Apply Now!

Bewerbungszeitraum für das Sommersemester 2026 – Integriertes Design (M.A.): 1.12.2025–12.1.2026

Zur Bewerbung
Montag | 5. Januar 2026

Erstes Viola-Festival in Bremen

Sara Kim, Professorin für Viola und Kammermusik, macht Auftakt mit Antrittskonzert

Eine Pressemitteilung von Gesa Jürß

Vision String Quartet
Vision String Quartet © Harald Hoffmann

Das neue Jahr beginnt an der Hochschule für Künste Bremen mit einem musikalischen Auftakt: Vom 9. Januar bis 1. Februar 2026 steht die Bratsche im Fokus und bekommt dank Sara Kim, der international renommierten Bratschistin und Professorin für Viola und Kammermusik, erstmals ein eigenes Festival in Bremen. Unter dem Titel „Viola. Endlich.“ lädt die HfK Bremen zu Konzerten, Workshops, Meisterkursen, Probespieltrainings, Gesprächen und After-Show-Partys ein. Unterstützt wird das Event durch herausragende Größen wie Borsch4Breakfast, Garth Knox, Prof. Nils Mönkemeyer, Sander Stuart, Ionel Ungureanu in Kooperation mit dem Pianisten und Komponisten Sandro Nebieridze sowie das Vision String Quartet. Der Eintritt ist an allen vier Wochenenden kostenfrei. Auch die Workshops und Meisterkurse sind für Publikum geöffnet.
 

Größer als eine Geige, aber kleiner als ein Cello und mit einem tieferen und volleren Klang – so lässt sich die sogenannte „große Schwester“ der Geige beschreiben. Während die Bratsche noch weit bis ins 19. Jahrhundert hinein eine untergeordnete Rolle im Orchester spielte, steht sie heute für viele Musiker:innen und Komponist:innen im Zentrum des musikalischen Geschehens. Mit ihren Zwischentönen fungiert sie als wichtiges Bindeglied im Orchester und ist inzwischen auch als Soloinstrument nicht mehr wegzudenken. 

Dank der Festivalinitiatorin und herausragenden Bratschistin Sara Kim wird das Instrument nun endlich auch in der Bremer Musikwelt in den Fokus gerückt. Mit Sara Kim erlebt die HfK Bremen einen neuen Auftrieb der Bratsche. Seit ihrem Antritt im April 2025 hat sich die Studierendenzahl für Viola verdoppelt. Die Bremer Professorin ist eine der wenigen Bratschistinnen in der Lehre. In der Welt der Viola sind vorwiegend Männer vertreten, was auch das Festival-Programm widerspiegelt.

In der Lehre geht es Kim darum, nicht der alten Schule zu folgen, sondern auch musikalisch mit der Zeit zu gehen und auf die Bedürfnisse ihrer Studierenden einzugehen. Sie selbst hat eine sehr konservativ-akademische Ausbildung erhalten, in der es wenig Raum für Kreativität gab. Während es zu ihrer Studienzeit darum ging, einen der wenigen begehrten Orchesterplätze zu erreichen, wollen heute nicht mehr alle Studierenden ins Orchester. Stattdessen sind sie offen für Improvisation und experimentelle Formate, für die die HfK Bremen mit ihren interdisziplinären Möglichkeiten ideale Bedingungen bietet. Zudem ist laut Kim im Gegensatz zu den größeren anonymen Akademien wie Berlin, München oder Leipzig, wo sie zuvor tätig war, am Bremer Institut und in der Stadt selbst viel mehr Vernetzung möglich. Über ihren persönlichen Ansatz in der Lehre sagt Kim: „Wenn man die Bratschen im Orchester heraushört, ist es schlecht gespielt. Wenn wir fehlen, merkt man das auch. In der Lehre ist es wie mit der Bratsche. Man soll mich nicht sehen können und dennoch bin ich da. Die Studierenden sollen nicht wie ihre Lehrer:innen klingen. Es geht darum zu unterstützen, zu schauen, was den Studierenden liegt und Spaß macht und die Individualität des Einzelnen zu fördern.“
 

An allen vier Wochenenden lädt die HfK Bremen zu kostenfreien Konzerten mit namhaften Größen aus der Viola-Szene in die Dechanatstraße 13-15 ein. Auch die begleitenden Workshops und Meisterkurse für Studierende der HfK Bremen sind für Publikum geöffnet und ermöglichen einen Blick hinter die Kulissen des Musikstudiums. Das Viola-Festival verbindet Kim, die bereits im April 2025 ihre Professur an der Hochschule für Künste Bremen antrat, am Freitag, den 9. Januar 2026, um 18 Uhr, mit ihrem lang ersehnten Antrittskonzert unter dem Titel „Stimme der Bratsche“. Für Sara Kim drückt der Klang der Viola all die tiefen Emotionen aus, die sich kaum in Worten fassen lassen. Anders als bei der Violine gehe es dabei nicht nur um die lauten und offensichtlichen Emotionen wie Freude oder Traurigkeit. Es gehe um Nostalgie, Verlorenheit, Unsicherheit, Tränen vor Glück bis hin zu der Wärme einer Umarmung. Die Bratsche vermittelt laut Kim Emotionen, die tief im Herzen verankert sind, jedoch selten ausgesprochen werden. Zur Aufführung kommen Originalwerke für Viola solo, unter anderem von György Ligeti, Paul Hindemith und Igor Strawinsky.

Als Gast ist am ersten Festival-Wochenende Prof. Nils Mönkemeyer geladen, der kürzlich vom Deutschen Hochschulverband zum Hochschullehrer des Jahres 2025 gekürt wurde. Mönkemeyer ist nicht nur für seine ausgezeichnete Lehre und pädagogischen Fähigkeiten bekannt, sondern engagiert sich auch als Solist sowie in Kooperation mit seinen Studierenden dafür, neue Brücken in der Musik zu schlagen. Er bringt Musik an ungewöhnliche Orte und zu den Menschen, die aus den unterschiedlichsten Gründen normalerweise nicht an Konzerten partizipieren können. Unter dem Motto „Bratsche als Primadonna“ können Besucher:innen am Samstag, den 10. Januar 2026, sowohl einen Einblick in die Lehre Mönkemeyers und den Alltag des Musikstudiums an der HfK gewinnen als auch den Ergebnissen des Meisterkurses im Abschlusskonzert lauschen und mit Nils Mönkemeyer auf der anschließenden After-Show-Party ins Gespräch kommen.  

Der Bratschist und Komponist Ionel Ungureanu verbindet klassische Virtuosität mit modernen Arrangements, Jazz- und Folklore-Einflüssen. Mit seiner Band Borsch4Breakfast steht er für kreative Grenzüberschreitung zwischen Tradition und Innovation und ist somit ein inspirierender Gast für Studierende, die Lust haben, neue Klangräume zu entdecken und eigene Wege zu gehen. Auch Piano-Liebhaber:innen kommen an diesem Wochenende auf ihre Kosten: Ungureanu bringt den preisgekrönten Pianisten und Komponisten Sandro Nebieridze mit, der ein absolutes Ausnahmetalent ist. „Make It Your Own“ heißt es am Samstag, den 17. Januar 2026: Nach einem spannenden Improvisations- und Arrangement-Workshop spielen Ungureanu und Nebieridze ein gemeinsames Konzert mit den Studierenden im Konzertsaal der Hochschule.

Das dritte Festival-Wochenende lockt direkt mit zwei Konzert-Highlights: Borsch4Breakfast sind für ihr „Innovatives Denken“ bekannt und treten am Samstag, den 24. Januar, um 20 Uhr auf. Das Quartett hat seinen ganz eigenen Stil geschaffen: In ihren Arrangements und Kompositionen gehen Balkanjazz, Folk und Klassik in einer mitreißenden Genremixtur auf.
Der Sonntag lockt mit vier Programmpunkten rund um das preisgekrönte Vision String Quartet. Nach dem Meisterkurs steht der Bratschist Sander Stuart im Fokus. Er ist Produzent, Influencer, Podcaster und Mitglied des Vision String Quartet. Stuart bringt nicht nur musikalische Exzellenz, sondern auch mediale und visuelle Kreativität mit. Als Produzent und Podcaster arbeitet er an der Schnittstelle von Musik, Videokunst und Social Media und ist als Interviewgast nicht nur ein spannender Impulsgeber für Musiker:innen, die interdisziplinär denken und arbeiten möchten. Das Ensemble Vision String Quartet verbindet klassische Kammermusik mit zeitgenössischen Klang- und Lichtkonzepten. Im Rahmen des Konzerts zeigt es am Sonntagabend, wie modern, vielseitig und publikumsnah Kammermusik heute sein kann. Abschließend findet eine After-Show-Party mit interaktivem Künstlergespräch in der Mensa 13 statt.

Das letzte Wochenende trumpft am 31. Januar und 1. Februar mit einer Ikone: Der irische Bratschist und Komponist Garth Knox zählt zu den wichtigsten Stimmen der zeitgenössischen Musik. Als ehemaliges Mitglied des Arditti Quartet und des Ensemble InterContemporain steht er für Innovation und Klangforschung. Seine Arbeit mit der Viola und Viola d’amore eröffnet neue, faszinierende Klangräume. Nach einem zweitätigen Meisterkurs spielt er am Sonntag das Abschlusskonzert des Viola-Festivals gemeinsam mit Sara Kim und den Kursteilnehmer:innen. Für Kinder und Familien gibt es zuvor unter dem Motto „Bratschonauten gesucht!“ ein besonderes Konzert in Kooperation mit dem Fachbereich Musikpädagogik, in dem Kinder die Bratsche als Abenteuerinstrument kennenlernen können. 

„Viola. Endlich.“ vom 9.1. bis 1.2.2026 

Freitag, 9.1.2026 | 18:00 Uhr | Dechanatstraße, Galerie 
Viola-Festival: Stimme der Bratsche
Antrittskonzert Prof. Sara Kim 
Originalwerke für Viola solo, u. a. von G. Ligeti, I. Strawinsky und P. Hindemith 

Samstag, 10.1.2026 | 12:00–18:00 Uhr | Dechanatstraße, Konzertsaal 
Viola-Festival: Bratsche als Primadonna 
Meisterkurs mit Prof. Nils Mönkemeyer 

Samstag, 10.1.2026 | 20:00 Uhr | Dechanatstraße, Konzertsaal 
Viola-Festival: Bratsche als Primadonna 
Abschlusskonzert des Meisterkurses mit Prof. Nils Mönkemeyer 

Samstag, 10.1.2026 | 21:30 Uhr | Dechanatstraße, Musikkeller / Mensa 13
After-Show-Party

Samstag, 17.1.2026 | 15:00–18:00 Uhr | Dechanatstraße, Konzertsaal 
Viola-Festival: Make It Your Own 
Improvisations- und Arrangement-Workshop mit Ionel Ungureanu und Sandro Nebieridze (Pianist und Komponist) 

Samstag, 17.1.2026 | 19:00 Uhr | Dechanatstraße, Konzertsaal 
Viola-Festival: Make It Your Own 
Konzert mit Ionel Ungureanu, Sandro Nebieridze (Pianist und Komponist) und Studierenden der HfK Bremen  

Sonntag, 18.1.2026 | 11:00–13:00 Uhr | Dechanatstraße, Konzertsaal 
Öffentliches Probespieltraining 

Samstag, 24.1.2026 | 20:00 Uhr | Dechanatstraße, Galerie
Konzert Borsch4Breakfast

Samstag, 24.1.2026 | 22:00 Uhr | Dechanatstraße, Musikkeller / Mensa 13
After-Show-Party 

Sonntag, 25.1.2026 | 12:30–13:15 Uhr | Dechanatstraße, diverse Räume
Viola-Festival: Zwischen Tal und Bergen
Meisterkurs mit dem Vision String Quartet 

Sonntag, 25.1.2026 | 17:00 Uhr | Dechanatstraße, Konzertsaal 
Viola-Festival: Zwischen Tal und Bergen 
Interview und Diskussion mit Sander Stuart

Sonntag, 25.1.2026 | 19:00 Uhr | Dechanatstraße, Konzertsaal 
Viola-Festival: Zwischen Tal und Bergen 
Konzert Vision String Quartet 

Sonntag, 25.1.2026 | 21:00 Uhr | Dechanatstraße, Musikkeller / Mensa 13
After-Show-Party

Samstag, 31.1.2026 | 10:00 bis 18:00 Uhr | Dechanatstraße, Konzertsaal 
Viola-Festival: Der Zeitgenosse
Meisterkurs mit Garth Knox

Sonntag, 1.2.2026 | 10:00 bis 13:00 Uhr | Dechanatstraße, Konzertsaal 
Viola-Festival: Der Zeitgenosse 
Meisterkurs mit Garth Knox

Sonntag, 1.2.2026 | 16:00 Uhr | Dechanatstraße, Galerie 
Viola-Festival: Kinderkonzert – „Bratschonauten gesucht!“
Ein Mitmach-Konzert für Klein und Groß (ab 4 Jahre)

Sonntag, 1.2.2026 | 18:00 Uhr | Dechanatstraße, Konzertsaal 
Viola-Festival: Der Zeitgenosse
Abschlusskonzert Meisterkurs
Garth Knox spielt eigene Werke mit Sara Kim und Studierenden der HfK Bremen  

Sara Kim, geboren 1988 in Daejeon (Südkorea), absolvierte ihre musikalische Ausbildung an der Gnessin Spezialschule in Moskau und an der Hochschule für Musik Hanns Eisler Berlin, wo sie zunächst Violine und später Viola studierte. Sara ist außerdem Absolventin der Universität der Künste Berlin, wo sie im Rahmen des Instrumental-Solisten-Programms Bestnoten erhielt. Ihre künstlerische Entwicklung wurde durch Studien in der Kammermusikklasse des Artemis Quartetts und durch eine Meisterklasse an der Hochschule für Musik und Theater München zusätzlich geprägt.

Als Solistin und Kammermusikerin trat Sara Kim auf den Bühnen der wichtigsten Festivals auf, darunter die Festspiele Mecklenburg-Vorpommern und das Gstaad Menuhin Festival. Sie konzertierte mit namhaften Orchestern wie dem Konzerthausorchester Berlin, dem Staatsorchester Braunschweig und dem Janáček Philharmonic Orchestra. Zu den Höhepunkten ihrer Laufbahn zählt ihr Auftritt 2012 im Schloss Bellevue, wo sie auf Einladung der Deutschen Stiftung Musikleben vor Bundespräsident Joachim Gauck spielte.

Ihre umfassende Orchestererfahrung umfasst unter anderem Positionen als Solo-Bratschistin im Staatsorchester Braunschweig und im Gewandhausorchester Leipzig. Darüber hinaus gastierte sie bei Spitzenorchestern wie der Deutschen Oper Berlin und dem MDR Sinfonieorchester Leipzig. Ihre pädagogische Expertise sammelte sie als Lehrbeauftragte an den Hochschulen für Musik in Berlin, München und Leipzig.

Über 1.000 Studierende aus über 70 Ländern, 65 Professor:innen, 89 Mitarbeiter:innen der Verwaltung und rund 150 Lehrbeauftragte machen die Hochschule für Künste Bremen zu einem lebendigen Ort. 

Die HfK ist eine Hochschule der scheinbaren Gegensätze. Sie ist regional verankert und doch extrem international ausgerichtet. Sie erstreckt sich über verschiedene Standorte der Stadt, die sehr unterschiedlich sind, von klassizistisch bis schwimmend und zeitgenössisch. Sie ist Kunst- und Musikhochschule zugleich. Dieser Kontext, der die Hochschule ausmacht, ist von besonderer Qualität und bildet einen Rahmen, der es ermöglicht, sowohl die kollektive als auch die individuelle künstlerische Entwicklung zu stärken.

Das Studienangebot umfasst die Freie Kunst, Integriertes Design, Digitale Medien sowie die Künstlerische und Künstlerisch-Pädagogische Ausbildung Musik. Die HfK bietet darüber hinaus seit 2020 die Möglichkeit, im Rahmen des künstlerisch-wissenschaftlichen PhD-Programms, insbesondere in den Schwerpunktbereichen Integriertes Design und Digitale Medien, zu promovieren. Durch offene Lehrveranstaltungen und gemeinsame Prüfungsbetreuungen sowie durch die Werkstätten, Studios und thematische Projekte werden Dialog und Zusammenarbeit gezielt gefördert. Mit rund 400 Veranstaltungen im Jahr gehört die HfK zu einer kulturellen und gesellschaftlichen Säule der Stadt Bremen. 

Die Beziehung zwischen den Mitgliedern der Hochschulgemeinschaft, ihre vielfältigen Kooperationen, die engmaschige Betreuung sowie die verschiedenen regionalen und internationalen Kollaborationen, tragen dazu bei, dass die Studierenden sich zu starken individuellen Charakteren entwickeln. So entstehen letztendlich Arbeiten, die hohe gesellschaftliche Relevanz haben.