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Lukas Zerbst ist Villa-Serpentara-Stipendiat 2022

Entlarvung ambivalenter Momente auf künstlerische Weise

 Lukas Zerbst ist auf Einladung der Akademie der Künste in Berlin der Villa-Serpentara-Stipendiat 2022. 

Er hat an der HfK Digitale Medien studiert und war 2019 Meisterschüler von Jenny Kropp (FORT) und Jean-François Guiton. Im Jahr 2018 wurde ihm der 42. Bremer Förderpreis für Bildende Kunst für seine Arbeit "Das Fenster zum Hof" verliehen.

Warum der bildende Künstler für das Stipendium ausgwählt wurde, erklärt die Jury so: "Lukas Zerbst schafft Interventionen und ortsspezifische Installationen im institutionellen oder öffentlichen Raum. Er verändert die vorgefundene physische Struktur, manipuliert elektrische Komponenten oder greift künstlerisch in digitale Inhalte ein, beispielsweise durch Live-Kamera-Performances.
Zerbst sieht in Architektur ein künstlich und zumeist durch Zweckorientiertheit geschaffenes Framework, in dem Alltag stattfindet. Architektur konstituiert auf der einen Seite Selbstsicherheit, mit der sich Menschen durch Räume bewegen. Auf der anderen Seite gibt sie die Bewegungen innerhalb dieses Frameworks vor. Zerbst entlarvt solch ambivalente Momente auf künstlerische Art und Weise. Technologien, die sich in Architektur und Alltagsgegenständen widerspiegeln und in unserem Leben voll implementiert scheinen, werden von Zerbst gegen sich selbst gerichtet."

Die Junge Akademie der Akademie der Künste entsendet jedes Jahr vier Künstler:innen für einen dreimonatigen Aufenthalt in die Villa Serpentara in Olevano bei Rom. Die Werkpräsentationen finden in der Villa Serpentara statt, die Stipendiat:innen werden zudem in Ausstellungen und Veranstaltungen der Casa Baldi in Olevano bzw. der Villa Massimo in Rom einbezogen. Die Villa wurde zu Beginn des 20. Jahrhunderts im Auftrag des in Rom tätigen Bildhauers Heinrich Gerhardt errichtet, der diese 1914 der Akademie der Künste vermachte.

Foto: Martina Morger