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- Rhizomatic Cartography Dieses Seminar untersucht rhizomatische Kartierung als Methode zur Dokumentation und Visualisierung der multidimensionalen Bedingungen und Eigenschaften einer Landschaft mit Bremen-Blockland als Fallstudie. Die Teilnehmer werden sich mit der Stätte durch die Brille ökologischer Geschichte, sozial-politischer Transformation und spekulativer Zukunftsszenarien auseinandersetzen. Der Workshop versteht Landschaften nicht als statische Territorien, sondern als Assemblagen biologischer, geologischer, infrastruktureller und kultureller Prozesse, die kontinuierlich interagieren und sich transformieren. Ausgehend vom Konzept des Rhizoms, wie es von Gilles Deleuze und Félix Guattari im Buch "Tausend Plateaus" entwickelt wurde, nähert sich die rhizomatische Kartographie der Kartierung als offenes System und nicht als feste Darstellung. Anstelle einer hierarchischen Organisation ermöglicht die rhizomatische Karte Verbindungen zwischen heterogenen Elementen wie Wassersystemen, landwirtschaftlichen Infrastrukturen, Sozialgeschichten, rechtlichen Rahmenwerken, Tierlebensräumen und spekulativen Eingriffen. Die Teilnehmer werden gemeinsam eine visuelle und materielle Kartografie erstellen, die die komplexen gegenseitigen Abhängigkeiten, die die Stätte prägen, sichtbar macht. Durch Beobachtung, Dialog, Feldforschung und künstlerische Interpretation dienen die resultierenden Karten gleichzeitig als Dokumentation, kritische Reflexion und spekulative Schnittstelle zum Nachdenken über mögliche Zukünfte. Einleitung: Das Rhizom und die Kartierung als Methode Das Seminar beginnt mit einer Einführung in die theoretischen Grundlagen des rhizomatischen Denkens. Das Rhizom wird als Modell für nicht-hierarchische Wissens- und Beziehungssysteme verstanden, in denen Elemente über Disziplinen, Skalen und Zeiträume hinweg miteinander verbunden sind. Anstatt eine konventionelle geografische Karte zu erstellen, konzentriert sich der Workshop darauf, Diagramme der Beziehungen zwischen ökologischen Prozessen, historischen Transformationen, Infrastrukturen sowie menschlichen und nicht-menschlichen Akteuren zu erstellen. Das Seminar setzt sich fort mit Exkursionen zur Felddokumentation und zur Immersion in das Gelände Bremen-Blockland. Diskussion ausgewählter theoretischer Perspektiven, darunter: - Rosi Braidotti und posthumanistische Ansätze zur Wissensproduktion - Eduardo Viveiros de Castro und amerindischer Perspektivismus - Ökologische Relationalität und Umweltethik Mögliche Methoden zur Felddokumentation umfassen: -diagrammatische Zeichnung -geschichtete Abbildung -fotografische Dokumentation -Tonaufnahme -Textfragmente und Feldnotizen -Skulpturale oder materielle Objekte, die vor Ort gesammelt wurden Die rhizomatische Karte wird als hybrides Dokument betrachtet, das wissenschaftliche Beobachtung, künstlerische Interpretation und spekulatives Denken vereint. I. Seminarsitzung 1 - (4 Stunden) II. Exkursion 1 - (6 Stunden) III. Seminarsitzung 2 - (3 Stunden) IV. Exkursion 2 – (5 Stunden) V. Seminarsitzung 3 - (3 Stunden) I. Seminarsitzung eins (4 Stunden): Konzeptioneller Rahmen und Kartierungsstrategien -Einführung in das rhizomatische Denkweisen (1,5 st.) -Fallstudie: Historische Transformation der Landschaft (1 st.) -Methoden der rhizomatischen Kartographie (1,5 st.) II. Exkursion eins (6 Stunden): Feldbeobachtung und Standortdokumentation -Vorbereitung auf den Ausflug (1 st.) -Standortimmersion, Felddokumentation, informeller Dialog und Interpretation, erste Kartierungsskizzen (5 st.) III. Sitzung zwei (3 Stunden): Kartographische Konstruktion und spekulative Kartierung -Reflexion und kollektive Diskussion (1 st.) -Anfängliche rhizomatische Kartenkonstruktion (2 st.) IV. Ausflug zwei (5 Stunden): Relationale Abbildung im Feld -Wiederbesuch der Stätte anhand der Karte, zusätzliche Dokumentation, Tests spekulativer Interventionen, Feldanmerkungen V. Sitzung drei (3 Stunden): Spekulative Kartographien und Präsentation -Spekulative Szenarien (1,5 st) -Abschließende Kartographien und Diskussion (1,5 st.) ---