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Auszeichnung
Mittwoch | 6. Mai 2026

Masterabsolvent Leon Butt gewinnt Frese Designpreis

12.000 Euro für nachhaltiges Tinyhouse-Konzept aus Windkraftanlagen
Frese Designpreis-Gewinner Leon Butt
Frese Designpreis-Gewinner Leon Butt © HfK Bremen/Mika Störkel

Mit einem innovativen Wohnkonzept aus GFK-Sondermüll gewinnt Leon Butt den Frese Designpreis 2026. Der 26-jährige Masterabsolvent der Hochschule für Künste Bremen wurde für sein Projekt „Abfall wird Ressource“ ausgezeichnet. Bundesweit zählt der mit 12.000 Euro dotierte Preis zu den höchstdotierten Hochschulpreisen und wird 2026 erstmals vollständig an eine Einzelperson vergeben.

Am 5. Mai 2026 wurde der diesjährige Frese Designpreis im Rahmen der Ausstellung „ID Select. Frese Designpreis“ im Wilhelm Wagenfeld Haus verliehen. Erstmals werden die nominierten Abschlussarbeiten in einer eigenen Museumsausstellung präsentiert. Die Ausstellung ist noch bis einschließlich 31. Mai 2026 im Wilhelm Wagenfeld Haus zu sehen.

Mit seinem Projekt greift Butt zwei zentrale Herausforderungen auf: den Umgang mit schwer recycelbarem GFK-Sondermüll aus Windkraftanlagen und den steigenden Bedarf an bezahlbarem Wohnraum. Aus sogenannten Nabenabdeckungen von Windkraftanlagen entwickelt er mobile, runde Tinyhouses, die unter anderem für Ferienanlagen, Campingplätze oder studentisches Wohnen genutzt werden können. Die Konstruktion basiert auf bestehenden Industriebauteilen und zeigt, wie sich ausgediente Materialien in nachhaltige Nutzungskonzepte überführen lassen. Die Jury würdigte insbesondere die hohe Umsetzbarkeit sowie die Verbindung von Nachhaltigkeit und Gestaltung.

Eine Belobigung erhielt außerdem Jannes Schmidt für seine Videoarbeit „Don´t Kill My Home“. Darin setzt sich der Masterabsolvent mit der verbreiteten Abrisspraxis funktionstüchtiger Gebäude auseinander, und thematisiert den Verlust von Ressourcen, Wohnraum und sozialen Strukturen. Die Jury hob besonders die poetische Bildsprache hervor.

Der Frese Designpreis wird seit 2014 von der Petra und Dieter Frese Stiftung vergeben und fördert den gestalterischen Nachwuchs in Bremen. Mit der Erhöhung des Preisgeldes auf 12.000 Euro und der neuen Vergabepraxis an eine Einzelperson wurde das Profil des Preises weiter geschärft.

Zum Preisträger
"Leon Butt greift eine hochrelevante gesellschaftliche Herausforderung auf: den Umgang mit Abfallstoffen aus industriellen Großanlagen. In seiner Arbeit „Abfall wird Ressource“ setzt er sich mit den nur schwer recycelbaren Materialien von aufgegebenen Windkraftanlagen auseinander. Nach einer fundierten Recherchephase entwickelt er ein überzeugendes Konzept zur Umnutzung des Nabengehäuses dieser Anlagen zu einem innovativen Wohnmodul. Er erkennt die gestalterischen Qualitäten der bestehenden Form und eröffnet vielfältige Nutzungsszenarien. Die Jury würdigt insbesondere, wie präzise Leon Butt dabei technische, funktionale und materialbezogene Details durchdenkt. Sein Konzept ist in hohem Maße umsetzbar – und geht doch weit darüber hinaus: Durch die Verlängerung des Produktkreislaufs zeigt er eindrucksvoll, wie Design als treibende Kraft für ökologische und gesellschaftliche Transformation wirken kann."


Zur Belobigung
"Jannes Schmidt nimmt in „Don't Kill My Home“ eine persönliche Erfahrung zum Ausgangpunkt für eine umfassende der Kritik an der heutigen Bauindustrie. Die Jury beeindruckte besonders die poetische Bildsprache, die dem Publikum Raum gibt, die emotionale und materielle Bedeutung von Architektur nachzuvollziehen. Jannes Schmidt gelingt mit diesem Film eine ruhige, aber umso eindringlichere Erzählung, die einen neuen Umgang mit unserer gebauten Umwelt fordert."