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Halbe Halbe – Floating in, Swerving out, Doing Art and Theory

Erste Ausstellung des binational Artistic PhD-Programms der Hochschule für Künste Bremen

Halbe Halbe – Floating in, Swerving out, Doing Art and Theory, 14. – 19. Juni

Am 14. Juni werden die einzelnen Projekte der Ausstellung in Vortragsperformances von 18 bis 20 Uhr in den Räumlichkeiten der Gesellschaft für Aktuellen Kunst (GAK) Bremen vorgestellt. Um 20:30 Uhr beginnt dann die Vernissage der Ausstellung „Halbe Halbe“ auf dem HfK-Schiff „Dauerwelle“, die vom 14. bis zum 19. Juni besucht werden kann. Mit der Ausstellung nimmt die HfK auch an der Langen Nacht der Museen am 18. Juni teil.

„Die PhD-Kandidatinnen und Kandidaten haben sich Projekten und Forschungsaktivitäten gewidmet, die über klassische Disziplinengrenzen hinausgehen", sagt Prof. Dr. Andrea Sick, Konrektorin für künstlerische Forschung und internationale Angelegenheiten an der Hochschule für Künste. „Dies spiegelt sich auch in dem Namen der Veranstaltung wider. ‚Halbe Halbe‘ versinnbildlicht, dass eine Abgrenzung zwischen Kunst und Theorie in der Ausstellung, wie auch in der Praxis der Ausstellenden, nicht besteht“, so Prof. Dr. Sick. „Der Titel bringt aber natürlich auch eine gewisse Ironie, eine ironische Selbstreferenz, zum Ausdruck, die sich auf die Unmöglichkeit der Forderung bezieht, eine so strenge Aufteilung in Kunst und Theorie in allen Bereichen durchzuhalten und in der Arbeit immer schon mitzudenken. Eine genau kalkulierbare und messbare Wechselbeziehung lässt sich einfach nicht verrechnen,“ betont Prof. Dr. Sick.

Demgegenüber zeigen die vielfältigen Forschungspositionen, die in „Halbe Halbe – Floating in, Swerving out, Doing Art and Theory“ vorgestellt werden, eine große Bandbreite an Möglichkeiten, mit dieser Verschränkung umzugehen und diese auch zu hinterfragen. So entsteht eine Ausstellung mit Arbeiten, in denen Teile zugleich Ähnlichkeiten aufweisen und miteinander verknüpft werden können, sich voneinander abgrenzen und doch stets ihre Einzigartigkeit bewahren.

Durch den Blick in den Abgrund erforscht Luiz Zanotello dessen Verhältnis zum Unbekannten und wie die dabei entstehenden Gefühle ein Verständnis von Zeit bestimmen. Zeit und Zeitverständnis untersucht ebenfalls Elisa Storelli, insbesondere im Hinblick auf die Funktion der Kommunikation, der digitalen Materialität, des Wahrnehmens, Konstruierens und Bewahrens von Zeit. Um ein fehlendes oder mangelndes Bewahren geht es Elburuz Fidan, der durch die Betrachtung von umfangreichen Archivmaterial durch eine queere Linse Gegenwissen generiert. Irena Kukric wiederum inszeniert in Landschaften Szenen für unsichtbare Schauspieler:innen und Performanceinstallationen, mit einer ähnlichen Ausrichtung wie Izabella Dobielewska, die die Zentrierung auf den Menschen hin in Frage stellt, indem sie die Beziehung zwischen Mensch und Berg auf einer intimen Ebene dekonstruiert. Eine andere Dimension nimmt diese Frage für Harm Coordes an, der durch das Erzeugen von Erlebnissen und Gemeinschaft Modepraktiken erforscht, die neoliberale Strukturen unterlaufen; einer Demontage von kapitalistischen Prinzipien geht auch Henrik Nieratschker in seiner Tätigkeit als Künstler im Warenlager wie in seinen Analysen von Modellen der digitalisierten Arbeit nach. Modelle anderer Art stehen im Fokus von Joosten Müllers Forschungen zu Zellmodellen und deren Visualisierung, die er vor dem historischen Hintergrund von sich wandelnden Lernprozessen untersucht und für die er neue didaktische Ansätze vorschlägt, um die kleinsten Lebensbausteine zu verstehen. Diese kritische, befragende Haltung setzt auch Shoey Nam in ihrer Forschung um, die die eindeutige Bewertung von Gelächter und Trivialem als Element der Sorglosigkeit und Freude, als kathartisches Mittel bei Krisen und in schwierigen Situationen gegenüberstellt und deren Ambivalenz, Komplexität und Bedeutung betrachtet.

Die HfK bietet seit 2020 die Möglichkeit, im Rahmen des künstlerisch-wissenschaftlichen PhD-Programms zu promovieren.
Das binationale Promotionsprogramm wird aktuell in Kooperation mit der Leiden University (Academy of Creative and Performing Arts und in Zusammenarbeit mit Royal Academy of Art The Hague) und der Reichsuniversität Groningen (zusammen mit der Minerva Art Academy Groningen) und mit der Universität Göteborg (mit der HDK-Valand – Academy of Art and Design) ausgerichtet. Für die Zukunft ist die Zusammenarbeit mit weiteren internationalen Partneruniversitäten geplant.

In der Verbindung von anwendungsbezogener Forschung, künstlerischer Praxis, theoretisch-wissenschaftlicher Fundierung und einer individuellen Betreuung leistet das binationale PhD-Programm an der HfK einen wichtigen Beitrag zur künstlerisch-wissenschaftlichen und künstlerisch-gestalterischen Forschung in Deutschland.

Die Promovierenden qualifizieren sich für einen zukünftigen Werdegang an eben diesen innovativen Schnittstellen. Im Zentrum steht die künstlerisch-gestalterische Praxis, die die Grundlage für das Promotionsvorhaben, die daraus resultierenden Forschungstätigkeiten und neue Wege des Wissens und Verstehens darstellt.

Fragen beantworten
Prof. Dr. Andrea Sick
Konrektorin für künstlerische Forschung und
internationale Angelegenheiten an der HfK
E-Mail:

Dr. Kathrin Gollwitzer-Oh
Leitung Forschungs- und Nachwuchsförderung an der HfK
E.Mail:

Weitere Informationen:
https://artisticphd-hfkbremen.net/

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Bildunterschrift:
Die Ausstellung „Halbe Halbe– Floating in, Swerving out, Doing Art and Theory” findet auf dem Ausstellungsschiff „Dauerwelle“ statt. (Foto: Lukas Klose)

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