Musik + Kunst und Design
Lina Clara von Jaruntowski
Medientheorie
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- Regime der (Un-)Bestimmtheit – Ökologische Imaginare und Politiken der Zeit Veranstaltungsbeschreibung I am not proposing a return to the Stone Age. My intent is not reactionary, nor even conservative, but simply subversive. It seems that the utopian imagination is trapped, like capitalism and industrialism and the human population, in a one-way future consisting only of growth. All I’m trying to do is figure out how to put a pig on the tracks.” — Ursula K. Le Guin Wie lässt sich die Zukunft des Planeten in der sozioökologischen Krise vorstellen? Ausgehend von dieser Frage werden wir die Vorstellungskraft als einen Raum der Unbestimmtheit betrachten und Konzepte von Zukünftigkeit und Imagination aus ökologischer Perspektive in den Blick nehmen. Anhand nicht-dominanter historischer Narrative und Wissensinfrastrukturen versuchen wir andere Wege zu finden, um Gegenwart und Zukunft durch feministische, queere und dekoloniale Linsen zu betrachten. Donna Haraway bleibt unruhig und sucht nach spekulativen Fabulationen für artenübergreifende Verwandtschaften und Kohabitationen. Walter Mignolo erzählt von Austern, um die Kolonialität der Zeit offenzulegen, indessen beschwört José Esteban Muñoz Queerness als warmes Leuchten eines noch nicht erreichten Möglichkeitsraums. Elizabeth Povinelli tauscht den fernen Horizont der Zukunft gegen das Bild der Tasche, während sich radikale Vorstellungswelten im Lichte der zapatistischen „Zeit der Schnecke" entfalten. Anhand dieser und anderer Denker*innen werden wir uns den sozialen, kulturellen, politischen und ökologischen Verflechtungen und Machtstrukturen in Zukunftsvorstellungen zuwenden und diese mit künstlerischen und gestaltenden Praktiken in Beziehung setzen. Wie können Zukünfte jenseits einer kapitalistischen One-Way-Zukunft erzählt werden? Welche Technologien dienen uns als narrative Werkzeuge? Anhand welcher Ästhetiken werden diese Zukünfte in künstlerischen Positionen verhandelt? Und was haben eigentlich Sehnsucht und Begehren damit zu tun? Es ist eine Exkursion ins MARUM — Center for Marine Environmental Sciences geplant, um Einblicke in dessen Arbeit zur Klimavorhersage zu erhalten. Zudem ist ein Gastbeitrag der Künstlerin Sophie Allerding vorgesehen, um Spiel und spekulatives Geschichtenerzählen als Werkzeuge in künstlerischen Prozessen kennenzulernen. K. Le Guin, Ursula. Dancing at the Edge of the World: Thoughts on Words, Women, Places. New York: Grove Press, 2006, 85. --- I am not proposing a return to the Stone Age. My intent is not reactionary, nor even conservative, but simply subversive. It seems that the utopian imagination is trapped, like capitalism and industrialism and the human population, in a one-way future consisting only of growth. All I’m trying to do is figure out how to put a pig on the tracks.”1 — Ursula K. Le Guin How to imagine the futures of a planet in the socioecological crisis? Taking this question as our point of departure, we will engage with imagination as a space of indeterminacy and explore concepts of futurity and imaginaries from an ecological perspective. Turning toward non-dominant historical narratives and knowledge infrastructures, we will seek other ways of reading the present and future through feminist, queer, and decolonial lenses. Donna Haraway stays with the trouble, searching for speculative fabulations of multispecies kinship and cohabitation. Walter Mignolo tells of oysters to expose the coloniality of time, while José Esteban Muñoz invokes queerness as the warm illumination of a space of possibility not yet attained. Elizabeth Povinelli replaces the distant horizon of the future with the figure of the bag, while radical imaginaries unfold in the light of the Zapatista “time of the snail.” Drawing on these and other thinkers, we will turn our attention to the social, cultural, political and ecological interdependencies and power structures present in visions of the future, placing them in relation to artistic and design practices. How might futures be narrated beyond a capitalist one-way future? Which technologies serve as our narrative tools? Through what aesthetics are these futures negotiated in artistic positions? And what, in the end, do longing and desire have to do with any of it? An excursion to the MARUM – Center for Marine Environmental Sciences is planned to gain insight into its work on climate prediction. In addition, a guest contribution by the artist Sophie Allerding will introduce play and speculative storytelling as tools in artistic processes. K. Le Guin, Ursula. Dancing at the Edge of the World: Thoughts on Words, Women, Places. New York: Grove Press, 2006, 85.
- (Block B) Erste Hilfe Im Rahmen dieses Kurses entwickeln wir kollektiv, visuell und inhaltlich eine „Erste Hilfe“ für die Aufnahmeprüfung an der HfK Bremen. Im Fokus stehen die (visuelle) Organisation und Betreuung der Prüfung sowie die Gestaltung eines begleitenden Zines. Unsere Aufgabe wird es sein, die potenziellen Studierenden der HfK im Vorfeld zu inspirieren und sie am Tag der Aufnahmeprüfung zu unterstützen. Als Impuls für die neuen Studierenden und um einen Einblick in das kommende Studium zu geben, werden wir uns mit Gestaltungswerkzeugen auseinandersetzen. Kollektiv entwickeln wir Werkzeuge und Methoden, die beim Start des Studiums nützlich sein können und schauen uns die sozialen, materiellen und infrastrukturellen Aspekte des Tool-Sharings an. Allein mit unserem Laptop auf dem Schoß vergessen wir oft, wer zu unseren gestalterischen Prozessen beiträgt und mit welchen Körpern, Geschichten und historischen Kämpfen unsere Werkzeuge und Arbeitsweisen verbunden sind. Um diesen Verbindungen auf den Grund zu gehen, fragen wir uns: Welche Werkzeuge und Ressourcen sind an der HfK vorhanden und wer hat Zugang zu den dazugehörigen Beziehungen und Infrastrukturen? Wie können sie durch gestalterische Praktiken für neue Studierende zugänglich gemacht werden? Wie vermitteln sich Werkzeuge und wer entscheidet eigentlich, wann welches Tool adequat ist? Wie können Grundsätze des kollektiven Teilens das Gestalten und seine Materialität beeinflussen? Wenn wir kollektiv gestalten, löst sich dann unser eigener Ausdruck auf oder wird er durch ein Kaleidoskop gefiltert und somit unberechenbarer, komplexer, faszinierender? Im gemeinsamen Prozess des Gestaltens erkunden wir verschiedene Tools, hinterfragen ihren Gebrauch und versuchen, durch Ko-Kreation Ressourcen, Beziehungen und Infrastrukturen nicht als individuellen Besitz, sondern als etwas gemeinschaftlich Geteiltes zu verstehen. Konzepte und Praktiken wie Care und Commoning begleiten und unterstützen uns dabei. Im Verlauf des Kurses erarbeiten wir uns anhand gestalterischer Experimente Werkzeuge und Herangehensweisen, um prozesshaft und kollektiv eine visuelle Sprache zu entwickeln. Gleichzeitig fokussieren wir einen anwendungsorientierten Umgang mit Typografie, Layout, Farbgebung und Bildsprache. Wir arbeiten analog und digital, konzeptuell und pragmatisch, beobachten die HfK und gehen aus ihr heraus, um Ausstellungen und Archive zu besuchen. Alles bewegt sich zwischen Experiment und alltäglichen Workflow. ---
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