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Thursday | 12 June 2014

Bafög-Millionen zur Stärkung der Bremer Hochschullandschaft einsetzen

HfK-Rektor Herbert Grüner fordert klare Zweckbindung für gewonnene finanzielle Spielräume

HfK-Rektor Herbert Grüner fordert klare Zweckbindung für gewonnene finanzielle Spielräume / Aufforderung an Bremer Politik, Empfehlungen des Wissenschaftsrates ernst zu nehmen / Alle Chancen zum Erhalt des HfK-Studienangebots „Kirchenmusik“ nutzen

Angesichts der aktuellen politischen Debatte um den Bremer Wissenschaftsplan 2020 sowie die Verwendung der in Bremen durch die Übernahme der Bafög-Kosten durch den Bund freiwerdenden Mittel hat der Rektor der Hochschule für Künste Bremen, Professor Dr. Herbert Grüner, heute eindringlich an die politisch Verantwortlichen im Lande Bremen appelliert, die gewonnen finanziellen Spielräume zweckgebunden für die Absicherung und Stärkung der bremischen Hochschullandschaft zu nutzen. „Ziel und Sinn der Neuordnung der Bafög-Kosten und deren vollständige Übernahme durch den Bund sind eindeutig: Die Länder sollen so zusätzliche und dringend benötigte Mittel für den Bildungs- und Wissenschaftsbereich bekommen. Gerade in Bremen zeigt die aktuelle Diskussion um den Wissenschaftsplan 2020, wie nötig diese Mittel zur Absicherung der Bremischen Hochschullandschaft sind. Ich erwarte und setze daher darauf, dass die politisch Verantwortlichen in Bremen sie in vollem Umfang im Sinn und Geist dieser Zweckbindung einsetzen werden“, sagte Grüner.

Für die Hochschule für Künste Bremen sieht der Bremer Wissenschaftsplan 2020 in seinem derzeitigen Entwurf weitere Kürzungen im wissenschaftlich-künstlerischen Lehrpersonal wie im Verwaltungsbereich vor. Im Lehrangebot der HfK und stellt er insbesondere den Bestand des HfK-Studiengangs Kirchenmusik in Frage. Der Wissenschaftsplan bleibt damit eindeutig hinter den Empfehlungen des Wissenschaftsrates zurück, der in seinem Gutachten zur Bremer Hochschullandschaft ausdrücklich vor weiteren Einsparungen an der HfK gewarnt hatte und an der HfK bereits jetzt eine kritische Untergrenze der Personal- und Sachausstattung erreicht sieht.

Zur im Wissenschaftsplan formulierten Anregung der senatorischen Behörde, den Fortbestand des Studiengangs Kirchenmusik an der HfK auf den Prüfstand zu stellen, sagte Rektor Herbert Grüner: „Es ist eine fast bittere Ironie und wirft ein bezeichnendes Schlaglicht auf die aktuelle Debatte in Bremen: In diesen Tagen ist Harald Vogel, langjähriger Professor an der HfK, in den USA für seine herausragenden internationalen Verdienste als Kirchenmusiker, Organist, Forscher und Lehrer ausgezeichnet worden und hat neben vielen bedeutenden Auszeichnungen nun auch die Ehrendoktorwürde des Oberlin Colleges (Ohio) erhalten. Gleichzeitig sind wir in Bremen aufgefordert, den ausgezeichneten Ruf und die gute Tradition der Kirchenmusik, die Harald Vogel und viele andere in Bremen begründet haben, als möglichen „Sparbeitrag“ zur Disposition zu stellen. Das Beispiel Kirchenmusik zeige, dass es in der gegenwärtigen Diskussion des Wissenschaftsplans um weit mehr als Stellentableaus und Kostenstellen gehe. „Es geht auch um kultur-, bildungs- und kirchenpolitische Verantwortung. Eine Vielzahl der bedeutendsten musikalischen Werke der Weltliteratur sind immerhin als Kirchenmusik komponiert worden und bildeten einen großartigen Teil unseres europäischen Kulturerbes. Bis heute habe die HfK einen engagierten und weit über Bremens Grenzen anerkannten Beitrag geleistet, um dieses Erbe zu pflegen, zu erforschen und in unseren Kirchen lebendig zu halten. Grüner: „Ich hoffe daher sehr, dass sich alle Beteiligten der Tragweite eines Endes der Kirchenmusik-Ausbildung in Bremen bewusst werden und wir gemeinsam Wege finden, um an der HfK auch in Zukunft engagierte und verantwortungsvolle Kirchenmusiker ausbilden zu können. Er wäre ein mehr als schmerzlicher Verlust, wenn dies nicht gelingen würde.“