Performing Melancholia!

Performing Melancholia!

Donnerstag 9.1.2020 – 20.30 h

Öffentliches Abschlusskonzert

Ein Kooperationsprojekt der Abteilung Alte Musik, der Professur für Kreation und Interpretation, Sound Performance und Konzept und BIEST. Leitung: Prof. Joachim Held und Prof. Raphael Sbrzesny
Studierende der Fachbereiche Musik und Kunst/Design präsentieren ein Installatives Konzertformat, Performances, Live-Elektronik und Installationen in der Galerie der Hochschule für Künste Bremen (Dechanatstr.13-15).

In einem Bühnenbild aus gefaltetem Papier und fragilen Objekten treffen Ensembles der Abteilung Alte Musik auf Performances und Live-Elektronik.
Zum Abschluss des interdisziplinären Kooperationsprojektes Performing Melancholia, zeigen Studierende aus dem integrierten Design, der Freien Kunst, den digitalen Medien und dem Fachbereich Musik eine gemeinsam entwickelte, raumgreifende Konzertinstallation. Für die Abteilung Alte Musik ist diese Zusammenarbeit, die auf Initiative des Rektors, Prof. Roland Lambrette, entstand, experimentelles Neuland, das mit großer Vorfreude vorbereitet wurde.
Während Anfang Januar im Zentrum der Projektwoche der Alten Musik das Thema der Verzierung in all ihrer Komplexität und ihre Entwicklung vom 16. bis ins 18. Jahrhundert steht, beschäftigen sich gleichzeitig Studierende aller Fachbereiche in einer polyphonen Werkstatt mit der Frage, warum und in welchen Kontexten die Verzierung eine Rolle spielt. Führten spezielle Differenzierungen der Verzierungen, wie z.B. einer einfachen Melodie beim Hörer zu einem starken Gefühl von Überraschung und einem Gefühl der Melancholie, des ‚Berührt-werdens’, so fragen die Studierenden in den interdisziplinären Workshops nach den Lebensrealitäten jedes Einzelnen in unserer heutigen Gesellschaft und der Rolle der Musik.

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Kennen wir in den modernen Gesellschaften im 21. Jahrhundert neben einem als produktiv empfunden Moment der Melancholie nicht auch die Depression, die Vereinzelung und Isolierung der Körper in den westlichen Leistungsgesellschaften? Können wir heute noch ungebrochen einer romantischen, dunklen Kraft der Musik als einzelne Hörer folgen und genießen oder benötigen wir mehr Spielformen der Gemeinschaft, der Gruppe und des Kollektivs?
Ort dieses gemeinsamen Befragens der Realitäten, in denen wir uns treffen, sind die gefalteten Papierbahnen die schon aufgrund ihrer schieren Größe nur gemeinsam zu einer Form gestaltet werden können: das fragile Papierobjekt steht im Zentrum einer Choreografie der Faltung in der Gruppe. Kontaktflächen zwischen den Körpern, jedem Einzelnen, den Disziplinen, den Künsten rücken ins Zentrum der gemeinsamen Befragung.

Das Publikum ist eingeladen, diesen Werkstattprozess zwischen Alter Musik, Bühnenbild, Performances und Live-Elektronik in einer Konzertinstallation kennen zu lernen. Distanzen zwischen Publikum, Musiker*innen und Künstler*innen werden aufgelöst. Umgeben von den Klängen einzelner Ensembles trifft das Publikum auf eine Gruppe von Performer*innen, die, einer scheinbar unheimlichen Choreografie folgend, Räume öffnen.

Interdisziplinäres Abschlusskonzert
9. Januar 2020 // 20:30 Uhr
Galerie der HfK Bremen, Dechanatstrasse 13-15
Eintritt frei

Garderobe: ab 20 Uhr
Beginn: 20:30
Hinweis: aufgrund des Formates einer Konzertinstallation, wird das Publikum punkt 20:30 geführt in die Galerie eingelassen. Plätze sind begrenzt!

https://www.hfk-bremen.de/en/profiles/n/joachim-held

https://www.hfk-bremen.de/en/profiles/n/raphael-sbrzesny

http://www.biestberlin.com

Plakat: Studio Nicolas Zupfer 2019

Termine
Performing Melancholia!

Galerie der HfK Bremen, Dechanatstr. 13-15

09. Januar 2020, 20:30