Das Dynamische Archiv

Das Dynamische Archiv

Konferenz / 28. bis 30.05.2018

Kollaboratives Arbeiten, Teilen, Kopieren und Weiterverwenden von Modulen sind Praktiken, die seit ein paar Jahren zirkulierende Arbeitsprozesse in künstlerischen, gestalterischen und wissenschaftlichen Feldern beschreiben können, angelehnt an Strategien eines „Open Source“ in der Softwareentwicklung. Hierdurch werden Fragen nach Anliegen und Motivation aber auch nach Autor- und Urheberschaft, Patentieren sowie nach dem vertraglichen Geheimhalten von Know How und Prozessen gestellt.
Das „Dynamische Archiv“ will diese Fragen diskutieren: Insbesondere für den Theater- und Performance-, den Medienkunst-, Gestaltungsbereich, und auch für die Softwareentwicklung soll dies reflektiert und erprobt werden.

In dem „Dynamischen Archiv“ stellen Künstler_innen und Gestalter_innen ihre Arbeitsweisen und Arbeitsprozesse zur Verfügung. Wie weit das reichen kann wird erprobt und diskutiert.
Der erste Schritt des „Dynamischen Archivs“ ist eine Konferenz, die gemeinsam mit den Kooperationspartnern und interessierten Teilnehmer_innen an Hand von unterschiedlichen Beiträgen das Themenfeld auslotet. Anliegen dieser Zusammenkunft ist es, zu diskutieren, was ein „Dynamisches Archiv“(1), welches kollaboratives Arbeiten fördert, künstlerische Arbeitsdokumentationen (Komponenten wie Notationen, Software, technische Beschreibungen, Schnittbögen, Partituren, Tools, Regeln, Texte) sammelt und zugleich für andere zur Benutzung sowie Weiterentwicklung zur Verfügung stellt, leisten kann. Wie könnte diese sich stetig verändernde Sammlung im Internet und im physischen Raum aussehen?

Archivkonzepte, kollaborative Künstler_innengruppen, web-basierte Versionierungssyteme im Gestaltungs- und Kunstbereich, physische Materialarchive und andere Austauschformate werden auf der Konferenz in Vorträgen, Performances und Gesprächsrunden vorgestellt und diskutiert. Wie kann solch ein Prozess des „dynamischen Archivierens“ aktiviert und in Bewegung gehalten werden? Welche Rolle spielen dabei Kunsthochschule, Theater und Ausstellungshaus? Wie werden hier Transfers ermöglicht, die eine Zusammenarbeit über Institutionen und vertraute Zusammenhänge hinweg initiieren?

Welche Gefahren bestehen aber auch innerhalb eines solchen Prozesses, z.B. durch die Antizipation kommerzieller Strukturen, die sich jenseits von Copyright und Lizenzen und Patentstreitigkeiten entfalten und gerne nur Wachstum und Gewinn im Fokus haben. Das „Dynamische Archiv“ möchte keinesfalls diese Strukturen wiederholen und verstärken. Vielmehr soll hier eine kritische Positionierung ermöglicht werden.

Die Konferenz möchte einen offenen Austausch initiieren und das „Dynamische Archiv“ als Experimentierfeld eröffnen in dem Potentiale ausgelotet und Experimente im Performance- und Medienkunst- und Gestaltungsbereich initiiert werden.

Das "Dynamische Archiv" wird organisiert und initiiert von Andrea Sick (Professorin für Medien- und Kulturtheorie, HfK) und Dennis Paul (Professor für Interaktion und Raum, HfK)

Veranstaltet von der Hochschule für Künste Bremen

in Kooperation mit:
Schwankhalle Bremen (Künstlerische Leitung: Dr. Pirkko Husmann),
Edith Russ Haus für Medienkunst Oldenburg (Künstlerische Leitung: Edit Molnar und Marcel Schwerin),
Deutsches Schiffahrtsmuseum, Bremerhaven (Prof. Dr. Sunhild Kleingärtner (geschäftsführende Direktorin), Prof. Dr. Ruth Schilling (Wissenschaftliche Forschungs- und Ausstellungskoordinatorin), 
Hochschule der Künste Bern (u.a. Bereiche: Performative Künste und Konservierung-Restaurierung, Dr. Andreas Vogel, Dekan Fachbereich Kunst und Design),
HEC GmbH IT-Engeneering Bremen (Geschäftsführer Thorsten Haase)

Jeder Kooperationpartner hat Beitragende zur Konferenz eingeladen.

weitere Beteiligung: Tania Prill (Professorin für Typographie), Asli Serbest (Professorin für temporäre Bauten), Markus Walthert (Werkstattleiter Digitale Medien), Jan Charzinski und Lennart Klein.

Auf der Konferenz mit Beiträgen von:

Keynote: Alessandro Ludovico (Bari/Winchester) - Temporary and Distributed Libararies, instigating Archive Dynamism.

Laurence Rassel (Brüssel) - "An art school: instituting an institution."

Maria Morata (Berlin) - re.act.feminism - a performing archive. Between canon and AnArchive

Ashkan Sepahvand (Berlin) - thxxx 4 ur corporation

Matthias Jud und Christoph Wachter (Berlin/Zürich) - Öffnet Open Source

Charlotte Jarvis (London) - Music of the Spheres

Thomas Lommée (Brüssel)  - Open Structures, thinking inside the Box.

Thorsten Haase und Frank Düsterbeck (Bremen) - Offene Netzwerkstrukturen - die Grudlage für erfolgreiche Organisationen

Bob Verheijden (Groningen) - Mobile Material

Thomas Strässle (Bern) - Das Zusammenspiel der Materialien in den Künsten

Sebastian Luetgert (Berlin) - The Zen of Pad.ma

Dorothea Mink (Bremen) - An Archive of Pattern Principles - Charles James' Sound of Shape and Design.

Max Wolfs und Alexander Lehmann (Bremen) 

Cassia Vila und Sarah Käsmayr (Bremen, Berlin).

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Konferenz vom 28.5. 2018 18h bis 30.5. 16h an der Hochschule für Künste Bremen (HfK) Speicher XI, Passage Segment 7

mit freundlicher und großzügiger Unterstützung der Hochschule für Künste und des Senators für Wissenschaft, Gesundheit und Verbraucherschutz Bremen.

www.dasdynamischearchiv.de

www.vimeo.com/dasdynamischearchiv

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Termine
Das Dynamische Archiv

Passage Segment 7, Speicher XI, Bremen

28. Mai 2018