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H.-A.-Bockmeyer-Reisestipendium 2022 führt in den Libanon

H.-A.-Bockmeyer-Reisestipendium 2022 führt in den Libanon

Ricarda Fallenbacher aus dem HfK-Diplomstudiengang Freie Kunst ist die Preisträgerin des H.-A.-Bockmeyer-Reisestipendiums 2022. Sie setze sich gegenüber 25 weiteren Bewerber:innen durch.

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Die H.-A.-Bockmeyer-Stiftung unterstützt jährlich ein ausgewähltes künstlerisches Projekt an der HfK Bremen. Studierende und Ehemalige aus den Studiengängen Freie Kunst, Integriertes Design und Digitale Medien können sich mit einem Konzept bewerben. Das ausgewählte Reiseprojekt wird mit 3.000 Euro gefördert.

Ricarda Fallenbacher realisiert ihr prämiertes Projekt unter dem Titel „Zu zweit“ zusammen mit Hiba Boussi. Die Deutsch-Libanesin ist Rollstuhlfahrerin und beschäftigt die Preisträgerin seit 2020 als ihre Assistentin. Beider Reiseziel lautet: Libanon. Dort will Hiba Boussi die Forschung für ihre Bachelorarbeit mit dem Thema „Migration und Behinderung“ durchführen. Sie studiert Soziale Arbeit in Hamburg an der Hochschule für Angewandte Wissenschaften Hamburg
(HAW Hamburg).



Ricarda Fallenbacher begleitet Hiba Boussi in den Libanon sowohl als Assistentin als auch zur Verwirklichung ihres eigenen künstlerischen Projekts. Ziel ist die filmische Erzählung der Reise, die beide gemeinsam als Protagonistinnen wie auch Regisseurinnen festhalten wollen. Ein erster Trip in den Libanon ist für zirka sechs Wochen im Juli/August 2022 geplant.

Jurybegründung

Ein Grund für die Vergabe des Bockmeyer-Reisestipendiums an Ricarda Fallenbacher war laut der Auswahlkommission „die vielfältige künstlerische Verknüpfung im Spannungsfeld von eigenem Lebensumfeld und professioneller Arbeit“. Weiter heißt es in der Urteilsbegründung: „Im Rahmen der Reise wird schließlich ein Schlaglicht auf diese auszuhandelnden und zu erprobenden Grenzen geworfen, die sich auch durch die unterschiedlichen Barrieren kennzeichnen, denen die beiden Frauen gegenüberstehen. Eine Reise mit Rollstuhl bedeute hier immer auch, Barrieren zu überwinden, die für den anderen nicht zu existieren scheinen. Es ergibt sich hieraus eine ganz anderer Wahrnehmungs- und Erlebnishorizont, der auch mit einem sehr unterschiedlichen Zeitaufwand des Reisens verbunden ist. Dies bietet ein hohes künstlerisches Potenzial, gesellschaftlich relevante Themen wie Grenzziehung zwischen Arbeit und Privatem, aber auch das Erleben unterschiedlicher Wahrnehmungsrealitäten und intersektionale Diskriminierungen abzubilden und in den gesellschaftlichen Diskurs zu transportieren.“

Die Auswahlkommission bestand aus Prof. Dr. Andrea Sick, Prof. Katrin von Maltzahn und Gerhard Himmel vom Freundeskreis der HfK.

Biografisches

Ricarda Fallenbacher (*1995) studierte ab 2015 Kommunikationsdesign mit einem Fokus auf Fotografie an der Hochschule für Angewandte Wissenschaften in Hamburg. Seit 2018 ist sie Stipendiatin der Studienstiftung des Deutschen Volkes.

2019 beendete Fallenbacher ihr Studium mit dem Bachelor-Projekt „Ein Bild von uns, Objektiv betrachtet“, welches im Anschluss im NRW-Forum Düsseldorf, dem Landesmuseum Koblenz und dem Haus der Photographie der Deichtorhallen Hamburg ausgestellt wurde.

2020 nahm sie ihr Studium der Freien Kunst als Wechslerin in ein höheres Fachsemester an der HfK Bremen auf – und zwar in den Klassen von Julika Rudelius und Korpys/Löffler.

Ricarda Fallenbacher bewegt sich zwischen verschiedenen Medien und Materialien. „Im Wechselspiel aus verkopfter Betrachtung und intuitiver Übersetzung stellt sie Fragen, skizziert und sammelt filmische Notizen. Mit dem Erschließen von Kontexten im Dialog mit ästhetischen Beobachtungen öffnet sie sensible Räume, in denen Erzählungen stets den Anschein einer Prozesshaftigkeit und Flexibilität behalten“, teilt die Bockmeyer-Stiftung mit.