergab die Jury den 1. Preis für den Film „Feind­bild“ von Inge Rüten-Budde und Nadine Warrel­mann und bewer­tete diese Einsen­dung als sehr über­zeu­gende Text-Klang-Bild- Collage, die keine Text­illus­tra­tion darstellt, sondern mit ihren inno­va­tiven audio­vi­su­ellen Gestal­tungs­mit­teln eine eigen­stän­dige Inter­pre­ta­tion bietet. Ein bril­lant umge­setzter Gedicht­film, der durch einen über­ra­schend mutigen und Subjekt-fernen Inter­pre­ta­ti­ons­an­satz faszi­niert. Ein Meis­ter­bei­spiel an Bild­rhythmus, -stim­mung und Tempo!

Beim Gewinner des 2. Preises, Philipp Theiss für seinen Clip „Luft­auf­klä­rung“ lobte die Jury die gelun­gene und zur Gedicht­vor­lage passende 3D-Anima­tion. Gerade durch die Menschen- losig­keit sowie inter­es­santen Farb- und Schat­ten­spiele über­zeugt dieser Gedicht­film. Ein Anima­ti­ons­film, der mit seiner Previ­sua­li­sie­rungs­äs­thetik holly­wood­scher Action­filme eine krasse bild­ne­ri­sche Gegen­über­stel­lung zur dich­te­ri­schen Vorlage wagt.

Die Vergabe des 3. Preises an Julian Spillner und Johanna Wittig für ihren Gedicht­film „inne­halten“ begrün­dete die Jury mit der vorzüg­li­chen Montage sowie mit der Inti­mität und Verdich­tung des Films, der den poeti­schen Inhalt nicht vom Wort trennt, aber auch nicht blank illus­triert; ein behutsam photo­gra­phiertes Gedan­ken­spiel als Inter­pre­ta­ti­ons­vor­schlag für einen mensch­li­chen Horror-Moment. Ein gekonntes Wech­sel­spiel zwischen visu­ellen, narra­tiven und audi­tiven Stil­ele­menten. Gelungen ist der Einsatz der Musik, ihr Aussetzen bis hin zur Wand­lung als reines Stadtgeräusch.

Bei dem mit dem 4. Preis ausge­zeich­neten Film „Gomorrha“ von Laura Wehhofer hob die Jury vor allem die dezente, aber nicht plaka­tive Weise der Umset­zung hervor, die Bild­aus­schnitte aus Aqua­rellen mit ihren spezi­fi­schen Unschärfen genutzt hat. Der Film über­zeugt durch expres­sive Bilder, Text, Ton und Musik. Der Kontrast zwischen den Bildern und dem expres­siven Text bewirkt eine sofor­tige Empa­thie des Publikums.

Im Früh­jahr 2015 veröf­fent­licht die Lyrik­ge­sell­schaft eine DVD mit allen 32 Wett­be­werbs- beiträgen, die in einer limi­tierten Auflage erscheint. Nähere Infor­ma­tionen dazu auf Anfrage.
Ralph Grüne­berger Vorsit­zender der GZL u. Initiator des Gedichtfilm-Wettbewerbs

Die Jury: Dr. Uta Corsa, Geschäfts­füh­rerin der Säch­si­schen Ausbil­dungs- u. Erpro­bungs­ka­näle (SAEK) Carl-Chris­tian Elze, Autor (Lyrik, Prosa, Dreh­buch) Philipp J. Neumann, Regis­seur, Autor u. Bühnen­bildner Jan R. Schuster, Produ­zent, Saxonia Media Film­pro­duk­ti­ons­ge­sell­schaft mbH Thomas Zande­gi­a­como Del Bel, Programm­di­rektor des ZEBRA Poetry Film Festi­vals Berlin