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Die Hochschule für Künste Bremen öffnet ab dem 1. Februar das Bewerbungsportal für das Wintersemester 2026/27.

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Konzert
Dienstag | 5. Mai 2026 20:00 Uhr

Ensemble Ribörs spielt alte Neue Musik

Hochschule für Künste Bremen | Konzertsaal (2.05)
Vergangene Veranstaltung
© Hochschule für Künste Bremen – Anja Segermann

Konzert mit dem Ensemble Ribörs unter der Leitung von Prof. René Gulikers

„Hat sich die Zeit verändert?“

Igor Strawinsky (1882–1971): L’Histoire du Soldat (Die Geschichte vom Soldaten), Suite (1918)
Marche du soldat / Petits Airs au bord du ruisseau / Pastorale / 
Marche royale / Petit concert / Trois danses (Tango - Valse - Ragtime) / Danse du diable / Grand chorale / Marche triomphale du diable

Sumi Kim — Klarinette
Yi-Chi Chan — Fagott
Biel Pelfort — Trompete
Pug Andersen — Posaune
Sebastián Cartes — Schlagzeug
Alvaro Córdova Luna — Violine
Fridtjof Springer — Kontrabass
Leitung: Prof. René Gulikers

„L’Histoire du soldat“ markiert einen Wendepunkt in der Entwicklung der Neuen Musik. Im Jahr 1918, als Europa noch im Griff des Ersten Weltkriegs war, schuf Strawinsky in seinem Schweizer Exil ein Werk, das radikal mit dem großen, spätromantischen Orchester brach. Die kompakte Besetzung, die scharfe Rhythmik und der collageartige Stil kündigen eine neue Ästhetik an: klar, trocken, beweglich, fast kammermusikalisch-theatralisch. Die Suite destilliert die Essenz des ursprünglichen Theaterstücks: ein Soldat, der seine Seele verkauft und versucht, die Welt in einer Zeit zu verstehen, die moralisch und politisch ins Wanken geraten ist. Strawinskys eigene Flucht vor dem Krieg schwingt in der nervösen Energie und der ironischen Distanz der Musik mit. Heute, in einer Welt, die erneut von Konflikten und erzwungener Migration geprägt ist, bleibt „L’Histoire“ provokativ aktuell. Das Werk erinnert uns daran, wie Kunst selbst in Zeiten des Umbruchs neue Formen findet, um menschliche Verletzlichkeit und Widerstandskraft hörbar zu machen. (R. Gulikers)

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Olivier Messiaen (1908–1992): Quatuor pour la Fin du Temps (Quartett für das Ende der Zeit) (1941)
Liturgie de cristal / Vocalise, pour l'Ange qui annonce la fin du Temps / Abîme des oiseaux / Intermède / Louange à l'Éternité de Jésus / Danse de la fureur, pour les sept trompettes / Fouillis d'arcs-en-ciel, pour l'Ange qui annonce la fin du Temps / Louange à l'Immortalité de Jésus

Xinjie Hu — Klarinette
Colma Ní Bhriain — Violine
Michele Mazzola — Violoncello
Zirui Sheng — Klavier
Einstudierung: Prof. René Gulikers

Olivier Messiaens Quartett für das Ende der Zeit gehört zu den zentralen Werken des 20. Jahrhunderts. 1941 im Kriegsgefangenenlager Görlitz unter extremen Bedingungen komponiert, verbindet es spirituelle Vision mit radikaler Klangerfindung. Für die ungewöhnliche Besetzung – Klarinette, Violine, Violoncello und Klavier (sie ergab sich aus den im Lager verfügbaren Musikern) – schuf er Klangbilder von großer Intensität, zwischen meditativer Stille und visionärer Ekstase. Grundlage ist ein Text aus der Offenbarung des Johannes, doch Messiaen versteht das „Ende der Zeit“ nicht als Katastrophe, sondern als Aufhebung menschlicher Zeit in eine andere, ewige Dimension. Seine Musik gewinnt damit eine bleibende Aktualität: In unserer leider erneut von Unsicherheit, globalen Krisen und Krieg geprägten Gegenwart wird sie zu einem Nachdenken über Hoffnung, Glauben und die Möglichkeit des Transzendenten – jenseits von Zerstörung und Vergänglichkeit. (J. Birkenkötter)
 

Atelier Neue Musik

 

 

Der Eintritt ist frei.

Hochschule für Künste Bremen Dechanatstraße 13–15 28195 Bremen
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Konzertsaal der HfK Bremen, leere Stühle, Bühne mit rotem Vorhang.