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Stellungnahme zu den geplanten Kürzungen des Wissenschaftsetats

Hochschule für Künste Bremen
Stellungnahme zu den geplanten Kürzungen des Wissenschaftsetats

Das Einfrieren des Wissenschaftsetats auf 420 Millionen Euro für die kommenden Jahre versetzt die Leitungen, Lehrenden, Studierenden und die Mitarbeiter*innen der Hochschulen des Landes Bremen in größte Besorgnis.

„Diese Planung bedeutet de facto den Abbau von geplanten Stellen in Lehre, Wissenschaft, Forschung und Dienstleistung an der Hochschule für Künste. Dies schwächt massiv ihr künstlerisch wissenschaftliches Profil und entkräftet damit auch den Wissenschafts Kreativwirtschafts und Kulturstandort Bremen nachhaltig“, betont Prof. Roland Lambrette, Rektor der Hochschule für Künste HfK „Die Deckelung des Etats und jede noch so geringe Kürzung gefährdet die Hochschule für Künste Bremen in ihrer Substanz.“

Das Einfrieren des Wissenschaftse tats bedeutet für die HfK:

  • Insgesamt gehen 21,3 Stellen verloren, davon 9 in Lehre Wissenschaft und Kunst sowie 12,3 im Dienstleistungsbereich.
  • Im Bereich der Lehre und der künstlerischen Forschung und Entwicklung ist um nur zwei Beispiele der Konsequenzen zu nennen im Fachbereich Musik die Herstellung der für die Ausbildung unverzichtbaren vollen Orchesterfähigkeit nicht mehr durchzuführen. Im Fachbereich Kunst und Design sind die dringend benötigten Investitionen für den Erhalt und Ausbau der Schnittstellen der Hochschule zu Wirtschaft und Zivilgesellschaft nicht mehr möglich.
  • Im Dienstleistungsbereich kann das erforderliche Maß an Unterstützung, Organisation und Sicherheit nicht mehr geleistet werden. Dieser Bereich bietet die Infrastruktur, auf die unsere Studierenden und Lehrenden in allen Belangen von Studium, Lehre und Forschung angewiesen sind. Die HfK wird dadurch in ihrer Wettbewerbsfähigkeit im nationalen und internationalen Vergleich stark zurückfallen.
  • Die Beschäftigten im Dienstleistungsbereich arbeiten bereits jetzt weit über Limit, denn die HfK Dienstleister*innenquote also das Verhältnis von Lehrenden zu Verwaltungsmitarbeiter*innen liegt unter dem Niveau der anderen Bremer Hochschulen und rangiert im bundesweiten Vergleich auf einem der letzten Plätze.
  • Im Bereich der Sach- und Investitions kosten würde die HfK zusätzlich etwa 750.000 Euro an Zuschuss verlieren obwohl bis zum Jahr 2025 bereits ein konkreter Investitionsbedarf von zirka 8 Millionen Euro aufgelaufen sein wird der eigentlich über den konkreten Investitionszuschuss hinaus durch weitere Maßnahmen des Wissenschaftsplans realisiert werden sollte.

Der von der Bremischen Bürgerschaft beschlossene Wissenschaftsplan 2025 sah eine Absicherung des Dienstleistungsbereichs und die Besetzung essenzieller Professuren für die Fachbereiche Musik und Kunst und Design vor.

Nach einer Abwärtsspirale, hervorgerufen durch den Stellenabbau auf Grund der kontinuierlichen Kürzungen in den vergangenen zehn Jahren, hat der Wissenschaftsplan 2025 endlich die Perspektive eröffnet, die ursprüngliche Mindestausstattung der HfK wiederher zustellen. Mit dieser Aussicht konnte die HfK bereits in den letzten beiden Jahren ihre Leistungsfähigkeit und dank der eigenen nationalen und internationalen Vernetzung auch Bremens Strahlkraft steigern. Diese positive Entwicklung die sich auch in der Sichtbarkeit der HfK widerspiegelt würde mit der Deckelung des Etats und der Dehnung des Wissenschaftsplans weit über 2025 hinaus, im Keim erstickt werden.

Die Hochschule für Künste fungiert in der Bremer Hochschullandschaft mit ihrer interdisziplinären Lehr und Forschungsausrichtung in Musik, Integriertem Design, Digitale Medien und Freien Kunst als Schnittstelle zwischen den klassischen Wissenschaftsdisziplinen, was frische Perspektiven und damit neue kritische Analysen der aktuellen gesellschaftlichen Herausforderungen eröffnet.

„Musik, Integriertes Design, Digitale Medien und Freie Kunst sind an der Hochschule für Künste so Roland Lambrette, „nie als rein künstlerische Disziplinen zu betrachten, vielmehr reflektieren sie und setzen sich kritisch wie auch praxisorientiert mit den Bereichen Digitalisierung, Ressourcenmanagement, Nachhaltigkeit und Mobilitätswandel auseinander.“ Schwerpunkte setzt die HfK beispielsweise in den Bereichen Material und
Formforschung, Digitalisierungs und Automatisierun gsverfahren sowie der experimentellen Fertigung von hybriden und E-Textilien. Dabei fließen auch Fragen nachhaltiger Arbeits und Produktionsprozesse ein. Hierbei steht die HfK in Kooperation mit Akteur*innen der regionalen, überregionalen und internationalen (Kreativ-) mit Expert*innen von Wissenschaftseinrichtungen und Künstler*innen.

Die Absolvent*innen der HfK gründen Start ups und bilden in Bremen eine Infrastruktur, die als Heimathafen und Andockstation der Kultur und Kreativ Wirtschaft funktioniert und so die Qualität der Hansestadt als Wissens Gründungs und Kulturstandort steigert.

Als Kunst und Musikhochschule ist die HfK Bremen mit über 400 qualitativ hochwertigen Veranstaltungen pro Jahr ein wichtiger Partner und Aushängeschild der Bremer Kulturlandschaft Corona bedingt wurden mit großer Geschwindigkeit neue digitale Ausstellungs und Aufführungsformate entwickelt, die die Präsenz der HfK erhalten und ihre Reichweite deutlich erhöht haben.

HfK-Künstler*innen und Gestalter*innen starten an der HfK ihre Karrieren bereichern mit ihrer Expertise die Stadtgesellschaft und machen Bremen zu einem attraktiven Wohn Lebens Studien ort da mit stärken sie auch den Arbeits und Wirtschafts standort. Auch dieser Beitrag der HfK der Bremen insbesondere für ein junges Publikum attraktiv macht könnte durch das Einfrieren des Wissenschaftsetat nicht mehr in der bisherigen Form geleistet werden.

Kontakt:
pressestelle@hfk bremen.de
0421 9595 103 0 31
www.hfk bremen.de