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18. Jahreskongress der Gesellschaft für Musiktheorie (GMTH)

Musiktheoretiker tagen in Bremen

Hochschule für Künste Bremen ist Gastgeberin des Jahreskongresses der Gesellschaft für Musiktheorie

Der Kontrapunkt gehört zu den ältesten Prinzipien der Kompositionslehre, weckte in den letzten Jahren jedoch erneut großes Interesse in der Musikfachwelt. Dieser neu erwachten Aufmerksamkeit trägt der Jahreskongress der Gesellschaft für Musiktheorie (GMTH) mit seinem diesjährigen Thema „Kontrapunkt – ewiggestrig oder unerlässlich?“ Rechnung. Vom 5. bis 7. Oktober 2018 findet er an der Hochschule für Künste Bremen statt.

Kontrapunkt ‒ ewiggestrig oder unerlässlich?
Kontinuitäten und Wandlungen einer kompositorischen Disziplin
18. Jahreskongress der Gesellschaft für Musiktheorie

5. bis 7. Oktober 2018 (Fr-So)
Hochschule für Künste Bremen
Dechanatstr. 13–15, 28195 Bremen

„Die Lehre vom Kontrapunkt ermöglichte seit dem 13. Jahrhundert, erstmals genau zu definieren und zu vermitteln, wie Musik mehrstimmig gespielt und gesungen werden kann, so dass sie vorwiegend konsonant ist – also die verschiedenen Stimmen angenehm zusammen klingen“, erklärt HfK-Professor Florian Edler, der den Jahreskongress organisiert.

Auch wenn der Kontrapunkt als Konzept bereits Jahrhunderte alt ist, sei er in der heutigen Musik nicht wegzudenken und biete zahlreiche spannende Ansätze für die Musiktheorie, so Florian Edler weiter: „Mit dem Kontrapunkt als Lehre von der organisierten Mehrstimmigkeit wird auch eine wichtige Grundlage für musikalische Improvisation geschaffen. Und improvisiert haben Musikerinnen und Musiker damals wie heute, das macht den Kontrapunkt nach wie vor so interessant für Komponisten, Interpreten und Musiktheoretiker gleichermaßen. Man findet ihn beispielsweise sowohl im Generalbass des Barock wie ‒ das ist bisher wenig bekannt, wird aber beim Kongress thematisiert ‒ auch im Jazz.“

Alles Kanon?

Das Vortragsprogramm wird ergänzt durch ein öffentliches Konzert am 6. Oktober in der Unser Lieben Frauen Kirche Bremen. Es präsentiert Werke der „Musica nova“ des 16. und 20. Jahrhunderts: Das Ensemble Weser-Renaissance Bremen interpretiert Vokalwerke der Renaissance – in Gegenüberstellung mit Instrumentalstücken der Neuen Musik: Als wohl bedeutendster Interpret zeitgenössischer Flötenmusik ist Roberto Fabbriciani bei zwei Stücken an der Kontrabassflöte zu erleben, unter anderem mit einem selten zu hörenden Werk des wegweisenden Avantgarde-Komponisten Luigi Nono für Kontrabassflöte, Kontrabassklarinette und Live-Elektronik.

Alles Kanon?
Verschlungene Wege in der „musica nova“ des 16. und 20. Jahrhunderts
öffentliches Konzert zum GMTH-Kongress 2018
Sonnabend, 6. Oktober 2018, 20 Uhr
Unser Lieben Frauen Kirche Bremen
Eintritt: 25 € (10 € ermäßigt)

Der Jahreskongress der Gesellschaft für Musiktheorie steht 2018 unter dem Titel „Kontrapunkt ‒ ewiggestrig oder unerlässlich? Kontinuitäten und Wandlungen einer kompositorischen Disziplin“. Die Tagung wird organisiert von den Professoren der Hochschule für Künste Bremen Dr. Florian Edler und Andreas Gürsching. Vom 5. bis 7. Oktober finden in den Räumen der HfK Bremen mehr als 60 Fachvorträge und Workshops für die rund 150 teilnehmenden Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler statt. Die Teilnahme am Kongress ist mit Anmeldung (online oder vor Ort) möglich, das Kongresskonzert ist öffentlich.

Das Konzert „Alles Kanon?“ findet statt mit der freundlichen Unterstützung durch die Waldemar Koch-Stiftung, die Reidemeister & Ulrichs Stiftung und die Stiftung Laudate, Cantate in Unser Lieben Frauen.
Weitere Informationen zum Kongress sind auf der Webseite der GMTH zu finden.

Foto © Silvia Lelli
5. September 2018