Schwarzer Markt Rote Bücher
Öffnungszeiten
Zugänglich während der Öffnungszeiten der Bibliothek:
Montag bis Freitag: 8:00–22:00 Uhr
Samstag: 10:00–20:00 Uhr
Sonntag: 10:00–18:00 Uhr
Eröffnung: 18.6.2026, 17:00 Uhr
Klassenkampf um Copyright. Ein zeitgenössischer Blick auf die Raubdruckbewegung der 60er Jahre.
Das Projekt „Schwarzer Markt für Rote Bücher“ ist Teil einer deutschlandweiten Initiative zur Erforschung von Raubdrucken – initiiert von Prof. Dr. Annette Gilbert, Literaturwissenschaftlerin an der FAU Erlangen-Nürnberg. Studierende des Integrierten Designs der Hochschule für Künste (HfK) Bremen haben sich im Wintersemester 2025/26 und Sommersemester 2026 an dem Projekt beteiligt, angeleitet von Jasper Otto Eisenecker, Lehrbeauftragter für Visuelle Kommunikation, und Tania Prill, HfK-Professorin für Typografie.
Ausgehend von der Sammlung grauer Literatur und raubgedruckter Bücher der Staats- und Universitätsbibliothek Bremen (SuUB) sowie der Recherche im Archive of Independent Publishing (AIP) der HfK Bremen entstanden 13 multimediale Arbeiten, die Fragen von geistigem Eigentum, Zugänglichkeit, Digitalisierung sowie kollektiver Wissensproduktion verhandeln und sich mit dem historischen Phänomen des Raubdrucks befassen. Ein Feld, das bisher nur wenig wissenschaftliche Beachtung findet, wird gestalterisch erforscht, neu interpretiert und rekontextualisiert. Daraus ist die Ausstellung „Schwarzer Markt, rote Bücher“ in Kooperation mit der SuUB entstanden, die dort bis 18. Juni 2026 zu sehen ist.
Durch studentische und linke Bewegungen erreichen Raubdrucke in den 1960er Jahren ihren Höhepunkt. Dem bürgerlichen Urheberrecht wird ein Konzept von Wissen als kollektives Eigentum entgegengesetzt. Durch die kostengünstigen Drucke wird einer breiteren Bevölkerungsschicht der Zugang zu meist kapitalismuskritischer, philosophischer oder feministischer Literatur ermöglicht. Aufgrund der folgenden Kriminalisierung der Raubdruckbewegung existieren ihre Publikationen heute nur noch als Randerscheinung im wissenschaftlichen und archivarischen Kontext.
Die ausgestellten Arbeiten nehmen die Raubdruckbewegung zum Ausgangspunkt, um ihre Anliegen und Praktiken in die Gegenwart zu übersetzen. Sie befassen sich mit digitalen Infrastrukturen und zeitgenössischen Formen des Kopierens ebenso wie mit der visuellen Sprache von Raubdrucken, ihren Paratexten und ihrer Funktion als soziale und politische Objekte. Die Ausstellung versteht sich als subjektive Neuinterpretation dieser Bewegung.
Mit Beiträgen von Janne Paula Hecker, Lukas Hoppe, Yonca Floria Hadassa Jakubowski, Lenya Johanning, Jaehyung Kim, Finn Knutzen, Mira Langer, Olivia Müller, Nadja Reinhart, Joana Rohde, Yannik Roswora, Elizabeth Rusche, Lilli Schnitger, Finja Tineke Schulze Buschhoff, Hanayumi Thomann und Lina Walk
Konzeption und Umsetzung der Ausstellung: Greta Brockmann, Zhifei Chen, Janina Fiebig, Jan Habbo Poppinga, Lukas Hoppe, Finn Knutzen, Oona Patronen, Jos Jorma Rohls, Yannick Roswora und Hanayumi Thomann
In Zusammenarbeit mit der SuUB und dem Freundeskreis der SuUB.
Wichtige Informationen
Der Eintritt ist frei.
Mehr Informationen gibt es auf der Webseite der SuUB.