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Studentische Arbeit in der Kunsthalle Bremen

Verfilmte Tinder-Chats

Studentische Videoarbeit fragt nach der Liebe im digitalen Zeitalter / Ausstellung „What is Love? Von Amor bis Tinder“ in der Kunsthalle Bremen

Zwei Personen sitzen sich gegenüber – ein Mann und eine Frau. Er sagt „Hallo.“ Danach ist Stille. Niemand rührt sich. Erst einen langen Augenblick später antwortet sie: „Hallo.“ Was als Szene im Kurzfilm „<3“ befremdlich wirkt, ist ein normaler Chat-Dialog, geführt in der App „Tinder“. Das Video von drei Studierenden der HfK Bremen ist eine der Arbeiten, die im Rahmen der Ausstellung „What is Love? Von Amor bis Tinder“ in der Kunsthalle Bremen zu sehen sein wird.Entstanden ist das Video im Masterstudio System und Interaktion.

What is Love? Von Amor bis Tinder
7. Juli – 21. Oktober 2018
Pressekonferenz: Donnerstag, 5. Juli 2018, 11 Uhr
Kunsthalle Bremen, Am Wall 207, Bremen

Die drei HfK-Studierenden Katharina Dacrés, Lena Heins und Jakob Weth bringen mit ihrem Kurzfilm den Unterschied zwischen Online-Dating und persönlichen Gesprächen auf den Punkt: Wie ist es, jemanden im Chat ohne Mimik, Gestik und Stimme kennenzulernen? Wie ändert sich die Dynamik des Gesprächs, wenn die Personen stark verzögert antworten?

Kuratorin Jasmin Mickein ist bei den HfK-Hochschultagen im Februar 2018 auf „<3“ aufmerksam geworden und wollte sie in der Ausstellung dabei haben: „Obwohl die Arbeit sehr statisch inszeniert ist, hat sie mich sofort in ihren Bann gezogen. Und zwar genauso, wie einen Instant-Messaging-Dienste wie SMS oder WhatsApp in ihren Bann ziehen und man plötzlich in einer endlosen Kommunikationsschleife hängt“, sagt Jasmin Mickein von der Kunsthalle Bremen.

Erstmals im Museum: Dating in der digitalen Welt

„What is Love? Von Amor bis Tinder“ versammelt Werke aus verschiedenen Epochen zu den Themen Liebe, Partnerschaft, Erotik, Schönheit und Narzissmus: Sie zeigen unter anderem glückliche Paare, erotische Szenen und ideale Frauen. Präsentiert werden Gemälde, Skulpturen und Fotografien, beispielsweise von Anselm Feuerbach, Aristide Maillol, Pablo Picasso, Theodor Rehbenitz und Tom Wood. Viele der ausgestellten Werke aus der Bremer Sammlung waren seit Jahrzehnten nicht mehr zu sehen.

Ergänzende Leihgaben befassen sich mit Online-Dating. Von zeitgenössischen Künstlern wird vor allem die international genutzte App Tinder immer wieder aufgegriffen. Sie gehört in Deutschland zu den am häufigsten heruntergeladenen und gleichzeitig am meisten diskutierten Apps ihrer Art. Es ist die erste museale Kunstausstellung, die das Thema Dating in Zeiten der Digitalisierung aufgreift.

Medienberichte über die Ausstellung

Die Ausstellung „What is Love“ und auch speziell die Videoarbeit „<3“ wurden in zahlreichen Medienberichten aufgegriffen, hier eine Auswahl:

Filmstill (c) Dacres-Heins-Weth_web.jpg

Portrait Künstlertrio v.l.n.r.: Jakob Weth, Lena Heins, Katharina Dacrés (Foto © Jakob Weth)
Videostill der Arbeit „<3“ © Katharina Dacrés, Lena Heins, Jakob Weth