Öffnungszeiten
Dienstag: 14-18 Uhr
Mittwoch–Samstag: 17-20 Uhr
14 internationale künstlerische Positionen aus dem Binational Artistic PhD Programmder HfK Bremen stellen in der hbkSaar Saarbrücken ihre Projekte zusammen aus. Ihre unterschiedlichen Medien und Formate verhandeln Scores of Scores als ein offenes, bewegliches System, das sich durch Nutzung, Wiederholung und Veränderung fortlaufend entfaltet.
Der Begriff Scores of Scores beschreibt ein Verständnis von Partituren nicht als feste oder abgeschlossene Anweisungen, sondern als offene, relationale Gefüge, die sich erst im Vollzug entfalten, verschieben und transformieren. Beziehungen erscheinen hier nicht als linear oder eindeutig, sondern als verzweigt, vielstimmig und unabschließbar. Ein Score ist hier kein Ursprung, der korrekt ausgeführt werden muss, sondern ein Ausgangspunkt für Beziehungen, Übersetzungen und Abweichungen.
Scores werden als mehrschichtige Strukturen verstanden: als Aufzeichnungen, Aktivierungsformen, Zählsysteme, Zeitordnungen oder soziale Choreografien. Sie aktualisieren sich durch Wiederholung, Weitergabe, Re-Inszenierung und Kontextwechsel. Das Entfalten (unfolding) verweist dabei auf Prozesse der Variation, Versionierung und Transformation – ein Score bleibt nie identisch mit sich selbst, sondern existiert als eine Serie möglicher Aktualisierungen. Einige Aspekte bleiben latent, fragmentarisch, nur situativ erfahrbar.
Zu sehen sind unter anderem powerwalks (entlang von Hochspannungsleitungen), Instruktionen, die über den großen Videoscreen der Galerie hbkSaar wie ein Teleprompter in verschiedenen Sprachen eingespielt werden (in Anlehnung an Handlungsanweisungen des Fluxus) und dadurch auch im Stadtraum sichtbar sind, installative Arbeiten, die eine Teilnahme und Aktivierung verlangen, Kunstmaschinen, die Anweisungen ausführen, Audiowalks und Soundstationen (etwa zu Körperempfinden und -wahrnehmung) sowie Scores, die sich mit Extraktion in der Tiefsee oder von Gold und dessen Einsatz in elektronischen Produkten auseinandersetzen.
Ein Begleitheft versammelt alle Scores der Ausstellung und macht sie dem Publikum zur weiteren Nutzung, Re-Aktivierung und Übersetzung zugänglich. Es versteht sich nicht als dokumentierender Abschluss, sondern als ein weiteres Medium des Entfaltens – als Einladung, die Scores in andere Kontexte, Zeiten und Praktiken zu überführen.
Die Ausstellung in Saarbrücken in der Galerie hbkSaar bringt internationale und sehr unterschiedliche künstlerische Ansätze zusammen und macht transkulturelle Zusammenhänge sichtbar. Alle beteiligten Künstler*innen verfügen über umfangreiche Ausstellungserfahrung und positionieren ihre Arbeiten im Spannungsfeld von künstlerischer Forschung, Performativität und gesellschaftlicher Praxis. Die Werke treten in einen aktiven Dialog mit dem Publikum in Saarbrücken.
Künstler*innen aus Bremen in der hbkSaar:
- Marcela Antipan Olate
- Victor Artiga Rodriguez
- Franzi Bauer
- Carolin Melia Sabine Brendel
- Monika Gabriela Dorniak
- Yannic Heintzen
- Henrik Nieratschker
- Mar Lamberg
- Yuyen Lin Woywood
- Icaro Lopez de Mesa Moyana
- Dawoon Park
- Sophie Blet
- María Sabato
- Luiz Zanotello
In Zusammenarbeit mit: Prof. Dr. Andrea Sick & Prof. Dr. Mona Schieren, Hochschule für Künste Bremen
