Bockmeyer Reisestipendium 2018: „Pomegranate Seeds“ von Arin Ismail

Bockmeyer Reisestipendium 2018: „Pomegranate Seeds – دنک هه نار“ von Arin Ismail

Arin Ismail, Preisträgerin des Reisestipendiums der H. A. Bockmeyer Stiftung 2018, stellt in der Zeit zwischen dem 11. und dem 13. April 2019 in der Galerie Flut Fotografien und auditives Material von ihrer Reise in den Irak und die Türkei aus.

Arin Ismail, die ursprünglich aus Slemani (Sulaimaniyya) im Irak stammt, konnte zu den Hochschultagen 2018 die Jury mit ihrem Projekt zur Untersuchung von Stimmen im kurdischen Teil Irans, des Iraks und der Türkei überzeugen. Die Jury, Professorin Asli Serbest (Temporäre Bauten), Martin Schulz (Prof. für Kunstwissenschaft, Theorie und Geschichte ästhetischer Praxis), Ingmar Lähnemann (Kurator der Städtischen Galerie Bremen) und zwei Mitglieder der Bockmeyer-Stiftung hatten Arin Ismail und ihr Reiseprojekt unter 27 hoch interessanten Reisevorhaben ausgewählt.
Die Jury war nicht nur von Arin Ismails Projekttext beeindruckt, sondern auch durch die beigelegten Audiobeispiele und den mit eigenen Fotografien manipulierten Karl-May-Band „Durchs wilde Kurdistan“. An ihn könnten sich Fragen nach der Rolle des ,Westens‘ bis hinein in den gegenwärtigen Syrien-Krieg anschließen.

Arin Ismails Wurzeln liegen selbst in Kurdistan, 1996 kam sie mit ihrer Familie nach Deutschland. Weil damals Telefonieren in den Irak sehr teuer war, schickten sich die getrennten Familienmitglieder Kassetten mit gesprochenen Nachrichten. Seit dieser Zeit beschäftigte sich Arin mit Stimmen und Sprache.

Ihr Projekt und die Reise ging von der Unterdrückung des Kurdischen im Iran, Irak und in der Türkei aus, wo bis 1991 kurdischsprachige Medien verboten waren. In diesem Kontext beschäftigte sie sich mit der besonderen kulturellen und politischen Bedeutung von Stimme, Sprache und Gesang.

Arin Ismail geht es um Relationen und Übergänge: Wie wird Stimme zur Sprache? Wann wird Sprechen zur Stimme? Wann wird Sprechen zum Singen? Diesen Fragen ging sie während einer 25-tägigen Reise nach Diyarbakir und Mardin in der Türkei sowie Erbil, Sulaymaniyya, Halabja und Dokan im Irak nach. Auf ihrer Reise führte sie ein Stimmen-Tagebuch und sammelte auditives wie fotographisches Material.

Die Ergebnisse ihrer Reise werden nun in der Galerie Flut ausgestellt.
Arin Ismail
„Pomegranate Seeds – دنک هه نار“
Ausstellung zum Bockmeyer-Reisestipendium 2018
Eröffnung: 10. April 2019, 19 Uhr
Ausstellung: 11. bis 13. April, 12–18 Uhr

Galerie Flut, Am Speicher XI 8

Arin Ismail_Bockmeyer2018.jpg

5. März 2019

Termine
Eröffnung

Galerie Flut

10. April 2019, 19:00

Bockmeyer Reisestipendium 2018: „Pomegranate Seeds“ von Arin Ismail

Galerie Flut

11. April 2019