Top of page

HEC fördert HfK-Studierende der Digitalen Medien

Erleuchtende Kooperation

HEC fördert HfK-Studierende der Digitalen Medien

Platz nehmen in einer Installation der Hochschule für Künste (HfK) Bremen und dabei Energie erzeugen, das können ab Mitte November Mitarbeitende und Kunden der HEC GmbH. Einige Tage lang präsentiert das Bremer IT-Unternehmen ab dem 18. November 2022 das von ihm geförderte Projekt der Master-Studentin Boeun Kim.

Die Südkoreanerin studiert Digitale Medien an der HfK Bremen und hat „A chair for co-responding“ entwickelt. Er bündelt die Wärme eines auf ihm platzierten Hinterteils und wandelt sie per Temperaturdifferenzgenerator in Strom um. Der wird an eine Lampe weitergeleitet, die Pflanzen bestrahlt und ihnen so Energie zum Wachsen sowie zur Photosynthesearbeit liefert. Vom Produkt Sauerstoff wiederum profitiert der Mensch auf dem Stuhl. Ein Idealbeispiel dafür, wie ein erfinderischer Umgang mit Technologie positive Wirkungen entfalten kann.

Und genau das interessiert auch die HEC: Gerade in der aktuellen Zeit geht es darum, ein Bewusstsein für Nachhaltigkeit zu schaffen und mit unkonventionellen Lösungen zu zeigen, wie Energieeffizienz gelingen kann. Darüber hinaus ist für das Digitalunternehmen der Aspekt des Internets der Dinge interessant. Denn die Idee, dass alles mit allem online in Verbindung steht, als Netzwerk kommuniziert und interagiert, bedeutet auch, dass Sensoren, Software und Technologie der beteiligten physischen Objekte und Systeme mit Strom versorgt werden müssen. Wenn dies mit Akkus, Solarpanels oder Generatoren nicht möglich ist, wird alternative Energieversorgung notwendig. Einen vielversprechenden Ansatz, darüber neu nachzudenken, liefert nun Boeun Kim. Dabei wird sie von der HEC unterstützt.

Inhalt der Kooperation des 1988 gegründeten Unternehmens mit dem Studiengang Digitale Medien ist, dass jährlich bis zu zwei Projekt-, Seminar- oder Abschlussarbeiten mit bisher 1.500 Euro von der HEC gefördert werden. Das Unternehmen hat keinen Einfluss auf die inhaltliche und formale Ausgestaltung der geförderten Projekte. Allein die Studierenden entscheiden, wie die Fördermittel ihrer Arbeit am besten dienen können.

Die Projektförderung besteht seit 2013. Ziel: Praxisbezug auf der einen und kreativer Input auf der anderen Seite. „Für uns ist es enorm wichtig, am Puls der Zeit zu sein, und deshalb blicken wir gemeinsam mit Studierenden und jungen Hochschulabsolventen über unseren technischen und methodischen Tellerrand hinaus“, sagt HEC-Geschäftsführer Dr. Thorsten Haase. „Wir zeigen, wie insbesondere das Thema Digitale Medien in realen Projekten Anwendung findet und versuchen so, die Studierenden in ihren Kompetenzen zu unterstützen. Wir erhalten auf diese Weise Denkanstöße für unsere tägliche Arbeit, können Öffentlichkeit schaffen und Talente finden.“ Für die HfK Bremen ist die HEC ein Türöffner zur Bremer Medien- und Agenturszene, also potenziellen Arbeitgebern für die Absolvent:innen. In der Vergangenheit haben einige Geförderte bei der HEC oder einem angeschlossenen Unternehmen gearbeitet bzw. tun es noch.

Die ausgezeichneten Projekte spiegeln das Spektrum des Studiengangs Digitale Medien wider. Dort wird sehr experimentell, frei und gestalterisch-künstlerisch mit neuer Technologie umgegangen und wissenschaftliche Arbeit geleistet. „Unsere Studierenden können sowohl Medienkunst schaffen wie auch lösungsorientiert eine App entwickeln, diese kreative Offenheit des Studiums hat der Wirtschaft mehr zu bieten als rein technisch orientierte Ausbildungen“, erklärt Peter von Maydell, HfK-Professor für Interfacedesign. „Zudem sind wir kulturell und ästhetisch ein Stück weiter und komplexer als viele andere, weil wir bei unseren Entwicklungen auch Faktoren wie Ökobilanz, Sozialverträglichkeit, Klimaschutz etc. stets mit bedenken.“ 176 Studierende sind derzeit in den Bachelor- und Master-Studiengang Digitale Medien eingeschrieben, 35 Erstsemester wurden gerade immatrikuliert.

Die HEC- Förderungen für 2023 sind bereits ausgeschrieben. Mit rund 20 Anträgen rechnen die Verantwortlichen. Eine Jury lobt in Zusammenarbeit mit der HEC die Gewinner aus.

Bisherige Gewinnerprojekte der HEC-Förderung

Die erste HEC-Projektförderung 2013 ging an Melanie Glauz, die ein Handy-Navigationssystem für Tourist:innen in Bremen entwarf. Die App wurde weiterentwickelt bei der Team-Neusta-Unternehmensgruppe, zu der die HEC GmbH seit 2008 gehört.
Für „[Selbst]Experimente“ entwickelten 40 Studierende im Jahr 2014 klang-räumlich-performative Projekte im Güterbahnhof.
Ebenfalls 2014 programmierte Oliver Nölting einen webbasierten Finanz- und Lebensstil-Rechner, der interaktiv erklärt und visualisiert, wie jeder Bundesbürger weniger Geld ausgeben, stattdessen sparen und viel früher als die meisten Menschen in Rente gehen kann.
2015 integrierten Studierende interaktive Technologien in Möbel und Nuri Ovüc realisierte 360-Grad-Videos für VR-Brillen.
2016 ging es Dennis Siegel um den Bau von Sensoren und Steuerungseinheiten zur Autonomisierung des Fahrradfahrens. Ebenfalls gefördert wurde „Die Poesie des Messens“, Teilnehmer:innen der Lehrveranstaltung erdachten und konstruierten Messinstrumente, suchten Darstellungsformen für die gelieferten Daten und inszenierten Messvorgänge.
2017 kreierte der erste HEC-Preisträger, Dennis Hoffmann, einen mobilen 3-D-Objekt- und -Raumscanner, der zweite Gewinner, David Unland, ließ soziale Kommunikationsdynamiken mit audiovisuellen Modulen sicht- und hörbar werden.
2018 beschäftige sich Lorenz Potthast mit der Bildschirmtechnologie der Zukunft und Sharang Sharma entwickelte pädagogisch wertvolle Computer für Kinder.
Die 2019 geförderten Projekte konnten 2020 wegen Corona nicht finalisiert werden.
2020/21 setzte die Förderung pandemiebedingt aus.
2022 ist nun Kim Boeun am Start mit ihrer Stromerzeugung im Sitzen.

a chair for coresponding 01 kleiner.jpg
bk-a chair for co-responding -02 kleiner.jpg
a chair for coresponding 04.jpg
a chair for coresponding 03 kleiner.jpg

© Boeun Kim