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BMBF fördert HfK-Forschungsprojekte in Millionenhöhe

BMBF fördert HfK-Forschungsprojekte in Millionenhöhe

HfK und „Institut für musikalische Bildung in der Kindheit“ wollen neue Studien- und Weiterbildungsprogramme im Bereich Musikpädagogik entwickeln und künstlerische Hochschulen für neue Zielgruppen öffnen / Bundesforschungsministerium stellt 1,25 Millionen € zur Verfügung.

Das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) hat die Hochschule für Künste Bremen (HfK) und das im Fachbereich Musik der HfK angesiedelte „Institut für musikalische Bildung in der Kindheit“ mit zwei umfangreichen Forschungs- und Entwicklungsprogrammen betraut und entsprechende Förderanträge der HfK positiv beschieden. Für die erste Förderphase beider Projekte hat das BMBF der HfK Bremen jetzt Fördermittel von insgesamt 1,275 Millionen € zugesagt und die Option auf eine Fortsetzungsphase in Aussicht gestellt.
 
Die Federführung für Konzeption und Umsetzung beider Projekte liegt bei Professorin Dr. Barbara Stiller, an der HfK Professorin für Instrumental- und Vokalpädagogik, Elementare Musikpädagogik und Musikvermittlung sowie Leiterin des HfK-Instituts für musikalische Bildung in der Kindheit.
 
Die zunächst auf drei bzw. 3 1/2 Jahre angelegten Modellvorhaben zielen auf die Entwicklung, Erprobung und Evaluation innovativer, wissenschaftlich fundierter Studien- und Weiterbildungsprogramme sowie auf die Öffnung künstlerischer Hochschulen für neue Zielgruppen. Für Musik- und Kulturschaffende sollen so in Zukunft neue erweiterte Tätigkeits- und Berufsfelder erschlossen werden sowie neue Zielgruppen für musikpädagogische Aufgabenfelder gewonnen und qualifiziert werden.
 
Pädagogische Kompetenz für Kulturschaffende und Musiker_innen, kultur- und musikpädagogische Kompetenz für Erzieher_innen und Lehrer_innen – beide Projektziele verweisen auf die aktuelle gesellschaftliche und bildungspolitische Herausforderung, kulturelleund musikalische Bildung qualifiziert und so früh wie möglich in Bildungseinrichtungen wir Kitas und Grundschulen zu verankern.
 
In den Studienangeboten der HfK Bremen kommt der künstlerisch-pädagogischen Ausbildung - neben der klassischen künstlerischen Ausbildung- seit langem eine profilprägende Rolle zu. So gründete die HfK im Jahr 2009 in Kooperation mit dem Katholischen Gemeindeverband Bremen und der Kindertagesstätte St. Johann mit „Amadeo“ den ersten bundesdeutschen Musikprofilkindergarten mit direkter Anbindung an eine Musikhochschule. Im Jahr 2010 wurde das Institut für musikalische Bildung in der Kindheit an der HfK begründet. Seit 2010 bietet die HfK darüber hinaus das Weiterbildungsprogramm „Elementare musikalische Bildung in der Kita“ für Erzieherinnen und Mitarbeiter von Kindertagesstätten an. Die ausgewiesene Expertise der HfK in diesem Bereich wird durch die Bewilligung der beiden Forschungsvorhaben und die Zuweisung von Drittmitteln in Millionenhöhe durch das BMBF eindrucksvoll unterstrichen. Die HfK Bremen ist im Übrigen die einzige künstlerische Hochschule in Deutschland, die in der aktuellen Förderkulisse des BMBF den Zuschlag für ein Einzelprojekt erhalten hat und sich am bundesweiten Forschungsprogramm “Aufstieg durch Bildung: offene Hochschulen“ beteiligt.
 
 
Zu den geförderten Forschungsprojekten im Einzelnen:
 
Projekt 1:
Künstler_innen, Musiker_innen und Kitas als Bildungspartner: ein musikpädagogisches Weiterbildungskonzept 
(Förderbetrag: 525.000 €)
 

Ziel des in der 1. Phase auf drei Jahre angelegten Projekts ist die Entwicklung, Erprobung und Evaluation eines pädagogischen Weiterbildungskonzepts für Musiker_innen, die ihre künstlerische Tätigkeit durch allgemein-pädagogische und musikpädagogische Qualifikationen erweitern wollen. Wissenschaftlich-theoretische Inhalte sollen dabei in Kooperation mit Kitas und anderen Kooperationspartnern durch pädagogisch-praktische Anteile (Probelehrgänge, Praktika) ergänzt werden. Ergebnisse und Erfahrungen des Projekts sollen – begleitet durch eine Expert_innen-Kommission - evaluiert, dokumentiert und publiziert werden. Hauptziel ist die Entwicklung eines fundierten Qualifizierungskonzepts, das in der Weiterbildung von Kunst- und Kulturschaffenden für die Arbeit mit Kindern und Jugendlichen genutzt werden kann.
 
Projekt 2:
Aufstieg durch Bildung: offene Hochschulen: Entwicklung weiterbildender Studienprogramme mit einem Fokus auf musikalisch-ästhetischer Bildung – Neue Möglichkeiten des Lebenslangen Lernens an einer künstlerischen Hochschule

(Förderbetrag: 750.000 €)
 
Ziel des Projekts ist es, durch neue Studienformate Zugangshürden zum Studium an einer künstlerischen Hochschule abzubauen und diese so für neue Zielgruppen zu öffnen. Traditionell richten sich die Studienangebote künstlerischer Hochschulen in Deutschland - wie beispielsweise auch der HfK Bremen - nahezu ausschließlich an junge Studierende mit einem herausragenden musikalischen oder künstlerischen Begabungspotenzial. Erste Voraussetzung eines Studiums an einer künstlerischen Hochschule ist z.B. regelmäßig das Bestehen einer anspruchsvollen künstlerischen Aufnahmeprüfung.
 
Im Rahmen des Projektes sollen nunmehr erstmalig Studien- und Weiterbildungsformate entwickelt und erprobt werden, um weiteren Zielgruppen Zugang zu den Bildungsangeboten künstlerischer Hochschulen zu eröffnen und kunst-hochschulspezifische Optionen und Module Lebenslangen Lernens in deren Studienangebote zu integrieren. Mögliche Zielgruppen sind insbesondere beruflich Qualifizierte, die bislang keinen Zugang zu künstlerisch-akademischer Bildung hatten oder aufgrund ihres fortgeschrittenen Alters keine Chance mehr haben, ein künstlerisches Studium zu absolvieren. Weitere potentielle Zielgruppe bilden Personen, die aufgrund von familiären oder beruflichen Verpflichtungen lediglich in Teilzeit studieren können oder Studienabbrecher und -abbrecher_innen, die neue Schwerpunkte ihres Studiums suchen. Darüber hinaus soll sich das Projekt auch an Migrant_innen wenden, die in ihren Heimatländern über akademische oder künstlerische Abschlüsse verfügen, die hierzulande jedoch nicht in vollem Umfang anerkannt werden.
Ein Bedarf für musikpädagogisch qualifizierte Fachkräfte ist in Deutschland unabweisbar: Trotz einer nahezu einhundertprozentigen Arbeitsplatzgarantie ist bundesweit aktuell ein eklatanter Mangel an Absolventinnen und Absolventen der Elementaren Musikpädagogik (EMP) festzustellen. Dieser bildungs- und kulturpolitischen Herausforderung müssen sich auch Kunst- und Musikhochschulen künftig verstärkt stellen und – ergänzend zu den bestehenden klassischen Hochschulstudiengängen – zusätzliche pädagogische Bildungs- und Weiterbildungsprogramme für Menschen mit Affinität zu Musik und Musizieren entwickeln und anbieten.
Im Rahmen des Projektes sollen dafür Bedarfe und Potentiale untersucht, Zielgruppen identifiziert, Pilotmaßnahmen konzipiert und erprobt und die Ergebnisse evaluiert und dokumentiert werden. Auch dieses Projekt wird von einen Expert_innen-Kommission begleitet. Erprobte und bewährte Studien- und Weiterbildungsangebote könnten perspektivisch dauerhaft in die Studienangebote künstlerischer Hochschulen integriert werden.
 
Ansprechpartnerin bei Rückfragen:
Prof. Dr. Barbara Stiller,