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Ein Film unter Nachbarn

Ein Film unter Nachbarn

Eritreer und Studierende der Hochschule für Künste drehen Trickfilm über Fluchtgeschichte

„Hallo, mein Name ist Shishay, ich komme aus Eritrea.“

Mit diesen Worten beginnt der Film „Crossing“, in dem Shishay die Flucht aus seinem Heimatland erzählt. Unterstützt wurde der junge Eritreer dabei von Studierenden der Hochschule für Künste. Gemeinsam produzierten sie einen rund viereinhalb Minuten langen Trickfilm, der mit handgefertigten Figuren Shishays lebensbedrohlichen Weg durch Afrika nachstellt.

„Es ist eine traurige Geschichte“, sagt der junge Mann, der darüber viel und lange mit den Studierenden geredet hat. In mehreren Wochen Arbeit haben sich die jungen Erwachsenen nicht nur gegenseitig kennengelernt, es sind Freundschaften entstanden – das wichtigste an diesem Filmprojekt, wie Shishay sagt. „Ich wollte unbedingt mit Deutschen in Kontakt kommen und vor allem die Sprache lernen.“

Anlass zum Projekt gab ein gemeinsames Essen im Rahmen eines Hochschul-Seminars zum Thema Migration. Unter den Gästen, die ganz in der Nähe der Kunsthochschule in Wohncontainern leben, waren neben Shishay auch seine Landsleute Ashebir und Teshome.

„Ich bot ihnen an, zu lernen, wie man Trickfilme macht“, erinnert sich Ulrike Isenberg, Leiterin der HfK-Filmwerkstatt. So starteten die jungen Männer erste filmische Projekte – der eine durch musikalische Begleitung, der andere durch die Einbindung persönlicher Fotografien im Film. Genau die richtigen Mittel, um dem Erlebten Ausdruck zu verleihen, wie Ulrike Isenberg erklärt: „Uns war es wichtig, dass sie ihre Geschichte selbst und nach ihren Vorstellungen ausdrücken können.“
Nur winzige Teile davon sind in den bisher erschienen Filmen erzählt. „Aber ich hoffe, irgendwann noch mehr darüber sprechen zu können“, sagt Teshome.

Film: Fotos aus Deutschland