Auf den Spuren Homo Fabers
Ausstellung der Preisträgerin des Bockmeyer-ReisestipendiumsAusstellung der Preisträgerin des Bockmeyer-Reisestipendiums, Nina Zedelius, vom 13. Bis 15. Mai 2011 in der Galerie Flut, Speicher XI 8, Eröffnung: Freitag, 13. 5. 2011, 18 Uhr, Öffnungszeiten Sa & So: jeweils 11 bis 18 Uhr
Eine ästhetische Reise von Paris nach Athen auf den literarischen Spuren von Max Frischs Romanfigur „Homo Faber“ – das war die Projektidee von HfK-Absolventin Nina Zidelius, mit der sie sich im letzten Jahr um das Heinz-Arnold-Bockmeyer-Reisestipendium der HfK bewarb.
Erfolgreich! Die Jury überzeugte ihre Konzeption, die Stationen der verschlungenen Reise von Walter Faber und seiner (unerkannten) Tochter und Geliebten Sabeth in einem der bedeutendsten deutschsprachigen Nachkriegsromane selbst aufzusuchen und sich durch ihre Eindrücke und Erfahrungen vor dem Hintergrund der literarischen Vorlage zu neuen Bildern, Objekten, Texten und Orten inspirieren zu lassen.
Inzwischen ist Nina Zedelius von ihrer 28-tägigen Reise entlang der Schicksalsroute Homo Fabers durch Europa wieder zurück. Ergebnis ihrer Reise ist eine Sammlung „neuer Tragödien“: 28 teilweise absurde oder rätselhafte Kurzgeschichten, die alle mit dem Originaltext und der Thematik des Romans in Verbindung stehen: Täglich und – angeregt durch die literarische Vorlage – jeweils gegen 11 Uhr hat Zina Zidelius an den verschiedenen Zwischenstationen tragische Momente des Alltags aufgespürt, Fundstücke gesichert und ihre Beobachtungen und Erfahrungen in Collagen und Kurzgeschichten dokumentiert. Über ihre Arbeit sagt sie: „Im Arbeitsverlauf unterwegs und im parallelen Bildentstehungsprozess erwies sich das Element des Tragischen als nicht bloß ironischer sondern als essentieller Bestandteil des Reisens. Für die tägliche Anfertigung einer Textcollage bediente ich mich ausschließlich des Originaltextmaterials von Max Frisch. Zu jeder Tragödie gehört ein Bildausschnitt: Ein Asservat, ein Objet Trouvé, ein Foto oder eine der zugehörigen Umgebung entnommene Materialprobe. Es handelt sich bei meiner Arbeit
nicht um eine Illustration der literarischen Vorlage, sondern eher um eine selbstreferentielle Arbeit.“