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Carmineluigi Amabile wird Soloflötist

Über Detmold, Genf, Bremen, Nürnberg - nach Bremerhaven

Carmineluigi Amabile, der an der HfK Bremen das Flöten-Master-Studium in der Klasse von Henrik Wiese begonnen hat, gewann das Probespiel um die Soloflöte im Philharmonischen Orchester Bremerhaven.

Dort wird er im September 2021 seinen Festaufstellung antreten, obwohl der Hochschulabschluss noch nicht erreicht ist. „Aber das werde ich trotzdem schaffen“, ist Amabile zuversichtlich.

Das Probespiel war ein knallharter Wettbewerb und dauerte vier Stunden. Bereits im November 2020 ging die Ausschreibung raus und Amabile bewarb sich. Er bekam eine Liste mit mehr als einem Dutzend Stücken, die er einüben sollte. Vor Ort durfte sich der Flötist nach negativ absolviertem Coronatest in einem Überzimmer einspielen. In Runde 1 präsentierten 13 ausgewählte Bewerber*innen ein Flötenkonzert Mozarts hinter dem geschlossenen Vorhang des Stadttheaters. Die Mitglieder des Orchesters saßen davor im Parkett und lauschten. Ab der zweiten Runde gab es kein Versteckspiel mehr. Sechs Aspirant*innen waren noch dabei, die Finalrunde erreichten lediglich Amabile und seine Kommilitonin Luca Höhmann. „Wir sind gute Freunde und daher war das schon eine schwierige Situation.“ Mit positivem Ausgang für Amabile.

Ungewöhnlich, weil sonst meist Frauen die Flöten in Orchestern spielen? „Das ist nur im Amateurbereich noch so, da gilt die Flöte als weibliches Instrument, weil sie so gesanglich, melodisch, idyllisch ist, an der HfK studieren zwar auch mehr Frauen als Männer die Flöte, aber das Verhältnis ist fast ausgeglichen“, so Amabile.

Er studiert derzeit an der HfM in Nürnberg bei Professor Wiese, dem er ins Frankenland gefolgt ist. „Aber in Bremen habe ich mich sehr wohl gefühlt, eine fantastische Atmosphäre herrscht in der Stadt. Ich freue mich auch aus diesem Grund auf meine Stelle in Bremerhaven, dort werde ich zwar erstmal wohnen, aber vielleicht bald wieder nach Bremen umziehen können.“ Sehr reizvoll an der HfK findet Amabile, dass man aus dem Studierendenalltag des allein Übens, gemeinsam Probens oder Konzertierens stets heraustreten und viele Leute aus anderen Kunstrichtungen kennlernen könne. 

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Fotos: Angelo Funaro

Geboren wurde der Flötist 1992 in Salerno (Italien). Sein Bachelor-Studium absolvierte er an der HfM in Detmold, studierte auch an der Haute École de musique in Genf und war zwei Jahre Akademist, also Praktikant, beim Philharmonischen Staatsorchester der Staatsoper in Hamburg. Zur Flöte kam Amabile, weil er immer neidisch auf seine gut Klavier spielende Schwester war und dann einfach beim Blasorchester der örtlichen Musikschule mitmachte, als die einen Flötenspieler suchte. „Ich fand das Instrument gleich sehr schön, das war Liebe auf den ersten Blick.“ Und welche Musik liebt er? „Barock und Klassiker mehr als zeitgenössische Musik, aber ich bin da sehr offen.“