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Nikolai Renée Goldmann erhält den Gottfried-Brockmann-Preis 2021

Im Spannungsfeld zwischen Mensch und Maschine

Nikolai Renée Goldmann erhält den Gottfried-Brockmann-Preis 2021 der Landeshauptstadt Kiel.

Der Künstler, geboren 1994 in Hamburg, studiert derzeit Freie Kunst bei Natascha Sadr Haghighian, Andree Korpys und Markus Löffler an der HfK Bremen.

Der mit 5.000 Euro dotierte und zum 19. Mal verliehene Preis wurde Goldmann am 10. Dezember in Kiel überreicht. Mit der Auszeichnung sollen laut Vergaberichtlinien junge Künstler:innen gefördert werden, die „für die Zukunft eine aussichtsreiche Entwicklung erwarten lassen“. Gezeigt werden die Arbeiten des Preisträgers sowie Werke 14 weiterer Kandidat:innen in der Ausstellung „Gottfried Brockmann Preis 2021“ in der Stadtgalerie Kiel. Die Schau läuft bis zum 20. Februar 2022.

Die Auszeichnung zeigt für Nikolai Renée Goldmann „die Relevanz und die Aktualität meines thematischen Ansatzes: das Spannungsfeld zwischen Mensch und Maschine in Objekte zu übersetzen, dabei aber auch nicht die Relation zur Natur aus den Augen zu verlieren.“ Eigens für die Brockmann-Ausstellung konzipiert hat er drei skulpturale Objekte. Sein Werk „Mirror, Mirror“ etwa ist ein digitaler Spiegel, der all jene, die sich darin betrachten, zum Nachdenken anregen soll – da ihnen gesellschaftskritische Fragen zum Umgang mit und zu ihrer Positionierung gegenüber technischen Geräten gestellt werden.

Die Jury charakterisiert Goldmanns Werk so: „Als zentrale Themen rücken übergreifend Modalitäten der menschlichen Sensorik, insbesondere visueller oder akustischer Wahrnehmung, und die Möglichkeiten ihrer technischen Reproduktion und Steuerung in den Fokus der künstlerischen Auseinandersetzung. Potenzial, Grenzen und Gefahren technisch-wissenschaftlicher Verfahren werden ebenso subtil verhandelt wie Fragen nach künstlicher Intelligenz und dem immerwährenden Wunsch nach menschlicher Kontrolle und Aneignung natürlicher Phänomene. Kunsttheoretische Reflexionen über Fragen der abbildenden oder konstitutiven Objekt-, Raum- und Klangwahrnehmungen werden hier gleichzeitig mitgespiegelt.“ Die Jury resümiert: „Das dezidierte Wechselspiel zwischen Bedrohung, Sensation, Ohnmacht und Ästhetik, das den Objekten von Nikolai Renée Goldmann inhärent ist, verortet die Betrachtenden gleichzeitig im Feld zwischen Schaulust und ästhetischer Kunstbetrachtung.“

Der Preis wird im Andenken an den Maler Gottfried Brockmann (1903-1983) vergeben. In seiner Geburtsstadt Köln gehörte er in den 1920er Jahren dem Kreis der „Kölner Progressiven“ an. Als Reaktion auf die Bedrohungen durch das nationalsozialistische Regime tauchte er in den 1930er Jahren in Berlin unter. Nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges lebte er in Kiel, war dort als Kulturreferent der Stadt tätig und lehrte an der Muthesius-Werkkunstschule, heute Muthesius Kunsthochschule, wo Goldmann im Jahr 2020 bereits seinen Bachelor of Fine Arts im Studiengang Freie Kunst absolviert hat.