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Mittwoch | 17. September 2014

Ab sofort online: Datenbank zu Orgeln und Lebenswerk Arp Schnitgers

Neues Internet-Portal zum „Stradivari der Orgel“

Arp Schnitger Institut der HfK macht umfangreiche Datensammlung zum Werk des bedeutendsten Orgelbauers des Barock erstmals einer breiten Öffentlichkeit zugänglich

Ab sofort ist im Internet die neue Arp-Schnitger-Orgel-Datenbank verfügbar und für eine breite Öffentlichkeit wie für Forscher, Orgelbauer und -liebhaber kostenlos nutzbar. Die neue Datenbank versammelt und systematisiert erstmals in einem Online-Portal Informationen, Fotos, Standorte, Dispositionen, geschichtliche Hintergründe und Klangbeispiele zu den heute noch erhaltenen Orgeln des wohl bedeutendsten Orgelbauers des Barock, dem „Stradivari der Orgel“ Arp Schnitger. Alle Infos sind in deutscher und englischer Sprache abrufbar und durch eine komfortable Suchfunktion gezielt auffindbar. Erstmals werden auch Messungen von Orgeln Arp Schnitgers digital präsentiert, die bereits in den 1930er und 1940er Jahren gemacht wurden.

Die neue Arp-Schnitger-Orgel-Datenbank ist ein Projekt des Arp Schnitger Instituts für Orgel und Orgelbau an der Hochschule für Künste und wurde unter der Leitung von HfK-Professor Hans Davidsson in einem zweijährigen Forschungs- und Entwicklungsvorhaben im Rahmen des Projektes „Kulturerbe Orgellandschaft Nordwest – Erhaltung und Pflege der Orgelbaukunst von Arp Schnitger“ entwickelt. Finanziert würde das Projekt von der Metropolregion Bremen-Oldenburg. Eine Kooperation mit der Universität Göteborg, Göteborg Organ Art Center, ermöglichte den Aufbau einer Forschungs-Datenbank.

Erreichbar ist die neue Datenbank unter dem Link

http://goart-vas-1.it.gu.se/Webgoart/goart/schnitger.php

Kein Orgelbauer hat mit seinen Instrumenten so große Bewunderung und Wertschätzung von seinen Zeitgenossen erhalten wie Arp Schnitger( 1648 – 1719). Mit über 170 Orgelprojekten, zu denen die größten Orgelbauten der Barockzeit gehörten, erreichte Schnitger eine Produktivität, die nach ihm erst wieder im 19. Jahrhundert im Zuge von halbindustriellen Fertigungsmethoden im Orgelbau erreicht wurde. Seine Werke waren in ganz Europa – von Moskau bis Lissabon – zu finden. Bereits im 18. Jahrhundert wurde eine in Schnitgers Hamburger Werkstatt hergestellte Orgel nach Brasilien exportiert, wo sie heute noch in der Kathedrale von Mariana zu hören ist.

Wie kein zweiter hat Schnitger auch die norddeutsche Orgellandschaft mit Bremen in ihrem geographischen Zentrum geprägt, die heute als die reichste der Welt gilt. Schnitger leitete Orgelbau-Werkstätten in Bremen, Groningen, und Hamburg. Schnitger war somit als Instrumentenbauer der erste „global player“. Durch sein Werk erreichte die barocke Orgelbaukunst Höhepunkt und Vollendung, vergleichbar mit Johann Sebastian Bachs Bedeutung für die Entwicklung der europäischen Musik und Komposition.

Das Arp Schnitger Institut für Orgel und Orgelbau (ASIOO) der Hochschule für Künste Bremen widmet sich der Erforschung der Orgelkunst in ihrem großen Kontext mit dem Ziel der Verknüpfung von wissenschaftlicher Forschung, künstlerischer Entwicklung und akademischer Ausbildung in Orgel- und Kirchenmusik. Das ASIOO wurde 2008 auf Initiative von Prof. Dr. Hans Davidsson als Exzellenzcenter, speziell für die Orgelkunst im Nordwesten Deutschlands, gegründet. Im Zentrum der Tätigkeit steht die Entwicklung einer interdisziplinären Forschung auf dem Gebiet der Orgelkunde und der damit verbundenen Denkmalpflege. Das ASIOO ist aktives Mitglied eines internationalen Netzwerkes von Institutionen zur Orgel- und Kulturerbeforschung und organisiert regelmäßig Konferenzen und weitere Aktivitäten mit dem Ziel; das kulturelle Vermächtnis Norddeutschlands als lebendigen Bestandteil der nationalen und internationalen Kultur zu bewahren und im Bewusstsein der Menschen zu verankern. Mit der Ausrichtung des Schnitger-Festivals und des Schnitger-Orgelwettbewerbs ist das Institut auch Partner des Musikfests Bremen.

Kooperationspartner des Arp Schnitger Institut für Orgel und Orgelbau sind: 
Göteborg Organ Art Center, Göteborg Universität, 
Schweden Arp Schnitger Gesellschaft e. V., 
Stichting Groningen Orgelland, Niederlande, 
NOMINE (Norddeutsche Orgelmusikkultur in Niedersachsen und Europa)

Foto: Arp-Schnitger-Orgel der Kirche St. Jacobus maior in Lüdingworth (Bau 1682-83)