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„Misa Criolla“ – Lateinamerikanische Gesänge in St. Ansgarii

„Misa Criolla“ – Lateinamerikanische Gesänge in St. Ansgarii

Großer Hochschulchor und Kammerchor (Uni Bremen und HfK Bremen) gaben umjubeltes Semesterabschlusskonzert

Unter dem Titel „Misa Criolla“ fand am 19. Juni 2019, 20 Uhr, das gemeinsame Semesterabschlusskonzert des Großen Hochschulchores und des Kammerchores in der Kirche St. Ansgarii statt. Unter der Leitung von Friederike Woebcken erklangen die titelgebende, überaus populäre christlich-lateinamerikanische Messe sowie Chormusik aus Mittelamerika und verschiedene Kompositionen in den Folklore-Traditionen der Anden-Länder Chile, Argentinien, Bolivien. Die beiden Chöre wurden dabei unterstützt von den musikalischen Gästen Ulli Simon, Jorge Ballesteros, Cache Cavour sowie lateinamerikanischen Studierenden des Fachbereiches Musik.

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„Misa Criolla“: Großer Hochschulchor und Kammerchor (Uni Bremen und HfK Bremen) plus musikalische Gäste unter der Leitung von Friederike Woebcken, Kirche St. Ansgarii © Lukas Klose

Eindrücke des Semesterabschlusskonzerts in St. Ansgarii © Lukas Klose

Ariel Ramírez komponierte die Messe „Misa Criolla“ 1963/1964, inspiriert durch seine Begegnungen im Nachkriegseuropa der 1950er-Jahre, unter anderem mit zwei deutschen Schwestern, die in der Nazizeit heimlich KZ-Häftlinge mit Essen versorgt hatten. Ramírez war von einer ganzen Reihe von Menschen auf seiner Reise tief beeindruckt und wollte ihnen musikalisch danken, indem er ein religiöses Werk schuf, das Freude, Trauer und religiöse Anbetung ausdrückt. Zu Beginn der 1960er-Jahre ließ das Zweite Vatikanische Konzil für die bis dahin ausschließlich lateinische Liturgie der Heiligen Messe auch die jeweiligen Landessprachen zu. Dies nahm Ramírez zum Anlass, die fünf liturgischen Teile Kyrie, Gloria, Credo, Sanctus und Agnus Dei mit verschiedenen Anden-Rhythmen zu unterlegen und als Text die offizielle spanische Messliturgie zu verwenden. Die „Misa Criolla“ ist Ramírez’ bekannteste Komposition und gilt als bedeutendstes Werk argentinischer Sakralmusik.
Werke von Ralph Vaughan Williams, Ildebrando Pizzetti, Pēteris Vasks und Per Nørgård rundeten das Programm ab und setzen über den lateinamerikanischen Programmkern hinaus weitere musikalische Akzente.

21. Juni 2019