Diplomausstellung 2018

28.6.2018 - 18:00Uhr / Absolventinnen und Absolventen des Studiengangs Freie Kunst präsentieren ihre Abschlussarbeiten 
/ Vier Ausstellungen ab 29. Juni 2018

Die Studierenden der Freien Kunst organisieren als Teil ihres Diplomabschlusses traditionell eine eigene Ausstellung in der Galerie der Hochschule für Künste Bremen. In diesem Semester absolvieren vierzehn junge Künstlerinnen und Künstler ihre Diplomprüfungen und teilen sich dabei auf drei Gruppentermine im Juni und Juli sowie einen Einzeltermin im September auf.

Diplom – und weiter!

Mit dem Ausstellungstitel „Weiter“ verleihen die Studierenden ihrem Blick nach vorne Ausdruck. Sie verstehen ihr Diplom nicht vorrangig als das Ende ihres Studiums, sondern als einen wichtigen Schritt des künstlerischen Schaffens, auf den bald viele weitere folgen sollen.
Die Galerie der HfK Bremen erscheint an drei Wochenenden in Folge jeweils in einem neuen Gewand, abgestimmt auf die gezeigten Abschlussarbeiten. Die decken eine große Bandbreite an Themen und Formaten ab, von Malerei über Installationen bis zu Filmarbeiten. Der vierte Termin findet als Videoinstallation mit Livemusik im September in der Schwankhalle statt.

Diplomausstellung I

Luisa Eugeni, Sara Förster, Rima Radhakrishnan und Jiangxiang
Xiong

front image china film (c) Luisa Eugeni.png

Luisa Eugeni: „I will never forget“ (Digital Video, gedreht in China, 20 min)

Die chinesische Mentalität ist flüssigen Konzepten eher aufgeschlossen als die westlichen Denkweisen. Die westliche Kultur bedient sich eher starrer Konzepte mit statischen Definitionen, klaren Besitzverhältnissen und Vorstellungen von geistigem Eigentum. In der orientalischen Kultur hingegen spielen statische Konstrukte eigentlich keine große Rolle, man befindet sich immer zwischen einer Veränderung und einer anderen, in Grenzen die flüssig bleiben.

In diesem Rahmen beobachte ich auch, wie in der Erzählung auch eine Form von flüssigen Gemeinschaften entsteht. In diesen „narrativen Gemeinschaften“ teilen die Beteiligten etwas miteinander. In dem Falle, dass etwas Gemeinsames erinnert wird, werden bestimmte Beziehungen vertieft. In unseren Erinnerungen sind wir nie alleine, andere sind Co-Protagonisten der Szenerie, Zuhörer oder Zuschauer.

Es ist interessant, zu erfahren, dass das Wort Gemeinschaft, lateinisch „communitas“, von „munus“ kommt. Es bedeutet: Gabe oder gegenseitige Verpflichtung. Nach seiner ursprünglichen Bedeutung ist die Gemeinschaft also eine Ansammlung von Menschen, die einverstanden sind, sich durch gegenseitige Gaben fester verbunden zu fühlen. Die Gabe ist zwar kostenlos, verpflichtet aber den Empfänger, an einem gegenseitigen „zyklischen Gaben-System“ teilzuhaben. Mit jemandem eine Erfahrung zu teilen ist dann so gesehen eine Gabe an den Anderen und ein Akt der Verbundenheit und Verpflichtung.

Alltägliche Erzählungen sind so wichtig, weil wir durch persönliche Geschichten versuchen, Ereignisse zu begreifen und sie in eine größere Geschichte zu überführen; den Makrokosmos mit dem Mikrokosmos, in dem wir leben, zu verbinden. So gesehen formen die Erzählungen das Bild einer gemeinsamen öffentlichen Wahrnehmung der Existenz. Für uns existiert nur, was wir wahrnehmen, und deswegen macht es einen großen Unterschied, etwas zu erzählen oder nicht zu erzählen.

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Termine
Eröffnung

HfK Bremen, Dechanatstraße 13-15, Galerie und Mensa Academica

28. Juni 2018, 18:00

Diplomausstellung I

HfK Bremen, Dechanatstraße 13-15, Galerie und Mensa Academica

29. Juni 2018, 11:00