Konzertperformance der HfK Bremen am und im Denkort Bunker Valentin
„Bunker Requiem - NO MORE WAR“„In stillem Gedenken“ lautet eine häufige Formulierung auf Karten oder Anzeigen. „Doch ist Stille grundsätzlich das einzig angebrachte Mittel des Gedenkens? Wie kann, soll, darf Gedenkarbeit aussehen – insbesondere inmitten meterdicker Betonmauern des Denkortes Bunker ,Valentin‘, die auf ihre Weise von einem der dunkelsten, wenn nicht gar dem dunkelsten Kapitel deutscher Geschichtsschreibung überhaupt künden? Mit diesen Fragen beschäftigten sich mehr als dreißig Studierende internationaler Herkunft der Bremer Hochschule für Künste im Rahmen eines interdisziplinären Projektseminars“, so beginnt der Bericht im Weser-Kurier vom 13. Juni 2023 über das interdisziplinäre Performanceprojekts „Bunker Requiem“, das als „ein sinnliches Selbsterfahrungsprojekt“ beschrieben wird. „Dies gilt nicht nur für die etwa 200 Besucher, die dem etwa einstündigen Projektergebnis als Publikum beiwohnten, sondern insbesondere auch für dessen Mitwirkenden selbst.“
Ausgangspunkt ist das Graffito „NO MORE WAR“, das einst an der Stirnseite des ehemaligen U-Boot-Bunkers in Bremen-Rekum zu lesen war. „Der Schriftzug wurde damals schnell übermalt, bis 2010 nutzte die Bundeswehr den Bunker als Lagerfläche. Jetzt bringt die Natur die politische Botschaft erneut ans Tageslicht, die Verwitterung legt die rote Farbe des Schriftzugs langsam wieder frei und regt uns an, über verschiedene Zeitschichten, die Künste und Politik, Gedenken und Erinnerung sowie über die Verbindung und Potentiale unterschiedlicher künstlerischer Disziplinen mit politischer Bildung nachzudenken“, erklärt Raphael Sbrzesny, HfK-Professor für Kreation und Interpretation mit den Schwerpunkten Sound, Performance und Konzept. Zusammen mit Felix Elsner, HfK-Professor für Musikpädagogik, hat er das Projekt initiiert. „Dieses zeigt sich – der Natur seiner Entstehung gemäß – als szenisch-musikalisches Kaleidoskop verschiedenster Sinneseindrücke: Verschiedene Instrumente erzeugen an verschiedenen Stationen Klänge, die zu Zeiten der Entstehung des Mahnmals überwiegend oder sogar samt und sonders als ,entartet‘ gebrandmarkt wurden – mal solistisch, mal in verschiedenen Kombinationen und Formationen; Schattenspiele werfen düstere Traumsequenzen an die Mauern des Bunker, dessen ständige innere Dunkelheit von Laserstrahlen durchbrochen wird. Doch auch außerhalb der meterdicken Mauern erstreckte sich eine weitere Prozession als Teil der Performance, von weiteren musikalischen Darbietungen bis hin zu einer abschließenden Performance in Gebärdensprache“, so der Weser-Kurier.
Teilnehmende Studierende: Anna Zineli, Ruben Lyon, Christine Claussen, Qi Jin, Cora Stam, Ilona Karacsony, Vassilissa Gorbacheva, Vera Tolmatsova, Magdalena Otto, Erik Wälz, Andrej Denisow, Leona Heerbaart, Guillermo Marcelo Bolentini Bada, Janusz Kendel, Simon Krüger, Fan, Chen Shao, Joshua Rödel, Ivett Kallai, Marcel Effner, Markus Meier, Isa Kleinhempel, Lennart Heuser, Louisa Beßling, Lisa Spetzler, Tristan Keyers, Petra Tjandra, Wahida Soulemane, Boyang Xia, Hye Sun Yoo, Helise Gomes Oliveira, Josephine Beste u. a.