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Was macht eigentlich

Was macht eigentlich…?

In unserer neuen Rubrik „Was macht eigentlich…?“ erzählen Hochschulangehörige von und über ihre Arbeit.

Melanie Franz-Özdemir
Wissenschaftliche Mitarbeiterin für Qualitätsmanagement und Evaluation im Fachbereich Musik

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Was ist Ihr Werdegang und seit wann sind Sie an der HfK?

Nach einem Studium in Kultur- und Musikwissenschaft sowie Germanistik an der Universität Bremen war ich freiberuflich in den Bereichen Musikvermittlung, Kulturmanagement und Evaluationsforschung tätig. Von 2009 bis 2012 leitete ich ein Forschungsprojekt der empirischen Bildungsforschung an der Technischen Universität Braunschweig. Darin ging es um eine begleitende Evaluation des Programms „Jedem Kind ein Instrument“ (JEKI) in NRW und Hamburg mit Fokus auf der interprofessionellen Kooperation zwischen Grund- und Musikschullehrkräften. Für die Hochschule für Künste arbeite ich seit Mai 2012 und bin hier Wissenschaftliche Mitarbeiterin für Qualitätsmanagement und Evaluation im Fachbereich Musik und lokale Koordinatorin für das Netzwerk Musikhochschulen – einem Projekt des Qualitätspakt Lehre, gefördert durch das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF).

Was beinhaltet Ihre Arbeit? Was kann man sich unter Qualitätsmanagement und Evaluation vorstellen?

Unter Qualitätsmanagement (QM) kann man sich eine Zusammenstellung von Verfahren, Instrumenten, Prozessen u.ä. vorstellen, mit deren Hilfe die Qualität – im Falle von Hochschulen ist das im Wesentlichen die Qualität von Studium und Lehre – auf verschiedenen Ebenen systematisch weiterentwickelt werden kann. Einen zentralen Baustein im QM an Hochschulen machen Evaluationen aus. Hier liegt auch einer meiner Arbeitsschwerpunkte im Rahmen des Netzwerks Musikhochschulen. Als das Netzwerk 2012 als Zusammenschluss von zwölf deutschen Musikhochschulen antrat, waren strukturierte Evaluationen an Musikhochschulen nicht weit verbreitet und hatten den Charakter von kleinen Pilotversuchen. Ein Ziel des Netzwerks und damit auch meiner Arbeit war und ist es, musikhochschulspezifische Evaluationsverfahren zu entwickeln, also Verfahren, die die spezifischen Lerninhalte, -formate und Rahmenbedingungen von Musikhochschulen berücksichtigen. Mit diesen Evaluationen wird es dann möglich, systematisch erkenntnisorientierte Daten aus der Lehre zu gewinnen und darauf aufbauend in dialogischen Prozessen die Lehrqualität zu verbessern.
Ein weiterer Schwerpunkt meiner Arbeit und der des Netzwerks ist die Lehrentwicklung, was im Wesentlichen Fortbildungsangebote für Lehrende beinhaltet. Wir haben z. B. das erste deutsche Lehrzertifikat für Musikhochschulen entwickelt. Ein großer Vorteil bei meiner Arbeit ist die Zusammenarbeit und der Austausch mit meinen Netzwerkkolleg*innen.

Was sind die Besonderheiten und Spezifika im Fachbereich Musik, auf was muss besonderes Augenmerk gerichtet werden?

Vergleicht man die Lehre an Musikhochschulen mit der in wissenschaftlichen Fächern an Universitäten wird schnell deutlich, wo die Besonderheiten eines Musikstudiums liegen. Im Gegensatz zu Massen-Vorlesungen finden bei uns die Lehrveranstaltungen in kleinen Gruppen statt und ermöglichen damit ganz andere Formen der Interaktion und des Lernens. Die Lehre kann allein durch diese Gruppengröße viel individueller und praxisorientierter gestaltet werden als anderswo. Praxisorientierung ist überhaupt auch das nächste Stichwort. Während Universitäten sich seit Jahren bemühen, ihre Studiengänge praxisorientierter zu gestalten, ist das seit jeher ein inhärenter Bestandteil des Musikstudiums, so z. B. im Einzelunterricht und in den vielen Projekten der künstlerischen Praxis. Und im Einzelunterricht liegt natürlich die ganz spezielle Besonderheit des Studiums. Er ist sozusagen die Krone des individuellen Lernens und ermöglicht die Spezialisierung auf einem Instrument oder der Stimme. Er bildet den Kern der künstlerischen Entwicklung der Studierenden hin zur musikalischen Exzellenz. Und dann ist da noch die ausgeprägte Heterogenität und Diversität der Studierenden- und Lehrendenschaft als Besonderheit zu nennen.
Aus diesen Besonderheiten leiten sich dann auch die Anforderungen für Evaluationen ab. Die Bewertungskriterien, aber auch die Formate der Befragung müssen angepasst werden. Insbesondere durch die kleinen Gruppen ergibt sich die Notwendigkeit eher dialogorientierte Verfahren einzusetzen statt der traditionellen Massenbefragungen mit anonymen Fragebögen. Aber genau darin liegt auch eine große Chance für die Lehrentwicklung, da sie den direkten Austausch zwischen Lehrenden und Studierenden über die Lehre befördern. Ich verstehe Evaluationen nicht als kontrollierendes Element, sondern als Instrument der Lehrentwicklung.

Sie haben jüngst eine Studierendenbefragung zur digitalen Lehre im Sommersemester 2020 – sowohl aus dem Fachbereich Musik als auch aus dem Fachbereich Kunst und Design – durchgeführt. Was waren die Ergebnisse?
Durch Corona musste im Sommersemester die Lehre fast ausschließlich digital stattfinden. Dies stellte die Hochschule natürlich vor enorme Herausforderungen. Mit der Befragung – übrigens auch der Lehrenden – wollte ich eine Datenbasis zum Status Quo der digitalen Lehre bieten und Entwicklungspotenziale für die Zukunft aufzeigen. Dabei wollte ich auch herausfinden, wie eine kunst- und musikspezifische Digitalisierung der Lehre aussehen könnte, denn hier gilt das gleiche wie bei den Evaluationen: Eine 1:1-Übertragung von Konzepten aus wissenschaftlichen Fächern ist nicht sinnvoll oder erfolgsversprechend. Sie müssen angepasst oder neu entwickelt werden.

Bei der Befragung zeigte sich, dass insbesondere der Einzelunterricht im Fachbereich Musik nicht adäquat online über Videokonferenzen abgebildet werden kann. Insbesondere die klanglichen Einschränkungen waren zu groß, so dass der Lernerfolg geringer war als beim Präsenzunterricht. Und natürlich fehlte vielen Studierenden der Zugang zu den Überäumen. Im Fachbereich Kunst und Design waren es die Ateliers und Werkstätten, die den Studierenden fehlten, um adäquat künstlerisch arbeiten zu können. Und eine Präsentation der eigenen Arbeit mit Kameras war auch nur eingeschränkt möglich. Besonders schmerzlich vermisst hat die Mehrheit der Studierenden aus beiden Fachbereichen während des digitalen Semesters die Interaktion und den gemeinsamen Austausch. Trotz alledem gab es durchaus auch positive Rückmeldungen. Positiv bewertet wurden zum Beispiel Lehrveranstaltungen im „Blended-learning-Format“ – einer Mischung aus synchronen und asynchronen Lehrmethoden – , die Aufnahme von Videos der Musikstudierenden, die dann im Einzelunterricht besprochen wurden, der gemeinsame Datenspeicher in Teams und die allgemein zu beobachtende Verbesserung in der Pünktlichkeit beim Onlineunterricht.

Wird es nächste Schritte geben? Wie könnte die digitale Lehre verbessert werden?

Natürlich sollten auf die Befragung nun auch Follow-Up-Maßnahmen folgen. Die Frage ist, wie es in Zukunft weitergehen und wie eine kunst- und musikhochschulspezifische digitale Lehre aussehen kann. Klar ist auch, dass diese eine praxisorientierte Lehre nicht adäquat ersetzen kann, aber es gibt durchaus Anknüpfungspunkte für eine digitale Unterstützung bzw. Ergänzung. 

Einige Gremien und einzelne Lehrende haben sich bereits mit den Ergebnissen auseinandergesetzt und sind mit ihren Studierenden in einen Dialog getreten. Auch die Hochschulleitung hat bereits viel getan, z.B. im Hinblick auf Anschaffungen zur Unterstützung der Online-Lehre oder das Schaffen von Raumkapazitäten.

Was hat sich an der HfK verändert seitdem Sie da sind?

Viele Lehrende wussten zu Beginn meiner Tätigkeit nicht, wie man Evaluation für die Lehre einsetzen und nutzen kann und waren skeptisch. Durch die Präsentation von Evaluationsergebnissen und der Initiierung von Follow-up-Maßnahmen konnte ich zeigen, dass auch an Musikhochschulen Evaluationen zu einem Mehrwert für die Lehre führen können. Mittlerweile kommen Lehrende auch von sich aus auf mich zu und wollen ihre Veranstaltungen evaluieren lassen. Es hat sich einiges bewegt, aber das heißt nicht, dass es nichts mehr zu tun gäbe.

Was macht eigentlich...?
Bissan Badran
Language Assistance

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Wie viele Personen sind insgesamt im Team der Language Assistance und was macht ihr genau?
Welche Hilfestellungen gebt ihr konkret?

Das Team der Language Assistance setzt sich zusammen aus studentischen Hilfskräften und freiwilligen Studierenden, die ihren Kommiliton*innen bei Sprachbarrieren helfen möchten. Ich bin erst frisch seit November Teil des Teams und bin eine von insgesamt zwei studentischen Hilfskräften. Mein Kollege und Integriertes Design-Student Sassan Eskandarian setzt den November über aufgrund eines Praktikums aus und ist ab Dezember wieder am Start. 
Wir beantworten allgemeine Fragen der Studierenden und unterstützen bei alltäglichen Studienproblemen, zum Beispiel helfen wir beim Verstehen von Texten und Aufgaben in der Lehre, korrigieren schriftliche Arbeiten auf Grammatikfehler und übersetzen Unterlagen, wie zum Beispiel Motivationsschreiben. Außerdem helfen wir beim Ausfüllen von Formularen in Deutsch oder begleiten HfK-Studierende bei Bedarf zu wichtigen Treffen oder Terminen. Ich bin auch gerne beim Schreiben von Artist Statements oder der Beschreibung von künstlerischen Arbeiten behilflich.

Wie ist die Language Assistance entstanden
und seit wann gibt es dieses Angebot?

Die Language Assistance gibt es seit März/April 2020. Die Idee dafür stammt von Prof. Dr. Andrea Sick und Dr. Kathrin Gollwitzer-Oh. Die Language Assistance ist an das Konrektorat für Internationales angegliedert. Die Stabsstelle, bestehend aus Kathrin Gollwitzer-Oh und Abida Malik, koordiniert das Projekt. Mit der Language Assistance sollen alle Studierenden der HfK insbesondere auch in ihrem Hochschulalltag unterstützt werden.

Was für Fälle kommen normalerweise vor?
Gab es besondere Vorkommnisse?
Welche Erfahrungen hast Du bisher gemacht?

Meistens werde ich gefragt, ob ich bei der Beschreibung von künstlerischen Arbeiten helfen kann, das ist bisher auch meine absolute Lieblingsaufgabe. Ich selbst studiere Freie Kunst an der HfK und weiß daher, wie wichtig es ist, eine treffende Arbeitsbeschreibung oder ein Artist Statement zu schreiben. Ich denke, dass es von Vorteil ist, dass ich selbst Freie Kunst studiere und einen Bezug zu Kunst habe.

Bei welchen Sprachen könnt ihr unterstützen?
Ich verfüge über Englisch-, Deutsch- und Arabisch-Sprachkenntnisse und kann meine Kommiliton*innen bei diesen Sprachen unterstützen. Um unser Angebot um weitere Sprachen zu ergänzen, sind wir derzeit dabei, ein studentisches Netzwerk bestehend aus freiwilligen HfK-Studierenden aufzubauen, die über bestimmte Sprachkenntnisse wie Japanisch, Mandarin, Arabisch, Spanisch und Chinesisch verfügen und Lust haben, ihren Kommiliton*innen bei Sprachbarrieren behilflich zu sein. So können wir sicherstellen, dass alle internationalen Studierenden der HfK bei Bedarf Unterstützung erhalten können.

Wie läuft die Kommunikation momentan genau ab?
Aufgrund der aktuellen Lage trifft sich die Language Assistance momentan wöchentlich über eine Videokonferenz und bespricht aktuelle Aufgaben. Auch die Studierenden können mit uns per Videokonferenz in Kontakt treten oder einfach eine E-Mail an schicken.

Wie bist du zu dem Job gekommen? Was reizt dich daran?
Und was machst du sonst an der HfK?

Ich studiere derzeit im fünften Semester Freie Kunst in der Klasse von Kati Barath (Malerei und Trickfilme) und verbringe für gewöhnlich viel Zeit an der Hochschule. Auch einen Nebenjob an der Hochschule zu haben, kam mir daher sehr gelegen. Anderen HfK-Studierenden bei Sprachbarrieren weiterhelfen zu können und ihnen beim Übersetzen von Texten behilflich zu sein, bereitet mir sehr viel Spaß und es ist schön einer sinnstiftenden Tätigkeit nachzugehen.

Was macht eigentlich…?
Frank Zühlke
Dezernat 5 Controlling und IT

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Das Dezernat 5 vereint die beiden Bereiche Controlling und IT an der Hochschule für Künste Bremen (HfK). Frank Zühlke leitet das Dezernat seit 2002 und versteht sich selbst mittlerweile nahezu schon als Teil des Inventars der Hochschule. Erstmals kennen und lieben lernte er die HfK während eines Aushilfsjobs als „IT-Feuerwehrmann“ während seines Studiums der Wirtschaftsinformatik. Als dann im Jahr 2002 eine Stelle im Bereich Controlling und IT ausgeschrieben wurde, ergriff Frank Zühlke die Chance und begann bald darauf die Arbeit im Dezernat 5, das mittlerweile aus einem sechsköpfigen Team besteht. 

Controlling oder IT? Beides!

„Morgens wache ich mit der Frage im Kopf auf, ob ich an diesem Tag Controller oder ITler bin“, sagt Zühlke scherzend. „Doch dann stehe ich mit beiden Beinen gleichzeitig auf und entscheide mich für: beides!“ Als Controller verantworte ich Themen, in denen es um Haushalt, Budgetierung, Finanzpläne oder Statistiken aller Art geht – ein teilweise recht dröger Job. Im IT Bereich sieht es da schon anders aus: Dieser stellt den Internetzugang und das WLAN für alle Hochschulangehörigen sicher, richtet Benutzerkonten und Gastzugänge ein und gewährleistet ein reibungsloses Funktionieren der zugrunde liegenden Infrastruktur, auf der beispielsweise das E-Mail System oder die Telefonanlage laufen. Das Dezernat 5 ist dabei eine reine Verwaltungseinheit, es gibt kein klassisches Rechenzentrum für die Lehre, wie an größeren Hochschulen und Universitäten üblich. Außerdem versteht es sich als Servicestelle für alle Hochschuleinheiten. Auch bedingt durch das Landeswissenschaftsnetz Bremen ist das Dezernat 5 gut vernetzt und steht im Rahmen dieses Netzwerks im regelmäßigen Austausch mit anderen Hochschulen.

Entwicklung eines IT-Konzeptes für die gesamte Hochschule

Als Frank Zühlke 2002 an die HfK kam, stand er vor der großen Herausforderung, ein IT-Konzept bzw. eine Strategie für die Hochschule zu entwickeln. Sein Team begleitete den Einzug in den Speicher XI in der Überseestadt und entwickelte dort die IT-Infrastruktur. Im Zuge des Bologna-Prozesses wurde im Jahr 2006 die interaktive Web-Plattform und das gleichzeitige Hochschulmanagementsystem ARTIST geboren. ARTIST kann laut Zühlke als echter Meilenstein angesehen werden, denn es verbindet den gesamten „Lebenszyklus“ einer oder eines Studierenden – von der Bewerbung über das Studium bis hin zum Alumni – in einer Software. Zühlke erklärt, ARTIST sei prozessorientiert und erleichtere die administrative Arbeit erheblich.

And then Corona happened…

Anfang diesen Jahres sollte die gut bewährte Software auf die neueste Version aktualisiert werden. Doch dann kam Corona dazwischen. Die Pandemie verschob die Planungen und es mussten kurzfristig neue Prioritäten gesetzt werden. Um einen Lehrausfall des Sommersemesters zu verhindern, musste in kürzester Zeit ein digitaler Lernraum für angebotene Lehrveranstaltungen ins Leben gerufen werden. Glücklicherweise waren die Grundstrukturen durch die Vorbereitungen auf eine neue ARTIST Version bereits seit Herbst 2019 gelegt, sodass zahlreiche Lehrveranstaltungen des Sommersemesters online stattfinden konnten.

Entwicklung mehrstufiger Online-Auswahlverfahren

Eine weitere große Herausforderung stellte das mehrstufige Auswahlverfahren zum Wintersemester 2020/21 dar. Normalerweise finden diese Prozesse vor Ort an der Hochschule statt und u.a Mappen werden physisch eingereicht bzw. ein Vorspielen findet statt. Dies war unter den besonderen Umständen nicht möglich. Frank Zühlke beschreibt das Vorhaben als eine der größten Herausforderungen seit Bestehen des Dezernats, für das es keinerlei Vorbereitung gab und das unter einem gewissen Zeitdruck stand. Das komplette, mehrstufige Auswahlverfahren – sowohl im Fachbereich Musik als auch im Fachbereich Kunst und Design - musste virtuell stattfinden. Das Dezernat 5 arbeitete unter Hochdruck an dieser Entwicklung. Nach unzähligen Stunden Arbeit, diversen Nachtschichten sowie zahlreicher Abstimmungsschleifen mit den am Auswahlprozess Beteiligten gelang das Vorhaben. „Da geht ein riesiges Dankeschön an mein Team – ohne diese tolle Zusammenarbeit und den großartigen Einsatz aller wäre das nicht möglich gewesen!“ sagt Zühlke.

Dank der unermüdlichen Arbeit des gesamten Teams des Dezernats 5 können auch in diesem Wintersemester Erstsemester ihr Studium an der HfK antreten. „Die digitalen Bewerbungsunterlagen und eingereichten Dateien der Studienbewerber und –bewerberinnen blockieren nun Tonnen an Speicherkapazitäten“, sagt Zühlke schmunzelnd. Diese würden jedoch nach abgeschlossener Immatrikulation gelöscht bzw. ins dauerhafte Backup verschoben werden können.

Zentrale Anlaufstelle während des Online-Semesters

Natürlich stellte auch der Umgang mit den vielen noch unbekannten neuen Medien das Dezernat 5 vor Herausforderungen. Das Team wurde während des Online-Semesters zur zentralen Anlaufstelle bei technischen Problemen jeglicher Art. „Uns erreichten während des Semesters unzählige Anrufe und E-Mails, in denen wir um Hilfestellung und technischen Support gebeten wurden“, so Zühlke. Insgesamt erfordere Corona eine gewisse Kompromissbereitschaft, Abstriche müssten gemacht werden, auch was die Unmittelbarkeit der Lehre anbelangt, und Alternativen müssten gefunden werden. Dennoch erlebe Frank Zühlke großes Engagement von Seiten aller Hochschulangehörigen, denn oberstes Ziel aller sei natürlich, eine trotz der Umstände qualitativ hochwertige Lehre zu ermöglichen.

Daher entschied sich das Team des Dezernats 5, sich trotz des geplanten „Hybrid-Semesters“ auf den Ernstfall vorzubereiten: Sollte das hybride Semester komplett digital stattfinden müssen, ist das Team gewappnet. Mittlerweile treffen sie sich wieder an drei von fünf Tagen vor Ort an der Hochschule. Zühlke genießt es, seine Kollegen und Kolleginnen persönlich zu treffen, natürlich unter Einhaltung der Hygienevorschriften, damit nicht das ganze Team ausfalle. Der Austausch mit anderen Hochschulangehörigen auf den Fluren fehle ihm jedoch schon, dieser müsse nun entsprechend der Vorgaben bedacht und mit Abstand bzw. überwiegend telefonisch oder per E-Mail stattfinden. 

Foto © Alina Holz

Was macht eigentlich…?
Karl-Robert Strecker
Leitung Modellbauwerkstatt

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Seit 2002 ist Karl-Robert Strecker Werkstattleiter der Modellbauwerkstatt an der Hochschule für Künste Bremen (HfK). Ursprünglich kommt der gelernte Tischler aus Verden, für sein Industriedesign-Studium zog er nach Wuppertal. Dort arbeitete Karl-Robert Strecker neben dem Studium in einer Tischlerei, die damals für eine bekannte Designergruppe aus Düsseldorf fertigte. Nach 10 Jahren in Wuppertal zog es ihn zurück in den Norden. Seine Erfahrung und sein präzises Arbeiten beim Holz- und Messebau hat er mitgenommen.

Von der Idee bis zur Umsetzung ist Präzision gefragt

Obwohl der Modellbau heutzutage größtenteils digital erfolgt, Modelle werden am Computer entworfen und anschließend mit dem 3D-Drucker gedruckt oder CNC-Gefräst, ist es notwendig, einen Teil der Arbeiten manuell auszuführen. Ebenso gibt es reichlich Projekte, die nur manuell herzustellen sind. In Karl-Robert Streckers Werkstatt geht es darum, die Entwürfe der Studierenden passgenau umzusetzen. Die Studierenden kommen mit ihren Projektideen in der Werkstatt vorbei. Konstruktion, Machbarkeit und Kosten werden gemeinsam besprochen. Das Material wird bestellt und Hilfestellung bei der Umsetzung der Projekte gegeben. „Das A und O ist genau zu wissen wie die Arbeit am Ende aussehen soll. Nur so kann jeder nötige Schritt vorab festgelegt und am Ende korrekt umgesetzt werden“, erläutert Strecker seine Arbeit.

Eines der besonderen Highlights in seiner Zeit an der Hochschule war die Zusammenarbeit mit Studierenden, deren Aufgabe es war, Entwürfe für Schlitten anzufertigen. Mit Streckers Unterstützung und unter Einsatz unterschiedlicher Materialien – von Alu über Kunststoff bis Holz – entstanden verschiedene Designs, die allesamt den Praxistest bestanden haben.

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Neues Mobiliar für die mensa academia

Aktuell wird die Modellbauwerkstatt wenig frequentiert. Neben den Corona-bedingten Einschränkungen tragen hierzu natürlich die Semesterferien bei. Durch die freien Kapazitäten ergibt sich ein weiteres spannendes Projekt: Zusammen mit seiner studentischen Hilfskraft Niko Hohlt baut Karl-Robert Strecker derzeit die Möbel für die mensa academia in der Dechanatstraße, die zu Beginn des Wintersemesters 20/21 nach einer umfangreichen Sanierung und mit neuem Konzept aus Gastronomie, Veranstaltung und Mensa gemeinsam mit Jan-Philip Iwersen, Betreiber der Küche 13, neu eröffnet. Gebaut werden Tische und ca.30 Meter lange Bänke, zudem werden 86 Stühle neu lackiert. Der Prototyp ist bereits in der Dechanatstraße zu sehen. „Der Look gefällt mir. Ich bin gespannt, wie es ankommt“, schmunzelt Karl-Robert Strecker und sägt an einem der letzten Meter Holz.

Fotos © Sabine Lewandowski

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