Karin Hollweg Preis 2026 geht an eghbal joudi
Meisterschüler erhält 18.000 Euro Förderpreis und EinzelausstellungEine Pressemitteilung von Gesa Jürß
Der Karin Hollweg Preis 2026 geht an eghbal joudi. Der 36-jährige Meisterschüler der Hochschule für Künste Bremen wurde am 25. Juni im Haus Coburg in Delmenhorst für seine serielle Arbeit „Zero-Orbit-Degree“ ausgezeichnet. Der mit 18.000 Euro dotierte Förderpreis zählt zu den höchstdotierten Nachwuchspreisen der Freien Kunst in Deutschland. Die Hälfte des Preisgeldes ist mit einer Einzelausstellung im Künstler:innenhaus Bremen verbunden. Seit 2007 wird die Auszeichnung jährlich vergeben.
Die Preisverleihung fand am 25. Juni 2026 im Rahmen der Ausstellung „Once You’re There It’s Easy To Find“ im Haus Coburg | Städtische Galerie Delmenhorst statt. Der in Teheran geborene Künstler eghbal joudi wurde von einer überregionalen Museumsjury unter insgesamt 20 Meisterschüler:innen ausgezeichnet. Seine Einzelausstellung, die mit der Hälfte des Preisgeldes realisiert wird, findet im Künstler:innenhaus Bremen statt. Die aktuelle Meisterschüler:innen-Ausstellung 2026 zeigt den bislang größten Abschlussjahrgang der Hochschule für Künste Bremen und ist noch bis einschließlich 2. August 2026 im Haus Coburg in Delmenhorst zu sehen.
In seinem Werk setzt sich joudi mit der Frage auseinander, wie Bilder historischer Ereignisse und kollektiver Erinnerungen entstehen. In der Ausstellung „Once You’re There It’s Easy To Find“ im Haus Coburg verarbeitet er die Geschichte der iranischen Gesellschaft und bezieht sich auf eines der bedeutendsten Gedichte der modernen persischen Literatur. Das Gedicht Zemestān (زمستان, „Winter“) des iranischen Lyrikers Mehdi Akhavan-Sales entstand wenige Jahre nach dem Sturz des Premierministers Mohammad Mosaddegh im Jahr 1953. Es wird als verschlüsselte politische Allegorie auf die von Angst, Isolation und Hoffnungslosigkeit geprägte Zeit nach dem Scheitern der Demokratisierungsbestrebungen im Iran gelesen.
Der bildhauerische Hintergrund des Künstlers wird in der Installation seines malerischen Werks besonders deutlich: joudi inszeniert seine Arbeiten räumlich. Für die Installation seiner Malerei wählt er auf den Ausstellungsraum abgestimmte Materialien und bezieht die Besucher:innen mit ein, indem er im Haus Coburg seine Malereien ähnlich der Präsentation eines Textilobjekts von oben in den Raum kippen lässt oder freistehend auf Metallgestelle montiert. Statt einer klassischen Hängung löst er die Arbeiten von der Wand, positioniert sie schräg in den Raum und verleiht seinen Malereien eine plastische bis skulpturale Anmutung.
„Mit dieser sinnlichen Einbindung des Publikums schafft er es, aus einer intensiven Beschäftigung mit den Folgen der iranischen Politik und ihren ikonischen Fotografien, eine kollektive Erfahrung zu aktivieren. All die Geschichten und Bilder, die neben den historisch fixierten Narrativen existieren, erscheinen und verschwinden zugleich. Damit erreicht eghbal joudi eine beeindruckend gegenwärtige Aktualisierung malerischer Prinzipien und Möglichkeiten […],“ so die Begründung der Jury.
Der Karin Hollweg Preis wird seit 2007 von der Karin und Uwe Hollweg Stiftung vergeben und fördert den künstlerischen Nachwuchs in Bremen. Er zählt zu den höchstdotierten Förderpreisen der Freien Kunst in Deutschland.
Über eghbal joudi
Der 1990 in Teheran (Iran) geborene Künstler studierte zunächst Bildhauerei an der Teheraner Universität für Kunst, bevor er 2020 sein Studium der Freien Kunst an der Hochschule für Künste Bremen bei Prof. Heike Kati Barath (Malerei) und Prof. Natascha Sadr Haghighian (Bildhauerei) aufnahm. Zuletzt absolvierte er sein Meisterschüler:innenstudium bei Prof. Haghighian. Für 2026 erhielt eghbal joudi kürzlich ein volles Jahresstipendium der Janusz-Korczak-Stiftung Bremen.
Über die überregionale Jury
Die überregionale Jury für den Karin Hollweg Preis 2026 setzt sich zusammen aus Anne Thurmann-Jajes (Leitung Zentrum für Künstlerpublikationen, Weserburg Museum für moderne Kunst), Dr. Matilda Felix (Leiterin Städtische Galerie Delmenhorst), Dr. Arie Hartog (Direktor Gerhard Marcks Haus), Toby Kamps (Leitung & Ausstellungskurator Moderne, Kunsthalle Hamburg), Maxie Kiwitter (Assistenzkuratorin, GAK Gesellschaft für Aktuelle Kunst), Dr. Andreas Kreul (Karin und Uwe Hollweg Stiftung), Dr. Ingmar Lähnemann (Leiter Städtische Galerie Bremen), Marie Oucherif (Artistic Director Künstler:innenhaus Bremen), Dr. Annett Reckert (Kustodin Kupferstichkabinett, Kunsthalle Bremen) und Dr. Frank Schmidt (Direktor Museen Böttcherstraße).
Der Karin Hollweg Preis wird gefördert durch
Die Meisterschüler:innen-Ausstellung 2026 ist eine Kooperation zwischen
Pressekontakt
Hochschule für Künste Bremen
Gesa Jürß, M.A.
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Cross Media Redaktion
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