Top of page

“Märchenhaftes Fabulieren“

HfK-Meisterschülerin Eun Jung Kim erhält Imke Folkerts Preis / Auch Förderpreis geht an HfK-Absolventen Eduard Kaspar

auszeichnung_maerchenhaftesFabulieren.jpeg

Eun Jung Kim, Absolventin der Hochschule für Künste und Meisterschülerin von HfK-Professor Peter Schäfer, ist mit dem Imke Folkerts Preis 2009 ausgezeichnet worden. Der Imke Folkerts Preis für bildende Kunst in Ostfriesland wird alle zwei Jahre verliehen. Eun Jung Kim teilt sich den Preis und damit auch das Preisgeld von 4000 Euro mit dem 1972 geborenen Kieler Künstler René Schoemakers.

Über die von Eun Jung Kim eingereichte Arbeit „Schwebe im Selbst (1-3)“ schrieb die Jury: „Eun Jung Kim gelingt eine empfindsam erzählerische Bilderfolge zwischen märchenhaftem Fabulieren und überpersönlichen Erlebnisfeldern. Was ihre Werke zudem auszeichnet, ist die ausdrucksvolle Kombination der verschiedenen Techniken des Tiefdrucks (in der Ätz-Radierung, Kaltnadel, Aquatinta, Schabkunst und dem Weichgrund). Trotz des Einsatzes all dieser unterschiedlichen Techniken kommt sie zu einer sehr sparsamen und pointierten gestalterischen Lösung mit hohem Ausdruckswert.“

Eun Jung Kim wurde 1976 in Südkorea geboren. Nach einem Studium an der Sang-Myung Universität für Künste in Seoul setzte sie ihre künstlerische Ausbildung von 2002 bis 2008 an der HfK Bremen fort. Im Anschluss an ihr Examen an der HfK absolvierte sie noch ein Jahr als Meisterschülerin bei Professor Peter Schäfer. Arbeiten von Eun Jung Kim sind derzeit im Rahmen der Meisterschülerausstellung „sed roq’ der Hochschule für Künste in der städtischen Galerie Bremen zu sehen.

Neben dem geteilten Hauptpreis verlieh die Jury auch einen mit 1000 Euro dotierten Nachwuchspreis. Auch er ging mit Eduard Kaspar an einen Bremer Künstler und Absolventen der HfK. Für seine kleinformatige Arbeit "o.T. (Geldschein)" benutzte er einen Geldschein als Träger für altmeisterlich gemalte Miniatur-Porträts seiner Bekannten und Freunde. „Kaspar“, so die Jury, „privatisiert damit einen Wertträger, der in der heutigen Welt zum wichtigsten Identifikationsmittel geworden ist. Mit dem höchst sensibel und differenziert gemalten Bildnis auf der Rückseite eines 50-Euro-Scheines gelingt ein Zeitbild, das die aktuelle Finanzkrise spiegelt und zugleich eine Verknüpfung zwischen dem Individuum und dem global dominanten Faktor Geld herstellt. Damit regt der Künstler ideen- und beziehungsreich zum Nachdenken über unser gesellschaftliches Wertesystem an. Mit dem Preisgeld von 1.000 Euro erfährt der eingesetzte Geldschein eine Rendite von 2000% und erreicht damit einen spekulativen Wert, von dem die Geldbranche derzeit nur träumen kann!“