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Freitag | 13. Februar 2026

HfK-Hochschulpreise verliehen

Die Preisträger:innen zeigen ihre Arbeiten während der Hochschultage am 14./15. Februar 2026

Eine Pressemitteilung von Jens Fischer

1. Preis Digitale Medien: Seongjoo Moon.
1. Preis Digitale Medien: Seongjoo Moon. © Hochschule für Künste - Leon Sahiti

Die diesjährigen Hochschulpreise für Studierende und Absolvent:innen der Hochschule für Künste (HfK) Bremen wurden heute, 13. Februar 2026, während einer hochschulinternen Feierstunde verliehen. In jedem der Studienbereiche Freie Kunst, Integriertes Design und Digitale Medien haben Fachjurys ihre Preise vergeben sowie Belobigungen ausgesprochen für herausragende künstlerische, klangliche und gestalterische Werke. 

Die Gewinner:innen zeigen ihre Arbeiten morgen und übermorgen, 14. und 15. Februar 2026, auf den Hochschultagen. Besucher:innen erwartet ein Programm mit mehr als 100 künstlerischen Arbeiten, die in Ausstellungen, Konzerten, Performances, Installationen, Filmen und Vorträgen zu erleben sind. Darüber hinaus laden offene Ateliers, Werkstätten und Studios dazu ein, die Arbeitsumgebungen der Studierenden zu erkunden und den Austausch mit angehenden Künstler:innen, Gestalter:innen und Musiker:innen zu suchen. Wer sich zusätzlich für Studienangebote sowie Bewerbungs- und Aufnahmeverfahren interessiert, kann sich von Lehrenden, Studierenden und Mitarbeitenden beraten lassen.

 

Hochschulpreise 2026:
Übersicht aller Kategorien und Preisträger:innen

 

Freie Kunst

 

1. Platz

Klasse Natascha Sadr Haghighian für die Präsentation ihrer Arbeiten, Installation, Standort während der Hochschultage: Speicher XI, Raum 1.15.090.

Jurybegründung: „Die Präsentation der Arbeiten der Klasse Natascha Sadr Haghighian hat die Jury durch die hohe Qualität der einzelnen künstlerischen Position überzeugt. In einer sensiblen Setzung der Werke zueinander, die Parallelen zwischen den Arbeiten aufgemacht haben, wie in der Präsentation von Mustafa Al Zubaidi, Egbhal Jourdi und Ruomeng Huang, Verbindungen zwischen Tabea Erharts Bodenarbeit und einer Setzung, die den Blick auf die Balustrade lenken, sowie die Nutzung der Architektur des Raums von Bubu Mosiashvilis Arbeit ,When the Civilized Tongue Falters (storage is a storage is a storage is a storage)‘, zeugen von einer kuratorischen Geste, die auf die spezifischen Eigenschaften der Werke eingeht. In sehr verschiedenen Verfahren thematisieren die Positionen Formen des Widerstands gegen Autokratien, ökonomische Machtverhältnisse, Ein- und Ausschlüsse sowie Anwesenheiten und Abwesenheiten von Narrativen. Auf wenigen Quadratmetern reflektieren die Künstler:innen über historische Ereignisse wie die Revolution im Iran oder die Arbeitsmigration in Albanien, betten Geschichte in spekulative Praktiken und arbeiten mit Überschreibungen, malerischen Übertagungen und akustischen Resonanzräumen.“ 

2. Platz

Siquan Lai für seine Arbeiten „{.1,1,2,3,5…}“, „Kirke/Circe“ und „Kkkkkkkkkkkkkaterrrrrrrrrrrrr“ in der Ausstellung der Klasse von Vincent Haynes, skulpturale Malerei, Standort während der Hochschultage: Speicher XI, Raum 3.16.030 und 3.16.090.

Jurybegründung: „Siquan Lais Arbeiten lassen sich als skulpturale Malerei beschreiben, bei der die bemalten Flächen reliefartig in den Raum ragen. Die Inszenierung ist geprägt durch präzise Anordnungen, die durch feine Setzungen und Bezüge zum aufmerksamen Sehen einladen. Die Präsentation von Siquan Lai hat die Jury in erster Linie durch die feine Platzierung im Raum überzeugt: mit einer Setzung, die ein Auge für Detail und präzise Verortung der kleinen Skulpturen in den Raumecken beweist, die fast unbemerkt bleiben würden, würden nicht Sichtachsen zwischen den objekthaften Skulpturen an der Wand und jenen auf dem Boden eine hellsichtige Spannung aufmachen.
Amorphe Keramikplatten sind mit Fäden vernäht, ein Verfahren, das auf den ersten Blick widersprüchlich erscheint, dabei aber die präzise Handarbeit mit Ton und Textil erahnen lässt. Die Schichtung von Techniken und Materialien – Papier, Kleber, Garn, gefundene Objekte und Glitzer – mit bruchhaften Momenten zwischen Keramik, Zeichnung, Malerei und Handarbeit zeugt von einer experimentellen Herangehensweise, die sich auch in der räumlichen Positionierung der Arbeiten wiederfinden lässt.“

3. Platz

Yoonyeong Lee für „Dinner“, Videoinstallation, Standort während der Hochschultage: Speicher XI, Großer Theorieraum.

Jurybegründung: „In der Videoinstallation ,Dinner‘ von Yoonyeong Lee geht es um zufällige Begegnungen von Menschen aus verschiedenen kulturellen Kontexten, die sich zum gemeinsamen Kochen und Essen treffen. In der einfachen Geste, aus den mitgebrachten Ingredienzien ein Essen zusammenzustellen, wird schnell ein Nachdenken über ganz grundsätzliche menschliche Interaktionen, die das Bedürfnis nach Nahrung und sozialem Austausch meinen. Ein zusätzlicher Rahmen liefert eine Referenz zum digitalen Raum und erweitert den Fokus auf Begegnungsorte, die schließlich auch im Ausstellungsraum entstehen. Die Arbeit überzeugt in der technischen Installation der collagierend-überlappenden Projektionen und durch den Gedankenraum, den sie eröffnet. Die Jury hat dabei vor allem die Herangehensweise einer kollektiven Praxis überzeugt, die Kochen als Aktion, Solidarität und künstlerische Interaktion beschreibt.“

Jury

Övül Ö. Durmusoglu (Kuratorin und Professorin für Kunst im Diskurs an der HBK Braunschweig),  Matilda Felix (Leiterin Haus Coburg, Delmenhorst), Eva Fischer-Hausdorf (Kuratorin für moderne und zeitgenössische Kunst an der Kunsthalle Bremen), Lina Louisa Krämer (Programmdirektorin, Schinkel Pavillon Berlin) und Marie Oucherif (Künstlerische Leitung Künstler:innenhaus Bremen).

 

 Integriertes Design

 1. Platz

Yannic Götz und Pia Maier für „Zwei 2 / Mensch“, Installation/Mixed-Media/Mode/Fotografie/Grafik, Standort während der Hochschultage: Speicher XI, Raum 3.12.060

Jurybegründung: „Die Arbeit entwickelt eine eigenständige gestalterische Welt und erschließt sein Thema interdisziplinär aus unterschiedlichen Perspektiven. Die einzelnen Medien sind präzise ausgearbeitet und leisten jeweils einen substanziellen Beitrag zum Gesamtwerk. Die Arbeit ist gestalterisch souverän, geschlossen und inhaltlich fundiert. Getragen wird sie von einem intensiven, reflektierten Gestaltungsprozess, der ihre formale und inhaltliche Qualität überzeugend begründet.“

2. Platz

Jannes Schmidt für „Don’t kill my home“, Film/Video, Standort während der Hochschultage: Speicher XI A, Halle 1.

Jurybegründung: „,Don’t kill my home‘ überzeugt mit einer eigenständigen, unerwarteten Narration und einer klar geführten Dramaturgie. Die Arbeit meistert den anspruchsvollen Spagat zwischen emotionalem Bogen, inhaltlicher Tiefe und präziser visueller Sprache. Besonders hervorzuheben ist die hohe Detailkompetenz: Storytelling, Bildsprache und Typografie sind stringent entwickelt und konsequent auf den Punkt gebracht.“

3. Platz

Yang Liu für „Tools of us“, Website, Standort während der Hochschultage: Speicher XI A, Halle 1.

Jurybegründung: „Das Projekt ,Tools of us‘ überzeugt durch große inhaltliche und konzeptionelle Tiefe sowie eine klar entwickelte, konsequente visuelle Sprache. Typografie, Bildwelt und Interface greifen präzise ineinander und formen ein stimmiges, eigenständiges Gesamtbild. Die Gestaltung ist pointiert, selbstbewusst und stringent umgesetzt und sowohl formal wie technisch auf höchstem professionellen Niveau.“

Lobende Erwähnung

Leon Butt für „Abfall wird Ressource – Upcycling, Gestaltung, Materialforschung mit Windkraftanlagen, im zirkulären Designprozess“, Produktdesign/Architektur, Standort während der Hochschultage: Speicher XI A, Halle 1.

Jurybegründung: „Das Projekt ,Abfall wird Ressource‘ greift ein hochrelevantes, zeitgemäßes Thema auf und überzeugt mit einer strategisch fundierten, exzellent ausgearbeiteten Lösung. Es ist innovativ und zukunftsweisend, zugleich realitätsnah und auf fortgeschrittenem Entwicklungsstand. Besonders hervorzuheben ist die konsequente Umsetzungsorientierung, die das Konzept strukturell tragfähig und klar business-ready macht.“

 Jury

Felipe Aasan Escobar (HfK-Alumnus, derzeit Senior Concept Designer, Hugo Boss AG, Stuttgart), Sarah Fricke (AfK-Alumna, derzeit freie Grafikdesignerin, Distaff Studio, Berlin) und Andreas Heisinger (HfK-Alumnus, derzeit Geschäftsführer „hey ju design“, Bremen).

 

  Digitale Medien

 1. Platz

Seongjoo Moon für „Die Bremer Stadtmusikanten (Self-Portrait)“, Installation, Standort während der Hochschultage: Speicher XI, Raum 2.11.100.

Jurybegründung: „,Die Bremer Stadtmusikanten (Self-Portrait)‘ ist eine kinetische Klangskulptur, für die ausrangierte, defekte elektronische Haushaltsgeräte und Materialien wiederverwendet wurden. Die Beziehungen zwischen den Geräten werden in einem harmonischen Zusammenspiel von Klang, Bewegung, Licht und Schatten dargestellt, das die kollaborative Dynamik eines Jazzensembles widerspiegelt. Der Künstler nutzt die Geschichte der Bremer Stadtmusikanten als Metapher für die Ablehnung zugewiesener sozialer Rollen, die Suche nach einer neuen Identität und die Befreiung vom Streben nach Produktivität. Insgesamt beeindruckten die starke skulpturale Komposition, der eindrucksvolle erste Eindruck und die humorvolle Präsentation die Jury. Das Projekt verortet die persönlichen Kämpfe des Künstlers innerhalb der materiellen und kulturellen Hinweise Bremens in einer überzeugenden Kritik an extremer Arbeitskultur und gesellschaftlichen Erwartungen.“

2. Platz

Hyewon Park für „Und dann gabs keines mehr“, Installation, Standort während der Hochschultage: Speicher XI, Raum 1.07.060 (Unterricht 1).

Jurybegründung: „,Und dann gabs keines mehr‘ ist ein Zusammenspiel zwischen Wind, Klangobjekten und Kohlestücken, das die Folgen eines verheerenden Waldbrandes aufgreift, der Kulturerbe, Natur und Leben in Südkorea zerstört hat. Ausgelöst durch einen Windsensor bringen bewegte Holzkohlestücke eine Metallröhren zum Klingen. Kohlestaub, welcher durch die Reibung entsteht, rieselt auf das am Boden ausgebreitete Papier und zeichnet dort ein schemenhaftes Abbild der Zerstörung durch das Feuer. Die Spannung zwischen Vielschichtigkeit und Reduktion in Sound, Visualität und Material überzeugte die Jury. Auf leise, subtile und dennoch alarmierende Weise greift die Arbeit die möglichen Konsequenzen des Klimawandels auf. Die helle, fast kühle Installation steht im Kontrast zu dem verheerenden Feuer. Sie lässt die Kraft der Natur schleichend in ein Warnsignal übergehen, welches zugleich bedrohlich und melodisch klingt – ein mahnendes Windspiel.“

3. Platz

Andrea Wapler für „another <br> fast“, Performance/Installation, Standort während der Hochschultage: Speicher XI, Raum 1.06.000 (Galerie L).

Jurybegründung: „,another <br> fast‘ ist eine gefilmte Performance und Installation, die eine Reihe manipulierter Maschinen und elektrischer Geräte auf einem Frühstückstisch inszeniert. Durch die Verwendung einer Mehrfachsteckdosenleiste als tastaturähnlicher Hauptsteuerung der Performance hinterfragt der Künstler die Autonomie dieser Maschinen ohne menschliches Eingreifen. Die Jury schätzt die humorvolle Ästhetik der Szene, die stilllebenartige Anordnung und Inszenierung des Videos sowie die Spiegelung der Bühne im Ausstellungsraum. Ausgehend von der Zurückhaltung beim Performen gelingt es dem Werk, ein Gefühl der Unbeholfenheit in eine fesselnde Performance zu verwandeln.“

Lobende Erwähnungen

Uladzislau Karotki für „Niemarač/Немарач“, Video, Standort während der Hochschultage: Speicher XI, Raum 1.07.060 (Unterricht 1).

Jurybegründung: „,Niemarač/Немарач‘ zeigt eine aufgezeichnete Performance des Künstlers, in der er belarussische Volkslieder zitiert sowie Fotografien, die von deutschen Soldaten während des Ersten Weltkriegs aufgenommen wurden, und eine Performance/Installation vor Ort. Die Jury würdigt die vielschichtige Produktion zur Familiengeschichte in der belarussischen Tradition, die nicht nur die Sicht von innen reflektiert, sondern auch die Spannung mit kolonialen Außenperspektiven und Exotisierung.“

Hiu Yan Lee für „C5(F4)“, Installation, Standort während der Hochschultage: Speicher XI, Raum 0.11.020.

Jurybegründung: „,C5(F4)‘ ist eine fesselnde immersive Klang- und Lichtinstallation über die Unannehmlichkeiten beim Erlernen eines Musikinstruments – des Horns. Sie nutzt Mehrkanalton, Vibrationen und auf Geräusche reagierende Lichter, um eine persönliche Erfahrung zu vermitteln. Das Werk verwandelt Misserfolge und körperliche Schmerzen in eine starke Erzählung, die das Publikum in ein theaterähnliches Erlebnis entführt. Die Jury würdigt das hohe Niveau der Komposition und Tonproduktion sowie die detaillierte Audiobearbeitung des Stücks und das Zusammenspiel zwischen Ton und Glühbirnen.“

Shu Cheng Tsao für „I don’t want to forget a paper“, Installation, Standort während der Hochschultage: Speicher XI, 4.15.070.

Jurybegründung: „,I don’t want to forget a paper‘ ist eine minimalistische Installation aus weißem Papier, das mit den binären Bilddaten eines Fotos des Papiers selbst geprägt und in Base64 kodiert ist. Durch eine sensible Ästhetik, eine reduzierte minimalistische Präsentation und den starken Einsatz von Licht hinterfragt das Werk die Beständigkeit digitaler Daten, die wir für dauerhaft halten, indem wir sie auf Papier – einem fragilen Medium – speichern. Während das Werk aus der Ferne zunächst nur wie ein weißes, leicht raues Blatt Papier aussieht, das an einer Wand hängt, wird das Publikum aus der Nähe mit einem beeindruckenden Maß an Details belohnt, was sich auch in der technischen Ausarbeitung wiederholt.“

Jury

Yannic Heintzen (PhD-Kandidat Kommunikationsdesign, HAW Hamburg) sowie die HfK-Alumni/-ae Qianxun Chen, Nathalie Gebert, Timo Jan Johannes, Kazuki Ozone und Julia Vollmer.

  

 

Nominierungen für den Frese-Design-Preis

Erstmals werden im Rahmen der Hochschultage die Abschlussarbeiten aus dem Studiengang Integriertes Design in einer großen Ausstellung der Öffentlichkeit präsentiert – unter dem Titel „Final Final“ in Halle 1 des Speichers XI A. 16 der ausstellenden Studierenden sind für den Frese-Design-Preis nominiert worden und werden ihre Arbeiten erneut im Wilhelm-Wagenfeld-Haus zeigen (24. April bis 31. Mai 2026). 

Die Nominierten sind: Frederik Adelmann, Maja Bäumker, Luci Lee Biehler, Paula Britt, Leon Butt, Leontien Kay, Sarah Paulina Keilbach, Yang Liu, Hannah Malina Lowitz, Isabel Moraes Duzat, Claudia Sofia Pesantes Cardoso, Lena Porath, Kjell Reimers, Dana Salih, Jannes Schmidt und Söhnke Vetter. 

Jury

Viktoria Dietz (Grafikdesignerin, Mitbegründerin des Studios „Grommaz Dietz“, Bremen), Andrej Gronau (Fashiondesigner, Gründer seines eigenen Mode-Labels, London) und Ben Jurca (Grafiker/Kommunikationsdesigner, Mitgründer des Studios „Bas&Aer“, Bremen).