Donnerstag | 4. Juni 2026

Kritische, poetische und spekulative Perspektiven auf technologische Entwicklungen

"Oscillations" – 1. Digital Media Graduation Festival an der Hochschule für Künste Bremen

Eine Pressemitteilung von Jens Fischer

In „Remaining Where Light Falls“ verwandelt Boeun Kim die flackernde Lebensdauer einer einzelnen Kerze in einen performativen Akt mit dem Publikum. © Daniel Vadasz

Premiere an der Hochschule für Künste (HfK) Bremen: Das erste Graduation Festival des Digital-Media-Programms findet vom 11. bis 13. Juni 2026 im Speicher XI A, Halle 1, und Speicher XI, Speicherpassage, statt. Unter dem Titel „Oscillations“ sind mehr als 30 künstlerische, forschungsbasierte, experimentelle und interdisziplinäre Abschlussprojekte aus den Bachelor- und Masterstudiengängen der Digitalen Medien versammelt. 

In Form von Ausstellungen, Vorträgen und Performances bieten die Arbeiten kritische, poetische und spekulative Perspektiven auf technologische Entwicklungen. Dabei geht es um künstliche Intelligenz (KI), Überwachungskapitalismus, sogenannte grüne Technologien und die Kontrolle der IT-Infrastrukturen durch wenige globale Tech-Konzerne. Weitere Projekte sind künstlerische Auseinandersetzungen mit dem Posthumanismus und dem Feminismus im Kontext sozialer Medien. Das Festival schafft einen Raum für Austausch und Diskussion. Besucher:innen können sich zwischen den vielfältigen Präsentationsformen bewegen und mit einem breiten Spektrum aktueller Themen und Medienpraktiken beschäftigen. 

Am 13. Juni 2026, 11 Uhr, wird eine internationale Jury unter den ausstellenden Absolvent:innen Digital Media Graduation Award verleihen. Der Preis ist mit 5.000 Euro dotiert, anteilig gesponsert von der Bremer HEC GmbH. 

Festivaleröffnung: 11. Juni 2026, 19 Uhr, Halle 1.

Öffnungszeiten: 12. Juni 2026, 10 bis 18 Uhr, und 13. Juni 2026, 12 bis 18 Uhr.

Der Eintritt ist frei.
 

 Was konkret zu erleben ist?

 Vier Beispiele:

Während wir KI über digitale Schnittstellen erleben, bleiben die ihr zugrunde liegende materielle Realität und der Energiebedarf oft verborgen. Ihn macht Julia Voller in ihrem Projekt „to heat“ wahrnehmbar. Eine Metalltastatur wird umso wärmer, je öfter ein KI-Bildmodell genutzt wird und dabei heiß läuft. Außerdem ist ein Sprachmodell auf einem kleinen Gerät aktiviert, das auf einer Kerze ruht. Die durch die KI-Berechnungen entstehende Wärme in der digitalen Welt schmilzt die Kerze in der physischen Welt.

Mit der komplexen biotechnologischen Installation „Prometheus Bound – On Algae and Energy“ konfrontiert Clemens Hornemann die Versprechen mit der Realität grüner Technologie: eine raumfüllende Algenbatterie liefert Energie, um eine winzige künstliche Alge zum Leben zu erwecken.

Salma Elkafrawys „in & of the erratics“ handelt von innerlich zerreißender Wut. Zarte Stoffe werden in einer Performance durchstochen, begleitet von einem feministischen Video-Manifest, das kapitalistische Visionen von Weiblichkeit überblendet.

Sangbong Lees „Space Odradek“ ist eine großformatige Installation, die Signale von ausgedienten Zombie-Satelliten empfängt und deren gespenstische Existenz durch Klang, Mechanik und die Erzählung eines fiktiven Weltraumarchäologen manifestiert, wobei die Frage gestellt wird, ob zwecklose Objekte wirklich tot sind oder wiedergeboren werden.

„Oscillations“ ist kuratiert von Alevtina Senik und Katja Striedelmeyer unter der Betreuung von Prof. Ralf Baecker,  Prof. Peter von Maydell, Prof. Dennis P. Paul und Prof. Dr. Andrea Sick.

 Weiter Infos gibt es hier.