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Montag | 18. August 2014

„Kritische Ausstattung deutlich unterschritten“

Erste Stellungnahme zum Entwurf des Bremer Wissenschaftsplans 2020

Akademischer Senat, Rektorat und Dekanate der Hochschule für Künste Bremen verabschieden gemeinsame erste Stellungnahme zum Entwurf des Bremer Wissenschaftsplans 2020

Der Akademische Senat der Hochschule für Künste Bremen hat sich in seiner heutigen (28. Mai 2014) Sitzung ausführlich mit dem Entwurf des Bremer Wissenschaftsplans 2020 befasst und einstimmig eine erste gemeinsame Stellungnahme des Akademischen Senats, des Rektorats und der Dekanate beider Fachbereiche der HfK an die Senatorin für Bildung und Wissenschaft verabschiedet.

Hier die erste Stellungnahme der HfK Bremen zum Entwurf des Wissenschaftsplans 2020 im Wortlaut:

„Wir nehmen positiv zu Kenntnis, dass mit dem Wissenschaftsplan 2020 zum ersten Mal seit langer Zeit wieder eine Planungsgrundlage für Hochschulen im Lande Bremen geschaffen werden soll.
Planungssicherheit nutzt wenig, wenn dadurch die Existenz der HfK in ihrer anerkannten Gestalt in Frage gestellt ist.

In seinen Empfehlungen zur Weiterentwicklung des Hochschulsystems des Landes Bremen hat der Wissenschaftsrat am 25. Oktober 2013 festgestellt: "Die Ausstattung [der HfK] im Bereich des künstlerisch-wissenschaftlichen Personals befindet sich aus Sicht des Wissenschaftsrates an einer kritischen Untergrenze. Hier wird kein weiteres Einsparpotenzial gesehen." (S. 130)

Dieses Zitat bezieht sich auf die derzeitige Ausstattung der HfK was zwangsläufig zu dem Schluss führt, dass die Übernahme von zusätzlichen Aufgaben, wie im Wissenschaftsplan vorgesehen, nicht ohne weitere Ressourcen möglich ist.

Der Wissenschaftsrat bescheinigt der HfK des Weiteren: „Die Hochschule für Künste Bremen ist eine kleine, jedoch äußerst lebendige und dynamische Hochschule. Sie ist von Bedeutung für das Kunst- und Kulturgeschehen des Landes und übernimmt zudem eine wichtige Funktion für die Ausbildung des künstlerischen und gestalterischen Nachwuchses in der Region.“ (S. 117).

Es befremdet uns sehr, dass sich im allgemeinen Teil des WP 2020 auf 48 Seiten kein einziges Mal ein Hinweis auf Leistungen, Zielsetzungen, Rolle und Bedeutung der Künste, Musik, Design und der HfK als Ganzes zu finden ist. Es ist nicht zu akzeptieren, dass der Beitrag der HfK für die gesellschaftliche, kulturelle, soziale und wirtschaftliche Weiterentwicklung des Landes Bremens und darüber hinaus nicht gewürdigt wird. Auch die Nichtberücksichtigung der Leistungen der HfK und deren Bereitschaft zur Mitwirkung in den Wissenschaftsschwerpunkten des Landes kritisieren wir nachdrücklich.
Der Wissenschaftsplan sieht, neben einem Zuwachs an Aufgaben und Zielen für die HfK, im gleichen Atemzug eine Personalreduzierung vor, sowohl in der Lehre als auch in der Verwaltung. Damit wird die HfK ihrer potentiellen, in den Empfehlungen des Wissenschaftsrates dargestellten, Entwicklungschancen beraubt.

Mit 59 Vollzeitstellen für künstlerisch-wissenschaftliches Personal können die Basisansprüche an Qualität in der Lehre nicht mehr erfüllt werden. Die vom Wissenschaftsrat benannte und schon erreichte kritische Ausstattung wird damit deutlich unterschritten. 

Wir fordern die im Wissenschaftsplan 2010 zugesicherten 61,3 Vollzeitstellen für künstlerisch-wissenschaftliches Personal, die Beibehaltung des derzeitigen Personals im Dienstleistungsbereich, sowie die Weiterführung der bisherigen Praxis der Übernahme der Tarif-/Besoldungssteigerung. 
Ohne eine Garantie dieser Mindestausstattung sind alle Entwicklungswünsche (Stärkung der Interdisziplinarität, Stärkung der Internationalitätsaktivitäten, Stärkung der Professionalisierung der Abgänger_innen, Entwicklung neuer Studienangebote, Ausbau des dritten Zyklus, Ausbau der Weiterbildung etc.) hinfällig. Die Situation, in welche die HfK durch den Wissenschaftsplan 2020 versetzt wird, erübrigt jegliches Entwerfen von Zukunftsszenarien zur Fortsetzung der bisherigen Erfolgsgeschichte der HfK.“