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Prof. Stefan Veselkas Antrittskonzert in der Glocke

Der den Feuervogel bändigt

Seit 1. Juli ist Stefan Veselka Professor für Orchester-/Ensembleleitung im Fachbereich Musik. Sein Antrittskonzert mit dem Hochschulorchester gibt er am 22. November, 20 Uhr, in der Bremer Glocke. Auf dem Programm stehen von Richard Strauss die Metamorphosen für 23 Solo-Streicher sowie die Serenade Es-Dur op. 7 für 13 Bläser und Igor Strawinskys Suite aus der Ballettmusik „Der Feuervogel“.

Bereits am 23. Oktober, 20 Uhr, ebenfalls in der Glocke, interpretieren Veselka und das Hochschulorchester Felix Mendelssohn Bartholdys „Die Hebriden“-Ouvertüre op. 26, Jan Václav Voříšeks Sinfonie D-Dur op. 23 und Ludwig van Beethovens Sinfonie Nr. 2 D-Dur op. 36.

Tickets für die Konzerte gibt es hier.

Stefan Veselka erklärt sein Programm wie folgt:

Liebes Publikum!
Liebe Bremerinnen und Bremer!

„Die Musik drückt das aus, was nicht gesagt werden kann und worüber zu schweigen
unmöglich ist“. (Victor Hugo)

Musik ist mehr als Ablenkung.
Sie kann die Atemfrequenz und die Muskelspannung des Zuhörenden verändern.
Sie kann den Blutdruck senken und sogar Schmerzen lindern.
Sie spricht - sie erzählt und lässt fühlen. Spendet Trost und Freude, sie berührt unsere Fantasie.

Lange war es nicht möglich Musik live zu spielen.
Jetzt mit dem ersten Auftritt des Hochschulorchesters in der Glocke ist es möglich, Musik wieder
mit allen Sinnen zu erleben!

Auch für mich ist es ein besonderes Konzert, weil es mein erstes Konzert als Professor für
Orchesterleitung an der Hochschule für Künste Bremen ist.
Ich freue mich auf eine ereignisreiche, spannende und inspirierende Zeit mit den jungen
Musiker*innen und meinen Kolleg*innen!

Für das erste Programm im Oktober wollte ich ein „klassisches“ Programm und für das Konzert in
November eher ein „romantisch, moderneres“ haben, damit wir eine grosse Bandbreite der
orchestralen Sinfonik zeigen können.

Im ersten Konzert war es mir wichtig die Sinfonie von Vorišek aufzuführen, da es in Deutschland
ein noch recht unbekanntes Werk ist.
Vorišek wurde in Böhmen geboren, ging aber früh zum Studium nach Wien.
In Wien war er u.a. mit Beethoven und Schubert befreundet.
Die Sinfonie sprudelt im 1. und 4. Satz von Heiterkeit, Spielfreude und Humor.
Der 2. Satz erinnert mit seiner leichten Melancholie und den Tonartschattierungen an Schubert.
Der 3. Satz hat etwas Strenges, Monumentales ähnlich wie der späte Beethoven oder sogar
später bei Bruckner.
Wie toll er sich wohl noch weiterentwickelt hätte, falls er nicht mit jungen 34 Jahren gestorben
wäre….?

Der erste Akkord von der Beethoven Sinfonie knüpft dann in D - Dur nahtlos an die Vorišek
Sinfonie an. Die 2. Sinfonie von Beethoven wird mit der 4. und der 8. Sinfonie nicht so oft gespielt
wie die sicher „bekannteren“ 5., 7. oder 9. Sinfonie. Ich finde zu unrecht !
Die 2. Sinfonie sprudelt so von Freude und Witz ( besonders der 4.Satz ! ).
Beide Sinfonien sind in Wien am Anfang des 19ten Jahrhunderts geschrieben und mit ihrer
Ähnlichkeit in Form, Aufbau und Stimmung besonders interessant nebeneinander zu stellen!

Eröffnet wird der Abend mit der Hebriden Ouvertüre von Mendelssohn.
Mendelssohn hat die Ouvertüre auf einer Reise nach Schottland geschrieben, wo er
den Fingals Cave auf den Hebriden besucht hat. Eine imposante Felsformation.
Es muss auf ihn großen Eindruck gemacht haben.
„ ..um zu verdeutlichen, wie seltsam mir auf den Hebriden zu Muthe geworden ist..“,
schrieb er an seine Familie, nachdem er die ersten Takte geschrieben hatte.
Es ist eine Beschreibung der Wellen, Wind und der Landschaft.
Ich würde sagen es ist eine der ersten Sinfonischen Dichtungen für Orchester.
Franz Liszt wurde ja erst Jahre später bekannt als „Erfinder“ der Sinfonischen Dichtung, aber
wenn Mendelssohn sein Stück selbst so gennant hätte, würde er heute sicherlich als der
„Erfinder“ gelten!

Ich wünsche Ihnen ein schönes Konzerterlebnis!
Ihr
Stefan Veselka

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Foto: Lukas Klose

Termine
Orchesterkonzert: Hebriden – Prag – Wien

Die Glocke, Großer Saal

23. Oktober 2021

Orchesterkonzert: Der Feuervogel

Die Glocke, Großer Saal

22. November 2021