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Musikalischer Spaziergang durch das Rom um 1700

Musikalischer Spaziergang durch das Rom um 1700

Projektwoche Alte Musik mit Konzert in der Kirche Unser-Lieben-Frauen beendet

Die „Musik in Rom um 1700“ war das Thema der Projektwoche der Fachgruppe Alte Musik an der HfK in Bremen, die von Prof. Joachim Held (Professor für historische Lauteninstrumente) konzipiert und organisiert wurde. Zwischen dem 8. und 11. April 2019 wurden in wissenschaftlichen Vorträgen relevante Inhalte und neueste Forschungsergebnisse zum Thema von HfK-Dozent*innen und externen Referent*innen gehalten.

Neben dem üblichen Kammermusikunterricht gab es sechs Vorträge zu verschiedenen Themen. Dabei hielten die Fachkollegen Prof. Edoardo Bellotti, Prof. Carsten Lohff und Prof. Joachim Held Vorträge zum Bereich Basso Continuo für Lauteninstrumente, Cembalo bzw. Orgel. Hier zeigte sich die große Bandbreite der Aussetzungsmöglichkeiten, die sich den damaligen Spielern bot und die in historischen Traktaten ausführlich dokumentiert sind.

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Prof. Edoardo Bellotti beim Vortrag ©

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Prof. Dr. Florian Mehltretter referierte zu kunsthistorischen und politischen Aspekten ©

Der Vortrag von Bettina Pahn zur Gesangslehre zeigte auf faszinierende Weise, wie differenziert einige Quellen sowohl auf physiologische als auch stilistische Belange eingingen. Der Romanist Prof. Dr. Florian Mehltretter von der Uni München sprach über kunstphilosophische Fragen zum Themenkomplex „L´Improietá del Canto“ („Von der Unangemessenheit des Gesangs“) und thematisierte allgemeine kunsthistorische und politische Aspekte der Zeit. Abgeschlossen wurde die Reihe der Vorträge von Frau Prof. Dr. Greta Haenen über Aspekte des Violinspiels in der Zeit von Arcangelo Corelli.

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Abschluss und Höhepunkt der Projektwoche: Konzert der HfK-Studierenden unter der Leitung von Alessandro Quarta ©

War durch die Vorträge aus der Projektwoche schon fast ein Symposium entstanden, so gab es noch eine andere Seite, nämlich die Einstudierung des Oratoriums „San Casimiro, Rè di Polonia“ von Alessandro Scarlatti und weitere Werke von Pietro Paolo Bencini und Giovanni Giorgi, wieder ein hohes praktisches Gewicht in der musikpraktischen Ausübung für die Studierenden. Unter der Leitung des römischen Komponisten, Dirigenten und Musikers Alessandro Quarta erklang am 11. April als Abschluss der Projektwoche ein prachtvolles Konzert in der Unser-Lieben-Frauen-Kirche, das die Werke auf höchstem Niveau wiedergab. Hier wurden die Mitglieder der Gesangsklasse von Bettina Pahn, der Violinklasse von Prof. Veronika Skuplik, den Continuospieler aus den Klassen von Prof. Carsten Lohff, Prof. Edoardo Bellotti und Prof. Joachim Held zu einer Einheit, die ein hervorragendes Bild des hohen Niveaus der Abteilung Alte Musik der Hochschule für Künste Bremen zeichneten.

Besonders hervorzuheben ist, dass das engagierte der Vorhaben der Projektwoche Alte Musik erneut durch den Fond „Forschung und Entwicklung“, dem HfK-Fachbereich Musik und der Waldemar-Koch-Stiftung gefördert wurde. Für die Studierenden wurde ein Format geschaffen, das durch seine Vielschichtigkeit außerordentlich inspirierend ist.

Die Abteilung Alte Musik der Hochschule für Künste Bremen besteht seit Mitte der 1980er-Jahre und hat sich in den Folgejahrzehnten einen exzellenten Ruf aufgebaut. Die Alte Musik in Bremen gilt in Europa als eine der führenden Ausbildungsstätten für Alte Musik.
Regelmäßig im Januar und April eines jeden Jahres organisiert sie eine Projektwoche, die für die Studierenden Teil der curricularen Lehre ist und an der eine große Zahl an HfK-Dozent*innen, aber auch Expert*innen von außerhalb beteiligt sind.

16. April 2019