Auszeichnung
Montag | 30. Mai 2016

HfK-Fotobücher auf Shortlist

Anna Bauer, Peter Kreibich und David Schikora im Wettbewerb für Dummy Award Kassel 2016

Arbeiten der HfK-Studierenden Anna Bauer, Peter Kreibich und David Schikora haben es von rund 500 Einreichungen auf die Shortlist des Dummy Award Kassel 2016 geschafft. Ihre Publikationen werden unter anderem beim 8. Fotobookfestival Kassel in Beijing gezeigt. Im Rahmen des Festivals werden drei Gewinner aus insgesamt 52 Shortlist-Geehrten ausgezeichnet.

Gelistet wurden Arbeiten der HfK-Studierenden:

„Welcome to UkrEuRu“ von Anna Bauer,
„For Sale“ und „Sarajevo Fragments“ von Peter Kreibich,
„No Tips No Show“ von David Schikora. 
Begleitung: Prof. Andrea Rauschenbusch und Prof. Peter Bialobrzeski

In "Welcome to UkrEuRu" setzt sich Anna Bauer authentisch mit den politischen und medialen Entwicklungen in der Ukraine auseinander. Zur Umsetzung war die Gestalterin mehrfach in ihrer Heimat, hat mit am Konflikt beteiligten Personen Interviews geführt und dichte Bildstrecken aufgenommen, die in einem regen Wechselspiel mit eigenen Beobachtungen stehen. Aus Russisch und Deutsch intensiv getexteten Inhaltsseiten und dichten grafischen, typografischen und fotografischen Mitteln ergibt sich eine beeindruckende Synthese, um der nur schwer auszudrückenden Situation vor Ort, Ausdruck zu geben. Die Publikation eröffnet, fern ab medialer Klischees, eine erweiterte Perspektive auf die Vorkommnisse, sowie Raum und Forum für einen Dialog, aller am Konflikt beteiligten und interessierten Personen.

Many couples worldwide earn money by having sex in front of their webcams, accessible to public. When they receive a certain number of bitcoins from a viewer or via crowdfunding the physical love takes its course in real time. As soon as the anonymous audience quits giving them tips, the show ends. “No Tips No Show” captures the distance between partners. It is the pathos formula of boredom with all its imaginable and diverse gestures, that one sees in these 69 swinging couples.

For Sale: Der Stadtteil Kato Patisia liegt im Norden Athens. Seit der Krise mussten hier wie auch andernorts viele kleine Geschäfte und Werkstätten schließen. Trotz Tiefststand der Miet- und Kaufpreise für Ladenräume gehen nur sehr Wenige das Risiko einer Neugründung ein. Den Menschen fällt es schwer, ihren Lebensunterhalt zu erwirtschaften. Die Mittelschicht verschwindet allmählich und Rechtsextreme gewinnen an Zulauf und Einfluss. Gleichzeitig kommen immer mehr Menschen aus Südasien, Westafrika oder aus jeder anderen Gegend der Welt, die es sich zu verlassen lohnt. Die Arbeit beschäftigt sich mit Niedergang und Verfall als Teil des Alltages.

Das Ende der Belagerung Sarajevos jährt sich zum zwanzigsten Mal. Wie hat sich die Stadt in der Zwischenzeit entwickelt? Wie sind der Wiederaufbau der Architektur und der gesellschaftlichen Strukturen vorangekommen? Die Arbeit "Sarajevo Fragments" geht diesen Fragen nach und zeichnet ein aktuelles Bild des urbanen Raums der Stadt. Sie verweist auf die Folgen von Krieg, unkontrollierter Privatwirtschaft sowie auf Wunden, die noch immer nicht verheilt sind.