Review
Dienstag | 29. November 2022

3. Festival New Dimensions in Jazz

Im grenzenlosen Spiel neue Dimensionen eröffnen

Die Tradition in die Zukunft fortschreiben, das ist das Lebenselixier des Jazz.

Etablierte er doch gegen die westlich geprägte Kunstmusik ein Konzept, in dem nicht nur Komponisten:innen ihre Kreativität ausleben, sondern alle Musizierenden. Jazz ist musikalische Praxis, situative Musik, die von Künstler:innen jedweder Generation, Herkunft, kultureller Traditionen neu interpretiert und dabei weiterentwickelt wird.

Jazz lässt letztlich Raum für jedes Experiment und kann im grenzenlosen Spiel miteinander auch neue Dimensionen eröffnen. Darauf bezieht sich das Jazzfestival New Dimensions der Hochschule für Künste (HfK) Bremen. Die dritte Ausgabe fand am 26. und 27.11.2022 mit rund 100 Besucher:innen im Musikkeller an der Dechanatstraße statt.

© Hochschule für Künste Bremen – Lukas Klose

Jeweils zu Beginn eines Festivalabends traten Schüler auf von Markus Schieferdecker, HfK-Professor für Jazz-Kontrabass/E-Bass und zusammen mit HfK-Dozent Malte Schiller auch Kurator des Festivals. Nach dem Auftaktkonzert der Studierenden, etwa das Daniel Moreno Quartett, waren internationale bzw. international renommierte Gäste auf der Bühne zu erleben wie der 85-jährige Pianist Kirk Lightsey.

Am 26.11.2022 eröffnete das Magnus Bodzin Quartett den Festivalreigen. Der 21-jährige Kontrabassist ist in Bremen aufgewachsen und seit 2019 HfK-Student. Er spielte mit Kommilitonen seine eigenen Kompositionen, die inspiriert sind von Vorbildern wie Shai Maestro, John Patitucci und Esbjörn Svensson.

Das Auftaktkonzert gestalteten Magnus Bodzin (Kontrabass), Leonhard Leidert (Gitarre), Moritz Schöwing (Klavier) und Jannik Stock (Schlagzeug). Fotos: Lukas Klose

© Hochschule für Künste Bremen – Lukas Klose

Es folgte das Trompete-Piano-Duo Julian und Roman Wasserfuhr. Das Brüderpaar gehört zu den Stars des gepflegt modernen deutschen Jazz und ist Aushängeschild eines der bedeutendsten europäischen Labels, der Münchner Act Company. In Bremen stellen die Wasserfuhrs im Duett ihr neues, mit Markus Schieferdecker und elf weiteren Gastmusikern aufgenommenes Album „Mosaic“ vor – das Melodiöse steht im Vordergrund eines zwischen Klanggouachen, kammermusikalischer Intensität und Popsongstrukturen pendelnden, lyrisch-atmosphärischen Jazzstils. Die Vertrautheit der Brüder verleiht der Musik aller Virtuosität zum Trotz einen luftig entspannten Charakter.

Im Duett: Julian Wasserfuhr (Trompete) und Roman Wasserfuhr (Piano). Fotos: Lukas Klose