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Pressemitteilung: „Copy and Paste“: Musikalisches aus dem Computer

Pressemitteilung:
„Copy and Paste“: Musikalisches aus dem Computer

Konzert der Hochschule für Künste Bremen zeigt Künstliche Intelligenz und ihre Wirkung in der Musik

Die Hochschule für Künste lädt zu einem Konzert ein, angefüllt mit von Künstlicher Intelligenz (KI) gespielter Musik. Am 13. Juli 2019, 14 Uhr werden HfK-Studierende unter der Leitung von Claudia Birkholz, Dozentin für Klavier und zeitgenössische Musik, Werke von Erik Satie sowie vom KI-Programm von David Cope komponierte Stücke aufführen. Eingebettet ist die Veranstaltung in die noch bis zum 10. August 2019 laufende HfK-Ausstellung „destination unknown_Wo wollen wir hin?“ in der Unteren Rathaushalle, in der die HfK Bremen mit Exponaten, Konzerten und Performances neue Perspektiven ins Spiel bringt und gesellschaftliche Verhältnisse infrage stellt.

„Kann Künstliche Intelligenz Musik schreiben?“
Konzert mit HfK-Studierenden Ruiyang Gong,
Stella Osipova, Liesa Rudolph und Rebeka Tóth,
unter der Leitung von Claudia Birkholz
13. Juli 2019, 14 Uhr
Untere Rathaushalle
Am Markt 21, 28195 Bremen

Eintritt frei

Dieses Konzert steht ganz im Zeichen von Künstlicher Intelligenz (KI). KI wird darüber definiert, dass sie menschliche Intelligenz durch Computerprogramme oder Roboter simuliert. Im privaten wie beruflichen Alltag sehr vieler Menschen ist KI nicht mehr wegzudenken, vor allem beim Gebrauch des allgegenwärtigen Smartphones. Wie aber entwickelt sich die KI weiter? Kann sie auch kreativ sein? Kann Künstliche Intelligenz Musik schreiben? Wie sieht diese Musik aus? Wie erlebbar ist sie?
Die Student*innen Ruiyang Gong, Stella Osipova, Liesa Rudolph und Rebeka Tóth wirken als Ausführende der „Virtual Music by EMI“ (David Cope) im Stil von Bach, Johanes Brahms, Chopin und Mozart. Außerdem werden vier Werke des französischen Komponisten Erik Satie (1866–1925) aufgeführt. Satie gilt als Wegbereiter des musikalischen Komponierens nach einer Art Baukastensystem, mit immer wiederkehrenden Mustern. Claudia Birkholz wird durch die Veranstaltung moderieren.
Die Kombination KI und Musik wird bereits seit 30 Jahren erforscht. KI-Systeme in der Musik können auf verschiedensten Ansätzen beruhen. Der bekannteste Ansatz ist Professor David Copes „Re-Kombination von Mustern“. Cope (geb. 1941) gilt als der KI-Pioniere in der Musik, der die Re-Kombination von Mustern ab dem Jahr 1970 erforscht. Er entwickelte bei seiner Arbeit die Software EMI (Experimental Musical Intelligence), die jedes musikalische Muster erkennen und fortschreiben kann. Lässt man das System mit Mozarts Musik arbeiten, komponiert es Werke, die klingen als stammten sie direkt aus der Wiener Klassik. Mit verblüffenden Ergebnissen: KI-programmierte Musik ist oftmals nur von Expert*innen von menschlich komponierter zu unterscheiden. Dabei benötigt das System aber immer noch den kreativen Input humangenerierter Musik, Kreativität als Charaktermerkmal lässt sich (noch) keinem Computer implementieren. Ebenso haftet maschineller Musik der nicht zu unterschätzende Nachteil an, dass sie nicht nach erlebter und gefühlter Musik klingt.

Claudia Birkholz ist seit 1993 Dozentin für Klavier und zeitgenössische Musik an der HfK Bremen. Ihr Musikstudium absolvierte sie bei Prof. Kurt Seibert ebenfalls an der HfK Bremen. Ihren Abschluss der staatlichen Musiklehrer*innen-Prüfung erhielt sie 1986, 1991 folgte ihre künstlerische Konzertreifeprüfung. In den kommenden Jahren folgten Studien bei Karl-Heinz Kämmerling, Vitaly Margulis, Elisabeth Leonskaja, Germaine Mounier, Claude Helffer. Claudia Birkholz ist Preisträgerin verschiedener Wettbewerbe, darunter des Bremer Klavierwettbewerbs, des Förderpreises der Sparkasse Bremen oder des Stipendiums des Richard-Wagner-Verbands. Besonders engagiert sie sich für die Förderung zeitgenössischer Musik. Sie gründete 2012 den Verein „Realtime-Forum Neue Musik“ und ist künstlerische Leiterin des 2020 erstmals stattfindenden „Realtime – Internationales Festival für Neue Musik“ Sie spielte zahlreiche Rundfunkproduktionen beim SWR, WDR, NDR, DRS, ORF, RB mit Werken von Max Bruch bis James Dillon sowie Fernseh- und Hörspielproduktionen ein. Gastspielverträge am Bremer Theater, Konzertreise und Auftritte mit der Deutschen Kammerphilharmonie Bremen. Mit Institutionen wie der Kunsthalle Bremen, der Weserburg Museum für moderne Kunst, dem Dom zu Bremen, der Uwe und Karin Hollweg Stiftung und der Hochschule für Künste Bremen verbindet Claudia Birkholz eine langjährige Zusammenarbeit in unzähligen Projekten.
Um Themen unserer Zeit mit der Musik unserer Zeit zu verknüpfen, live zu präsentieren und damit greifbar zu machen, rief Claudia Birkholz 2015 die Gesprächskonzertreihe „Let´s talk music“ in Bremen ins Leben. Gäste aus verschiedenen Bereichen der Wissenschaft, der Neurologie, der Musikpsychologie und der künstlichen Intelligenz sind in diesen Konzerte Gäste und kommen mit dem Publikum in angeregte Gespräche.
Die Hochschule für Künste Bremen ist die führende Kunsthochschule in Nordwestdeutschland. Mit 860 Studierenden, 61 Professor*innen und 158 Lehrbeauftragten bietet die HfK Bremen ein einzigartiges Portfolio von Lehrveranstaltungen und garantiert eine individuelle Förderung der Studierenden in Werkstätten, Laboratorien und Studios sowie Übungsräumen und Konzertsälen. Zentrale Qualität der HfK Bremen ist die interdisziplinäre Verbindung der unterschiedlichen Disziplinen zwischen Kunst, Design und Musik, die in gemeinsamen Projekten entwickelt wird. Die HfK Bremen hat zwei Standorte, der eine befindet sich in einem historischen Speichergebäude der Überseestadt, den ehemaligen Docklands von Bremen, der andere in einem klassizistischen Gebäude im historischen Zentrum der Stadt.

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Porträt Claudia Birkholz © Nico Hinrichs

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Porträt Claudia Birkholz © Andreas Caspari

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Claudia Birkholz bei KI-Konzert, Veranstaltungsreihe „Let’s talk music“ © Rolf Schoellkopf

Impressum
Hochschule für Künste Bremen, verantwortlich: Pressestelle
Am Speicher XI 8, 28217 Bremen
Telefon 0421.9595 1031, Fax 0421.9595 2031
E-Mail: , www.hfk-bremen.de

7. Juli 2019