Programmierte Kunst. Frühe Computergraphik

Vortragsreihe „Aufbrechen“ zur Geschichte der Computerkunst

Eine Vortragsreihe anlässlich der Ausstellung „Programmierte Kunst. Frühe Computergraphik“ (29.8. bis 11.11.2018) in der Kunsthalle Bremen vereint deutsche Experten der Computerkunst. Die fünf Vorträge finden in der Kunsthalle Bremen statt, jeweils dienstags von 18 bis 20 Uhr.

Im Jahr 1968 rebellierte in Westdeutschland und vor allem auch in Frankreich die akademische Jugend gegen die Verkrustungen des Studiums an den Universitäten. Sie ging gegen den Krieg der USA in Vietnam auf die Straße, sie protestierte gegen die Niederschlagung des „Prager Frühlings“ durch die Sowjetunion. Sie verlangte nach Demokratisierung in allen gesellschaftlichen Bereichen gegen das Schweigen der Adenauer-Republik zur katastrophalen deutschen Vergangenheit.

Im Jahr 1968 aber gibt es auch in London und in Zagreb zwei Ausstellungen, die für den Bereich der Kunst ein Wetterleuchten bedeuten. Mit ihnen meldet die 1965 erstmals öffentlich aufgetretene „Computerkunst“ sich international zu Wort. Das Institute of Contemporary Arts in London eröffnet am 2. August 1968 die Ausstellung Cybernetic Serendipty. The Computer and the Arts. Die Galerije Grada Zagreba sind am 3. und 4. August 1968 Ort eines Symposiums und einer mit ihm verbundenen Ausstellung, Tendencies 4. Computers and Visual Research.

Damit wurde das Prinzip künstlerischer Forschung etabliert. Computergenerierte Kunst findet nun, geradezu nebenbei, ihren Anschluss in der Kunstgeschichte. Die algorithmische Revolution – oft auch die „digitale Revolution“ genannt oder, noch schwächer, die „Digitalisierung“ – erfasst alles, was fest und vertraut zu sein schien, um es in Vorgänge des Berechenbaren zu verwandeln. Gesellschaftlich zählt bald nur das noch, dem ein berechenbares, ein algorithmisches Doppel zugewachsen ist.

Das Thema der Ausstellung „programmierte Kunst“ wird durch folgende Vortragsreihe ergänzt und diskutiert:

Dienstag, 25.9.18, 18 Uhr Cybernetic Serendipity. Ein Ereignis und seine Wirkung
(Prof. Dr.Dr.h.c. Herbert W. Franke, München; Künstler, Wissenschaftler, Publizist, Science Fiction Autor, Höhlenforscher )

Dienstag, 2.10.18, 18 Uhr Tendenzen 4. Computer und Visuelle Forschung
(Margit Rosen, ZKM Karlsruhe; Kunsthistorikerin, Kuratorin, Autorin)

Dienstag, 9.10.18, 18 Uhr Der Zauber der Gleichzeitigkeit. Die historische Konstellation von '68
(Joscha Schmierer, Autor, Journalist, Politiker)

Dienstag, 16.10.18, 18 Uhr Der Einbruch des Algorithmischen in Museum und Kunstgeschichte
(Felicia Rappe, Museum Abteiberg Mönchengladbach; Kunsthistorikerin)

Dienstag, 23.10.18, 18 Uhr Algorithmische Kunst
(Frieder Nake, Universität Bremen; Informatiker, Künstler, Autor)

Ein studentisches Projekt an der Universität Bremen und der Hochschule für Künste Bremen soll Vorträge und Symposium zu seinem Gegenstand machen.

Weitere Veranstaltungshinweise:

Do, 6. September, 13 Uhr: Kunstpause im Doppel: „Die Anfänge der Computergraphik – Technik trifft Kunst.“
Dr. Eva Fischer-Hausdorf und Prof. Dr. Frieder Nake

Di. 23./Mi. 24. Oktober: Symposium: From Max Bill to David Hockney.
Transformations in Art and Technology

Do, 1. November, 13 Uhr: Kunstpause im Doppel: „Zwei Werke, alt & neu, statisch & dynamisch“
Dr. Eva Fischer-Hausdorf und Prof. Dr. Frieder Nake

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Foto: © Kunsthalle

Termine
Cybernetic Serendipity

Kunsthalle Bremen, Am Wall 207

25. September 2018, 18:00

Tendenzen 4

Kunsthalle Bremen, Am Wall 207

02. Oktober 2018, 18:00

Der Zauber der Gleichzeitigkeit

Kunsthalle Bremen, Am Wall 207

09. Oktober 2018, 18:00

Der Einbruch des Algorithmischen in Museum und Kunstgeschichte

Kunsthalle Bremen, Am Wall 207

16. Oktober 2018, 18:00

Algorithmische Kunst

Kunsthalle Bremen, Am Wall 207

23. Oktober 2018, 18:00