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Shirin Mohammad gewinnt den Karin-Hollweg-Preis

"Setting des Unbehagens"

Der Karin-Hollweg-Preis 2021 geht an Shirin Mohammad für ihre Installation "In der Mitte der Furt".

Sie ist zu sehen im Kellergeschoss der Gesellschaft für Aktuelle Kunst (GAK) im Rahmen der HfK-Meisterschüler:innen-Ausstellung.

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Von links: David Bartusch (Vorsitzender des Freundes- und Förderkreises der HfK Bremen), Karin Hollweg und Shirin Mohammad. Foto: Lukas Klose

Geboren 1992 in Teheran, Iran, lebt und arbeitet Shirin Mohammad derzeit in Berlin und Teheran. Dort absolvierte die Künstlerin auch ihren Bachelor in Cinema, ihr Diplom in Bildender Kunst hat sie an der Hochschule für Künste (HfK) Bremen erworben. Ebenfalls an der HfK Bremen begann sie anschließend ihr Meisterschüler:innen-Studium bei Professorin Natascha Sadr Haghighian.

Zu ihren jüngsten künstlerischen Beteiligungen zählen: 2021 Berlin Program For Artists; 2019 Einzelausstellung in der Saatchi Gallery, London, und der Summer Residents in der Delfina Foundation, London.

Jurybegründung:
"Mohammad greift mediale Bilder von Protesten iranischer Landwirte im Frühjahr 2021 auf und schafft ein gegenwärtiges und konsequentes Setting des Unbehagens, das den von Bremen weit entfernten Ort, die soziopolitische Relevanz einer globalen Umweltkrise und Fragen nach Verantwortung miteinander verwebt. Als Reaktion auf Wasserknappheit, Stromausfälle und Preisverfall, schütteten die iranischen Landwirte ihre gemolkene Milch auf die Straße und schlachteten ebendort eine Kuh. Diese Bilder mit hoher Symbolkraft und eindrücklicher Dramatik überführt Mohammad in ein Diorama, das die Bilder formal überzeugend reaktiviert, aber auch die Distanz zu den Ereignissen reflektiert. Ihre Installation befindet sich hinter der verschlossenen Glasfassade zum Projektraum. ,is a matter of crossing and breaking down.' ist fortlaufend auf einem LED-Panel zu lesen, transparente Glasaufkleber auf den Scheiben suggerieren Einschusslöcher und schreiben ein Moment von Krise und Gewalt in die Arbeit ein. Mohammads vielteilige Installation fungiert dabei auch als kinematografisches Bild. Als im besten Sinne zeitgemäß, vermag die Arbeit narrative Verschiebungen und Verknüpfungen zu schaffen und die Frage aufzuwerfen, wer die Schafe sind, deren Wege in der Installation gelenkt werden. Die vielschichtige Reflektion gesellschaftlicher Bedingungen zwischen Vergangenheit und Gegenwart, dokumentarischer Bilder und ihrer künstlerischen Übersetzung hat die Jury überzeugt. Die Jury beglückwünscht Shirin Mohammad und freut sich auf ihre Einzelausstellung."

Jury 2021:

  • Dr. Annett Reckert (Kunsthalle Bremen)
  • Wolfgang Hainke (Künstler, Bremen)
  • Dr. Andreas Kreul (Karin und Uwe Hollweg Stiftung)
  • Nadja Quante (Künstlerhaus Bremen)
  • Dr. Matilda Felix (Städtische Galerie Delmenhorst)
  • Dr. Frank Schmidt (Museen Böttcherstraße)
  • Annette Hans (GAK Gesellschaft für Aktuelle Kunst)
  • Janneke de Vries (Weserburg Museum für moderne Kunst)

Preis:
Der Karin Hollweg Preis ist einer der bedeutendsten und höchstdotierten Förderpreise aller Kunsthochschulen in Deutschland. Ermöglicht wird er dank der großzügigen Unterstützung der Karin und Uwe Hollweg Stiftung. Der Preis ist mit 15.000 Euro ausgewiesen, wobei eine Hälfte als Preisgeld direkt an die Preisträger*innen geht, die zweite Hälfte ist für die Realisierung einer Einzelausstellung reserviert.

Bisherige Preisträger:innen:
Das Dilettantin Produktionsbüro (Anneli Käsmayr und Jenny Kropp zusammen mit Claudia Heidorn, Anna Jandt und Alberta Niemann) (2007), Verena Johanna Müller (2008), Christian Haake (2009), Nicolai Schorr (2010), Noriko Yamamoto (2011), Janis E. Müller (2012), Franziska Keller (2013), Z. Schmidt (2014), Tobias Heine (2015), Claudia Piepenbrock (2016), Felix Dreesen (2017), Zhe Wang (2018), Mattia Bonafini / Luisa Eugeni (2019) und Kate Andrews (2020).

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Shirin Mohammad: In der Mitte einer Furt, 2021, Fotos: Lukas Klose

Das Foto von Shirin Mohammad hat Marwah Almugait gemacht.