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Nachruf Prof. h. c. Dr. jur. Klaus Hübotter

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Prof. h.c. Dr. jur. Klaus Hübotter bei der Grundsteinlegung des Speicher XI a in der Bremer Überseestadt 2021. Foto: Jörg Sarbach

Die Hochschule für Künste (HfK) Bremen trauert um ihren langjährigen Freund, Förderer und Wegbereiter Prof. h.c. Dr. jur. Klaus Hübotter, der am 21. Juni 2022, im Alter von 92 Jahren verstorben ist.

„Wir verlieren mit Klaus Hübotter einen Menschen, der mit Humor, Scharfsinn und Sachverstand hinter der HfK und ihren Studierenden stand, einen verlässlichen Partner und inspirierenden Förderer – einen wirklichen Freund“, sagt Professor Roland Lambrette, Rektor der Hochschule für Künste Bremen.

Klaus Hübotter hatte viele Leidenschaften und Facetten: Er war Bauunternehmer, Mäzen, Ehrenbürger Bremens, Ehrensenator der HfK, Dichter, Linker, Mitglied der Friedensbewegung und Wegbereiter kultureller Einrichtungen. Geboren wurde er am 17. Mai 1930 in Hannover. Er studierte in Hamburg Rechtswissenschaften und promovierte zu dem Thema "Die Planung einer Stadt – Rechts- und Organisationsfragen beim Bau neuer Gemeinden in der Bundesrepublik" bevor sein Weg ihn 1962 nach Bremen führte.

Ein Schritt, der die Hansestadt nachhaltig prägte. Klaus Hübotter hat oft scheinbar unmögliche Bauprojekte möglich gemacht. Die Villa Ichon, die auf seine Initiative bis 1982 wiederinstandgesetzt wurde, ist ein zentrales Forum friedenspolitischer Initiativen mit überregionaler Bekanntheit.

Er war darüber hinaus für die Sanierung sowie den Um- und Ausbau des Speichers XI als Standort der Hochschule für Künste und des privaten Hafenmuseum in der Überseestadt verantwortlich.

So hat die HfK Gemeinschaft es maßgeblich Klaus Hübotter zu verdanken, dass sie heute in dem Speicher XI arbeiten, lehren, studieren und experimentieren kann.

Als letztes Projekt für die HfK hat Klaus Hübotter auch den Bau des neuen Speichers XI A auf den Weg gebracht, der aktuell in der Überseestadt entsteht.Die HfK Bremen ist stolz, dass das Lebenswerk von Klaus Hübotter in diesem Sinne auch durch ihr Wirken fortbestehen wird.

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Prof. h.c. Dr. jur. Klaus Hübotter beim Richtfest des Speicher XI 2002. Foto: Ralf Schneider

Darüber hinaus war Hübotter verantwortlich für den Erhalt und die Sanierung des Bamberger Hochhauses, das heute die Volkshochschule beherbergt. Auch die Umnutzung des ehemaligen Radio Bremen-Geländes mit dem Konzertort Sendesaal wurde von ihm realisiert. Der Umbau, die Sanierung und die Einrichtung des Haus der Wissenschaft (HdW), das den Bremerinnen und Bremern aktuelle Themen aus der Wissenschaft näher bringt, wurde ebenso durch ihn ermöglicht. Die Hochschule für Künste Bremen gehört zu den Trägerinstitutionen des HdW.

Neben mehrfachen Auszeichnungen durch den Bund Deutscher Architekten (BDA), wurde Klaus Hübotters Projekt zur Rettung der Villa Ichon 1984 mit dem deutschen Preis für Denkmalpflege ausgezeichnet. Im Januar 2007 erhielt er als erster die Bremer "Auszeichnung für Baukultur" (vergeben vom Bremer Zentrum für Baukultur). 2010 wurde er zum Bremer Ehrenbürger ernannt.

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Der Bremer Ehrenbürger, Bauunternehmer und Mäzen Prof. h.c. Dr. jur. Klaus Hübotter Foto: privat

Klaus Hübotter vereinte in sich die seltene Gabe, gleichzeitig visionärer Unternehmer und selbstloser Förderer der Stadt zu sein. Sein Lebenswerk – historische Bausubstanz zu erhalten und mit aktuellem künstlerischem Leben zu füllen – hat die HfK und Bremen nachhaltig geprägt.

Anlässlich des 100-jährigen Jubiläums des Speichers XI im Jahr 2011 ernannte ihn der Akademische Senat der HfK zum Ehrensenator, ein Zeichen des Dankes, der Verbundenheit und der bleibenden Wertschätzung für sein jahrelanges Engagement.

„Sein aufrichtiges Interesse, seine Warmherzigkeit und seine Großzügigkeit haben uns zutiefst berührt. Wir werden ihn sehr vermissen und ihm ein ehrendes Andenken bewahren. Unser Mitgefühl gilt seiner Familie“, so Professor Roland Lambrette.