Auszeichnung
Mittwoch | 18. Februar 2009

Hochschulpreis für neue HfK-Online-Galerie

„3iarts.net“ und „Ästhetik der Assoziation“ erhalten Hochschulpreise 2009

„3iarts.net“ und „Ästhetik der Assoziation“ erhalten Hochschulpreise 2009 in den Bereichen Digitale Medien und Integriertes Design / acht Belobigungen

3iarts.net, die junge Online-Galerie der Hochschule für Künste ist anlässlich der Hochschultage 2009 mit dem Hochschulpreis der HfK im Bereich Digitale Medien ausgezeichnet worden.

 

3iarts ist eine von Studierenden der HfK entwickelte interaktive Plattform für Studenten, um ihre künstlerischen Arbeiten online zu präsentieren. Die neue Online-Galerie ist von vornherein als Netzwerk internationaler Kunst-, Musik-, Film- und Medienhochschulen angelegt. Als gemeinsame Plattform will 3iarts Kunststudierende aus aller Welt verbinden und ein gemeinsames Portal für junge Künstlerinnen und Künstler von Bremen bis Wien und Riga, von Marseille bis Nottingham und Yokohama bieten. Studierende können ihre Arbeiten aus den Bereichen bildende Kunst, Fotografie, digitale Medien aber auch Musik selbst mit wenigen Klicks auf der neuen Plattform einstellen und präsentieren.

Für die Installation an der HfK haben sich die Studierenden darüber hinaus eine besonders attraktive Idee einfallen lassen und technisch anspruchsvoll umgesetzt: Vor dem Cafe Lu haben sie im Speicher XI einen Großbildschirm installiert, der über codierte Postkarten mit Abbildungen der verschiedenen Partnerhochschulen aktiviert werden kann und so die auf 3iarts eingestellten Arbeiten zeigt. Durch Bewegen und Drehen der Postkarte können Bilder angewählt, vergrößert oder weitergeblättert werden.

Entwickelt wurde 3iarts als studentisches Projekt von Philipp Ronnenberg, Christian Jaentsch, Tilman Richter, Roman Gramse und Benjamin Suck. Das Projekt wurde betreut von Prof. Roland Lambrette und unterstützt vom Referat Öffentlichkeitsarbeit und dem Dezernat EDV and der HfK unterstützt.

3iarts.net ist zu erreichen unter www.3iarts.net oder unter www.hfk-bremen.de

Die Jury des Hochschulpreises überzeugte die Gesamtkonzeption des Projektes, die zurückhaltende Ästhetik der Website, die entwickelten Lösungen für die Verantwortlichkeiten bzgl. des Webinhaltes, sowie die Medieninstallation vor Ort in der Hochschule für Künste.

Daneben begrüßte die Jury das Konzept eines Portals, welches die Arbeiten verschiedener Studierender von Kunsthochschulen miteinander vernetzt und so für einen interkulturellen und internationalen Austausch einen Informationspool und einen Erfahrungsraum bieten kann.

Die Jury schätzte das Projekt einstimmig als ausbaufähig und nachhaltig konzipiert ein. Die technische Umsetzung überzeugte in ihrer eleganten und einfachen Funktionstüchtigkeit. Die Bedienerfreundlichkeit und unaufwendige Aufrufbarkeit der Website (html) machen sie zu einem Instrument, welches insbesondere für den interkulturellen Austausch geeignet erscheint.

Im Bereich „Integriertes Design“ geht der Hochschulpreis der HfK 2009 an Carlo Grabowski für sein Projekt

Ästhetik der Assoziation

Betreut wurde es von Prof. Roland Lambrette und Prof. Dr. Andrea Sick.

Die Begründung der Jury :

Grabowski präsentiert in minimalistischer Ästhetik eine Maschine, die assoziiert. Das differenziert theoretisch erarbeitete Maschinenkonzept (Psychoanalyse/Hirnforschung/Automatisches Schreiben (Surrealismus), macht in der Installation Wechselwirkungen zwischen Zufall und Berechnung (Kalkül) im Assoziieren selbst erfahr- und immer wieder neu entdeckbar. Die vielschichtige wohl kalkulierte Struktur der Zufallsparameter legt Mechanismen des Assoziierens offen und regt zugleich aber auch dazu an, sie weiterzuführen.

Neben der intelligenten Konzeption, der theoretischen Fundierung und der ästhetisch überzeugenden Umsetzung überzeugte die Jury auch die Funktionstüchtigkeit der Maschine, die sich aus drei mit einander in Bezug stehenden Teilen zusammensetzt:

Das erste Modul repräsentiert das "Unterbewusstsein", welches mit vom Besucher über eine Tastatur eingegebenen Begriffen arbeitet. Diese werden mit der Datenbank "Wordnet" verknüpft. Die Verknüpfungen bilden sich durch Worthäufigkeit, Wortlänge, Übereinstimmungen im Schriftbild sowie die Anzahl der enthaltenen Konsonanten und Vokale. Der Besucher sieht auf einem Bildschirm die Verknüpfungen als andauernden Strom, nicht lesbar, da durch einen schwarzen Balken zensiert.

Das zweite Modul repräsentiert die Zensur, ein an die wandbefestigtes Steuergerät. Mittels eines Drehreglers kann der Widerstandsdruck stufenlos eingestellt werden. Eine Diode zeigt den aktuell eingestellten Wert. Der Wert kann vom Besucher selbst eingestellt und verändert werden.

Das dritte Modul repräsentiert das Bewusstsein und ist in Form einer Wandprojektion sichtbar. Es empfängt Begriffe von der Zensur und bildet daraus anhand von grammatischen Regeln Sätze. Je höher die Zensur desto sinnvoller werden die Sätze. Töne (Gong und eine Stimme die den Text vorliest) begleiten die Projektion und sind wie das Schriftbild (Typografie) durch Wortwert und Zensurwert bestimmt.

Die Jury überzeugte, die eigenständige, konsequent vielschichtig durchdachte Konzeption, Umsetzung und Präsentation der "Assoziationsmaschine".

Für das hohe Niveau der für den Hochschulpreis 2009 eingereichten Arbeiten spricht die Zahl von insgesamt acht Belobigungen durch die Jury, der Felix Schultze (Digitale Medien, Hamburg), Anselm Gaupp (Fotograf, Hamburg), Sabine Himmelsbach (Leiterin Medienkunsthaus Oldenburg), Stefanie Giersdorf (Informationsdesign, Berlin) und Prof. Dr. Andrea Sick (Hfk) angehörten.

Belobigungen sprach die Jury aus für :

Integriertes Design

jörg Brüggemann, Fotografie "Same Same But different" (Prof. Peter Bialobrezki)

Christop Geiger, Produktdesign "Parcel Pool" (Prof. Maydell, Prof. Ostwald, Prof. Rahe)

Helgaprojekt, Ladenkonzept – Studierendengruppe (Prof. Zillig, Prof. Mink)

Valeska Scholz, Illustration "Schön sind die Dinge, die uns nichts angehen" (Prof. Bexte)

Julian Hölscher, Freies Projekt "Teaser für die Hochschultage" (Prof. Lambrette)

Erste Reise: Landgang (Projekt für die Studierenden im ersten Semster, (Prof. Rauschenbusch

Digitale Medien

Multitouch (Interaktiver Tisch)- eine überzeugende funktionstüchtige Technologie und Anwendung zur Visualisierung komplexer Zusammenhänge im Rahmen einer Projektdokumentation. Prototyp entwickelt von einem Bachelorprojekt: Laura Kaiser, Philipp Ronnenberg, Sebastian Brinck, Ernest de Castro, Paul Schkade (Prof. Kerstein)

Rapid Citiy – Eine plastische, wachsende Skulptur, die die Aneignung eines öffentlichen Raumes durch Bewegung darstellt: Jana Dähn, Henrik Lippke, Jan Behrens, Denny Moritz (LB Axel Grischow)