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Donnerstag | 5. November 2009

Fenster zum Träumen

Karstadt Bremen stellt HfK-Studierenden fünf Schaufenster für Gestaltungsprojekt zur Verfügung

Karstadt Bremen stellt HfK-Studierenden fünf Schaufenster für Gestaltungsprojekt zur Verfügung / „Umbrüche - Einbrüche – Aufbrüche“ / Dankeschön Karstadt Bremen!

Zwischen-Zeit. Zwischen Volksfest und Adventszeit. Zwischen Boom und Krise. Zwischen Aufbruch und Hiobsbotschaft. Zwischen Freimarkt und Weihnachtsmarkt.

Einerseits: Zeit des Wünschens. Zeit des Schenkens. Zeit, sich was Gutes zu gönnen. Anderen auch. Drei Wünsche frei haben. Sich belohnen mit was schönem Neuen. Was neues Schönes verschenken. Vor Schaufenstern träumen. Einkaufsbummel mit Wunschzetteln planen. Shoppen gehen. Sich mit ein bisschen Luxus verwöhnen. Freunden eine Freude machen. Sich in einem großen Warenhaus verzaubern lassen.

Andererseits: Schlechte Nachrichten aushalten. Von Krise wissen. Nichts verdrängen wollen. Über den eigenen Tellerrand hinaus denken. Lösungen suchen. Verantwortung übernehmen. Vorschläge machen. Auswege finden - trotz Wirtschaftskrise und Klimawandel: Den Umbruch zum Aufbruch gestalten.

Es ist ein weites Feld von Nachrichten, Erfahrungen, Wünschen und harten Fakten, für dessen Gestaltung sich im wortwörtlichen Sinne jetzt Fenster aufgetan haben für ein studentisches Team an der Hochschule für Künste. Bremens großes Traditionshaus Karstadt stellte dem Projekt „window shopping“ im Studiengang Integriertes Design der HfK in bester Vorweihnachtszeit fünf große Schaufenster zur Verfügung, um ihr Statement zum „Aufbruch im Umbruch“ zu gestalten. Eine großzügige Geste, die die Studenten gern angenommen haben – für Karstadt Bremen längst eine gute Tradition und ein deutliches Bekenntnis zum Standort. Auch in der Vergangenheit hat Karstadt Bremen der HfK, aber auch Bremer Museen oder der Kunsthalle immer wieder Schaufensterflächen in bester Innenstadtlage überlassen.

Wie diese Chance nutzen? Wie den „Stil der Zeit treffen“, um einen früheren Slogan der Karstadt-Werbung zu zitieren? Das Team unter Leitung von Professorin Ursula Zillig und Professor Roland Lambrette mit den Studierenden Diana Stapfer, Christiane Plueschke, Olga Deperschmidt, Heidi Jaquet, Felix Kloppmann, Nathalie Stahl, Lachin Nuriyeva, Lisa Kreutzer, Linda Volz, Verena Kempass, Helen Gebauer, Young Sun Ko und Daria Gross entwickelte verschiedene Ideen und Konzepte und - verwarf sie auch wieder. „Üppig, reich, verlockend, verschwenderisch, kostbar, überbordend, ‚das Beste ist gerade gut genug’ – das waren unsere ersten Gestaltungsideen und Assoziationen im Zusammenhang mit Innenstädten, Schaufenstern und Kaufhäusern“, erzählt Studentin Heidi Jaquet aus den Anfängen der Planung. „Wir sind dann aber immer wieder ins Grübeln gekommen - auch angesichts der vielen Nachrichten über die ‚größte Weltwirtschaftskrise seit 1929’.“

Wirtschaftskrise, Umsatzrückgänge und Kaufkraftverlust werfen auch für ein Gestaltungskonzept von Schaufenstern Fragen neu auf: Geht toll auch mit weniger? Geht Optimismus auch mit Nachhaltigkeit? Sind Wünsche und Bescheidenheit grundsätzlich Gegensätze oder können aus ihnen auch fröhliche Geschwister werden! Konkreter: Müssen es immer edle Materialien, feine Stoffe und das Neueste vom Neuen sein? Oder kann man auch mit low budget, Leim, Altpapier und Lust am Handgemachten gestalten. „Ja, das geht,“ sagt Heidi Jaquet“. „Zum Beispiel eine große gemeinsame lustvolle Riesensauerei“.

Die Ergebnisse der fröhlichen Riesensauerei sind jetzt bei Karstadt Bremen in der Sögestraße zu sehen. Herzlichen Dank an Karstadt